Secret Invasion Staffel 1
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Es ist schwer zu leugnen, dass die Marvel-Serie Secret Invasion nicht den Buzz früherer MCU-Projekte hatte. Als Marvel-Fan schaut man natürlich mindestens die Auftaktfolge einer jeden Disney+-Serie an, wobei bei der Folge Auferstehung (hier geht es zum Review) und der zweiten Folge Versprechen, die dem Reviewer bereits vorab zur Verfügung standen, sich schon früh Ernüchterung breitgemacht hatte. Die Frage war also: Kann Nick Furys (Samuel L. Jackson) Soloserie nach dem schwachen Start noch einmal den Bogen kriegen?
Worum geht es in „Secret Invasion“?

Nick Fury ist nach dem Blip nicht mehr derselbe. Die letzten Jahre hat er im Weltall bei S.A.B.E.R. verbracht und kommt nun aufgrund eines Hilferufs von Talos (Ben Mendelsohn) wieder auf die Erde. Bereits vor rund 30 Jahren hat er den friedlichen Skrulls rund um Talos versprochen, eine neue Heimatwelt für sie zu finden. Doch die Bemühungen haben keine Früchte getragen und Furys Verschwinden verstimmt die Beziehungen mit einigen der Gestaltwandlern.
Der junge Gravik (Kingsley Ben-Adir), der einst im Konflikt mit den Kree seine Eltern verloren hat, hat offenbar genug vom Pazifismus und gründet eine Splittergruppe der Aliens, die die Erde in den letzten Jahren sukzessive unterwandert hat.
In Russland bereiten er und seine Gefolgschaft nun ein geheimes Forschungsprojekt vor, das einen genetisch veränderten Super-Skrull als Geheimwaffe zum Ziel hat. Zudem soll eine Anschlagsserie die Stimmung zwischen den Amerikanern und den Russen zum Kippen bringen. Obendrein stellt sich heraus, dass die Skrulls einige wichtigen politischen Entscheidungsträger weltweit ausgetauscht haben, dazu gehört auch Rhodey (Don Cheadle).
Bei einem Bombenanschlag in Russland kommt im Chaos Maria Hill (Cobie Smulders) um und die Skrulls lassen es so aussehen, als hätte Fury den Finger am Abzug gehabt. Dass es überhaupt erst zur Invasion kommen konnte, ist jedoch ebenfalls Furys Schuld, wie man immer wieder unmissverständlich sieht...
Mittendrin ist auch Talos' Tochter G'iah (Emilia Clarke), die nach dem Tod ihrer Mutter Soren (Sharon Blynn) nicht mehr das beste Verhältnis zu ihrem Vater hat, aber bald sieht, dass Gravik gefährliche Pläne verfolgt. So sitzt sie zwischen den Stühlen als Agentin - zuerst für die eine, dann für die andere Seite.
Über Fury erfahren wir, dass er eine Skrull-Ehefrau mit dem menschlichen Alias Priscilla (Charlayne Woodard) hat, deren Loyalität zu den Gestaltwandlern ebenfalls auf die Probe gestellt wird. Unterstützt wird unser Protagonist von Sonya Falsworth (Olivia Colman), eine MI6-Agentin, die - ähnlich wie der ehemalige S.H.I.E.L.D.-Boss einst - gerne mehrere Schritte im Voraus plant und ihre Heimat Großbritannien sowie die Menschheit allgemein beschützen will.
Secret Bore

