Scott & Bailey 1x01

Rachel Bailey (Suranne Jones) und Janet Scott (Lesley Sharp) sind beide Detective Constables bei der Polizei von Manchester. Gemeinsam arbeiten sie im Major Incident Team, wo sie hauptsächlich mit Ermittlungen in Mordfällen zu tun haben. Ihr Verhältnis ist kollegial, ja freundschaftlich, obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten.
Janet handelt ruhig und besonnen. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter. Rachel dagegen ist impulsiv und emotional. Als sie erfährt, dass ihr Freund Nick (Rupert Graves, Sherlock), mit dem sie zwei Jahre zusammen gewesen ist, eine Frau und Familie hat, zu der er zurückkehren möchte, weshalb er mit ihr Schluss macht, entwickelt sie eine regelrechte Obsession.
Immerhin kann sie sich dadurch sehr gut in ihren aktuellen Fall einfühlen: Der Selbstmord an einer jungen Türkin entpuppt sich als Mord. Im Verdacht stehen ihr Ehemann - und dessen Geliebte...
Scott & Bailey ist die britische Antwort auf Rizzoli & Isles. Es handelt sich zwar sicherlich nicht um eine Kopie, dafür unterscheiden sich die beiden Serien dann doch zu sehr im Detail. Zwei Charakteristika sind jedoch identisch: Das sympathische Ermittlerinnen-Gespann - und die nicht sehr kompliziert gestrickten Fälle.
Von der Krimihandlung her handelt es sich bei der ITV-Produktion Scott & Bailey eher um Durchschnittsware. Was die Serie in der Pilotfolge interessant macht, ist vor allem die Figur von Suranne Jones, die als betrogene Geliebte etwas sehr Düsteres an sich hat. Spätestens in dem Augenblick, als sie sogar vor Erpressung nicht zurückschreckt, erinnert sie ein wenig an Glenn Close in „Eine verhängnisvolle Affäre“ - als Polizistin in einer Krimiserie sieht man so etwas nicht alle Tage.
Die Backstory von Janet - ein Freund aus Kindheitstagen bittet sie, sich den Fall seiner damals ermordeten Schwester noch mal vorzunehmen - entspricht dagegen schon eher den Genre-Gepflogenheiten.
Da die beiden Ermittlerinnen zunächst mit dem Fokus auf ihren jeweils eigenen privaten Handlungsstrang vorgestellt werden, haben sie im Piloten nicht so viele Szenen zusammen, wie man sich dies vielleicht wünschen würde. Dort, wo die beiden miteinander interagieren, stimmt aber auf jeden Fall die Chemie - und macht Lust darauf, den beiden weiterhin zuzuschauen.
Ein großer Pluspunkt für die Serie ist natürlich die Besetzung: Suranne Jones und Lesley Sharp sind nicht nur zwei in Großbritannien ungemein populäre, sondern auch talentierte und erfahrene Darstellerinnen, die problemlos eine Serie zu tragen verstehen.
Jones, die Scott & Bailey selbst mitkonzipiert hat, war zuletzt in der Miniserie Single Father neben David Tennant zu sehen - und hatte erst vor wenigen Wochen einen preisverdächtigen Gastauftritt in Doctor Who „32350“. Sharp, bekannt geworden unter anderem durch den Kinofilm „Ganz oder gar nicht“, war zuletzt in der Miniserie The Shadow Line (mit Stephen Rea und Christopher Eccleston) dabei.
Amelia Bullmore, die die Vorgesetzte der beiden spielt, hat vor wenigen Wochen erst in Twenty Twelve ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen können, ist aber auch im dramatischen Fach zu Hause (State of Play, Ashes to Ashes).
Fazit
Als Krimiserie ist Scott & Bailey vielleicht ein wenig konventionell geraten. Es sind primär die Hauptfiguren (und ihre Darstellerinnen), welche die Neugier des Publikums wecken. Den Briten hat die Premiere offenbar gefallen: Knapp 8,2 Millionen Zuschauer wollten die Pilotfolge sehen.
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 1. Juni 2011(Scott & Bailey 1x01)
Schauspieler in der Episode Scott & Bailey 1x01
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