Severance 2x01

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Severance ist die Serie der Stunde. Wäre sie bei Netflix oder HBO gelandet, wäre sie längst ein weltweiter Erfolg. Auf Apple TV+, dem Streaming-Zwerg, hat sie sich trotzdem immerhin als Geheimtipp etabliert. Das Original kombiniert brillante Kapitalismus- und Techkritik mit einer Atmosphäre, die äußerlich an Orwell erinnert und innerlich an die existenzielle Verwirrung Kafkas. Das Ergebnis ist eine Sci-Fi-Erfahrung, die nicht nur intellektuell fordert, sondern auch visuell in einer eigenen Liga spielt.
„Severance“ Staffel 2 steht endlich bei Apple TV+ zur Verfügung
Am Wochenende ist endlich die zweite Staffel von „Severance“ mit der ersten von insgesamt zehn Episoden gestartet. Die große Frage nach der langen Auszeit - bedingt durch Corona und Streiks - war, ob sich das Warten lohnen würde. Die Antwort fällt eindeutig aus: Ja! Die neue Season setzt genau dort an, wo die erste mit ihrem spektakulären Finale aufgehört hat. Es ist, als würde „Severance“ nahtlos in seine komplexe, verstörende Welt zurückkehren.
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Das Drehbuch zur knapp einstündigen ersten Episode der neuen Staffel, Hello, Ms. Cobel, stammt wie gewohnt von Serienschöpfer Dan Erickson, während Filmstar Ben Stiller erneut die Regie übernahm. Man bringt also sein A-Game. Auch vor der Kamera sind wieder Adam Scott, Britt Lower und die übrigen bekannten Gesichter zurück. Neu dabei ist Sarah Bock, die das dystopische Arbeitsklima bei Lumon Industries gar auf ein neues Level hebt.
So geht es mit der ersten Episode weiter - Vorsicht, Spoiler!
Mark erwacht in der Severed-Etage und erfährt von Milchick (Tramell Tillman), dass seit der „Macrodat-Revolte“ fünf Monate vergangen sind. Sein Team wurde ersetzt, und eine neue stellvertretende Managerin, Ms. Huang - ein Kind -, ist aufgetaucht. Laut Milchick wollte Marks „Outie“ zurück zu Lumon, während die anderen ablehnten. Um die Rückkehr der „Innies“ zu erwirken, sabotiert Mark das neue Team und sucht Kontakt zur Führungsebene. Die Stimmung ist angespannt, während Lumon die Kontrolle weiter verschärft.
Nachdem Mark erneut erwacht, trifft er auf Helly, Dylan (Zach Cherry) und Irving (John Turturro), die in die Etage zurückgekehrt sind. Milchick führt die Gruppe in einen modernisierten Pausenraum, wo angeblich bessere Arbeitsbedingungen versprochen werden. Die „Innies“ erhalten die Wahl, zu gehen oder zu bleiben, doch die Entscheidung fällt schwer. Mark teilt mit, was er draußen erfahren hat, während Helly die wahre Identität ihres „Outies“ verschweigt. Die Dynamik der Gruppe wird auf die Probe gestellt.

Irving kämpft mit der Erkenntnis, dass Burt (Christopher Walken) einen Partner hat, und überlegt, Lumon endgültig zu verlassen. Dylan überzeugt ihn, zu bleiben, während Milchick ihm heimlich Pläne für eine mögliche Begegnung mit seiner Familie zeigt. Derweil kehren alle zur Arbeit zurück, wo Mark ein neues MDR-Projekt mit dem Namen „Cold Harbor“ untersucht. Es hat direkten Bezug zu Ms. Casey (Dichen Lachman), deren Verbindung zu Mark eine zentrale Rolle für die weitere Handlung verspricht.
Unsere Kritik: Darum ist „Severance“ noch immer so sehenswert
„Severance“ kehrt zurück und vertieft die rätselhafte Welt von Lumon Industries. Die Serie bleibt ihrem Mix aus Sci-Fi-Mystery, Psycho-Drama und Sozialsatire treu und liefert gleich zu Beginn einige spannende Neuerungen. Die Dynamik innerhalb der Abteilung ist spürbar verändert, neue Machtverhältnisse schaffen frischen Konflikt. Lustigerweise taucht die titelgebende Ms. Cobel (Patricia Arquette) in der ersten Folge gar nicht auf - ein kleines Späßchen der Macher?
Die Serie weitet ihre Fragen über die Machenschaften von Lumon weiter aus, ohne sich in zu vielen Andeutungen zu verlieren. Dabei wird geschickt die Balance gehalten zwischen Enthüllungen und neuen Rätseln. Doch es bleibt die Gefahr, wie bei Lost zu viele Fäden offenzulassen. Sollte Lumons großes Ziel je enthüllt werden, droht fast zwangsläufig Enttäuschung. Aber „Severance“ ist bekanntlich kein Puzzle, das gelöst werden will - vielmehr eine düstere Vision, die zum Nachdenken anregt.
Nicht nur visuell, sondern auch schauspielerisch bleibt „Severance“ eine Klasse für sich. Die Stars balancieren die Dualität zwischen „Innie“ und „Outie“: Zwei Persönlichkeiten, die subtil ineinandergreifen. Scott und Lower glänzen in stillen Momenten, während Tillman seine Schurkenrolle immer stärker aufzieht. Und dann gibt es auch humorvolle Highlights, wenn etwa Dylan seine neue Vorgesetzte fragt, warum sie ein Kind sei und sie trocken antwortet: „Wegen des Zeitpunkts, zu dem ich geboren wurde.“
Von uns gibt es für den vielversprechenden Staffelstart von „Severance“ die volle Punktzahl: fünf von fünf Ballons!
Verfasser: Bjarne Bock am Montag, 20. Januar 2025Severance 2x01 Trailer
(Severance 2x01)
Schauspieler in der Episode Severance 2x01
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