Manchmal nützt ein hochkarätiger Cast - und den hat diese Serie mit Darstellern des Kalibers Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Cobie Smulders, Martin Freeman, Kingsley Ben-Adir, Charlayne Woodard, Killian Scott, Samuel Adewunmi, Dermot Mulroney, Christopher McDonald, Katie Finneran, Emilia Clarke, Olivia Colman und Don Cheadle ohne Frage - nichts, wenn das Drehbuch, der Schnitt und die Umsetzung der fertigen Serie leider langweilig und uninspiriert sind. All das macht einen einstigen Badass-Charakter zum depressiven, traurigen alten Mann, der in Selbstmitleid suhlt.
Der Ton der Serie bleibt im Gesamtverlauf düster, was jedoch nicht schlimm wäre, wenn wenigstens eine gewisse Kurzweiligkeit für Unterhaltung sorgen würde. Doch trotz kurzer Laufzeit der sechs Episoden fühlt sich das Anschauen einer jeden Folge wie Arbeit an - und nicht wie ein Vergnügen.
Sicherlich: Die Macher rund um Kyle Bradstreet und Regisseur Ali Selim wollten eine gewisse Paranoia-Stimmung einfangen, die eine erwachsene Serie ohne zu viele Jokes nun einmal erfordert, aber dann fast allen Spaß an der Freude zu entfernen, hätte ja auch nicht sein müssen. Das soll nicht bedeuten, dass manche Dialogszenen nicht einen gewissen Reiz haben, doch am Ende des Tages wird deutlich zu viel gelabert und traurig dreingeschaut.
Echte Verluste und viele Fake-outs

Schon in der ersten Episode schickt man Maria Hill (Smulders) in den Serientod, was dann in der zweiten Folge unumstößlich bestätigt wird. Das wirkt, wenn man sich das Gesamtbild nun angeschaut hat, wie ein sehr verschenktes Ableben, nur um die Hauptfigur zu motivieren. Nur: Es erfolgt keinerlei sichtbare Motivation oder Rache von Fury. Somit hat das Opfer letztlich kaum einen Sinn...
Im weiteren Verlauf nutzt man Episodenenden zudem, um die Figuren G'iah (Clarke) und Talos (Mendelsohn) in Lebensgefahr zu zeigen, was sich dann jedoch abnutzt, weil die Chance trotz angeblich tödlicher Wunde hoch ist, dass die jeweilige Figur überlebt. Bei nur sechs Episoden sollte man sehr ähnliche Schockmomente am Ende besser vermeiden.
Es wird oftmals viel geredet und herumgeschossen (wie beim Anschlag auf den US-Präsidenten, in dem Talos sich opfert), ohne dass viel Spannung aufkommt.
Des Weiteren merkt man den Protagonisten sein gesetztes Alter an, denn Jackson ist immerhin auch schon 74 - und deswegen nicht mehr die dynamischste Figur. Auch wenn ab und zu Flashbacks mit Verjüngungstechnik zum Einsatz kommen, sind fast alle Actionszenen mit ihm eher behäbig inszeniert und der Schnitt auffällig damit beschäftigt, gewisse Unzulänglichkeiten zu kaschieren.
Man fragt sich beim Anschauen sicherlich, warum ein so gut vernetzter Mann wie Fury die Invasion auf die eigene Kappe nimmt, anstatt die Avengers zu informieren, und erhält im letzten Drittel der Serie dann eine halbgare Erklärung dafür, die jedoch ebenfalls unbefriedigend ist...
Ob eine Figur wie Nick Fury überhaupt so entmystifiziert werden muss, was jedoch schon in „Captain Marvel“ begonnen hatte, oder nicht, ist auch eine Frage, mit der sich die Marvel-Bosse wohl ausführlicher hätten beschäftigen sollen.
In meinen Augen kommt Fury schwächer und uninteressanter aus Secret Invasion heraus, als er reingekommen ist. Manche Figuren, wie Fury, aber auch ein Wolverine (Hugh Jackman), funktionieren eben besser, wenn ihre Vergangenheit im Dunkeln bleibt.
Aspekte der Handlung des Formats rund um die Paranoia wurden in Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. vor einigen Jahren mit kleinerem Budget bereits besser präsentiert (statt Skrulls waren es eben LMD/Klone/Roboter) und obwohl gerade eine Darstellerin wie Olivia Colman und der britische Charme ihrer Figur Sonya Falsworth sich für ein Wiedersehen empfiehlt, hat man den Großteil des Ensembles einfach nicht optimal genutzt.

Bezeichnend ist vielleicht auch, dass der vermeintliche KI-Vorspann, der ziemlich unansehnlich aussieht, reger diskutiert wurde als die Serie selbst...
Super Skrull

In der Finalfolge Zuhause erfolgt dann also das Finale mit einem großen Twist... Sieht es zunächst so aus, als würde Fury selbst Gravik im russischen Camp konfrontieren und dabei durch die Strahlung leiden, stellt sich dieser Fury mit dem sogenannten „Harvest“ (also einer DNA-Sammlung von Superwesen von der großen Schlacht aus „Avengers: Endgame“) als G'iah heraus.
Bei Graviks Analyse auf die Echtheit werden einige Namen gezeigt: Abomination, Black Panther, Captain America, Captain Marvel, die Chitauri, Corvus Glaive, Drax, Ebony Maw, Gamora, Ghost, Hulk, Korg, Mantis, die Outriders, Proxima Midnight, Thanos, Thor, Valkyrie und The Winter Soldier.
Wenig später werden beide dadurch zu Super-Skrulls, die miteinander kämpfen und einige Kräfte der aufgezählten Figuren einsetzen. Im Endeffekt ist es G'iah, die den Todesstoß gegen Gravik ansetzt und die entführten Menschen befreit - neben dem echten Rhodey sehen wir hier auch Martin Freeman als Everett Ross wieder.
Der echte Fury ist zusammen mit Sonya Falsworth beim US-Präsidenten Ritson (Dermot Mulroney), der einen Vergeltungsanschlag gegen die Russen erwägt und von Skrull-Rhodey beeinflusst wurde. Fury und Falsworth versuchen, ihn davon zu überzeugen, dass er ein Hochstapler-Alien ist und Fury tötet den Skrull schließlich.
Statt jedoch eine friedliche Lösung zu suchen, hält Riston eine TV-Rede, die die Skrulls öffentlich outet und zu zahlreichen Gewaltakten gegen sie führt, was nicht im Sinne Furys war. Fury und Priscilla brechen anschließend gemeinsam ins All auf, wo die Kree sich angeblich um eine diplomatische Lösung für einen Konflikt bemühen, was wahrscheinlich in „The Marvels“ aufgegriffen wird.
Falsworth bietet G'iah derweil eine Zusammenarbeit an, die darauf basiert, das man einander nutzt und ausnutzt.
In den letzten 20 Minuten passieren dann also Dinge, die durchaus Konsequenzen für das MCU haben könnten, aber dann ist es auch irgendwie schon zu spät, sofern die meisten Zuschauer nach dem zähen Einstieg überhaupt drangeblieben sind... „Secret Invasion“ fühlt sich relativ leicht überspringbar und von wenig Konsequenz an. Man konnte das Potential der Story nie richtig abrufen, dabei gibt es Berichte, die besagen, dass die sechsteilige Serie - ähnlich einem Kinofilm - mehr als 200 Millionen Dollar gekostet haben soll.
Bei solchen Zahlen fragt man sich vor allem: „Wofür?“ Denn die meisten Actionszenen sind zum Beispiel nicht der Rede wert. Natürlich gibt es einige Morphsequenzen rund um die Skrulls und im Super-Skrull-Showdown, der aber nicht ganz sauber animiert ist, kann diese Summe auch nicht versteckt sein. Oder etwa doch?
Fazit

Von den bisherigen Marvel-Serien bei Disney+ ist Secret Invasion für mich leider die schwächste und langweiligste. Aus einer eigentlich spannenden Grundprämisse der Invasion der Aliengestaltwandler (und einer bekannten Comic-Vorlage, deren Umsetzung aber ohnehin nicht realistisch erschien) wird herzlich wenig gemacht. Es wird lediglich eine recht zähe Geschichte auf sechs Folgen gestreckt, statt vielleicht einen tighten Zwei-Stunden-Film zu präsentieren.
Der schlecht gelaunte Nick Fury (Samuel L. Jackson) dieser Serie will auch nicht ganz zum gut gelaunten Menschen passen, der jüngst im Trailer zu „The Marvels“ präsentiert wurde und vorher einige Verluste verkraften musste. Leider nur zweieinhalb von fünf Augenklappen von mir dafür.
Secret Invasion: Englischer Midseason-Trailer
Hier abschließend noch der Originaltrailer zur Serie „Secret Invasion“:
«Secret Invasion» Trailer
Secret Invasion Staffel 1 Episodenguide
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