Scandal 4x20

Nach der letzten Episode konnte die Wartezeit ganz schön lang werden. Wir haben eine schockierende Szene gesehen. Doch das, was die Episode First Lady Sings the Blues uns zu bieten hat, ist ebenfalls nicht uninteressant - einiges davon jedoch leider auch im negativen Sinne.
Auferstanden
Russell (Brian White) und die Scandal-Autoren haben sich jede MĂŒhe gegeben, uns davon zu ĂŒberzeugen, dass der Angriff auf Jake (Scott Foley) tödlich war. Der Möchtegernmörder hat so oft zugestochen, dass ein Ăberleben höchst unwahrscheinlich schien. Auch das Drumherum sollte auf Jakes Tod hinweisen. Ăber den offiziellen Twitter-Account teilten die Serienmacher Berichte von TV-Portalen und Klatschseiten, nach denen Jakes Tod das letzte Wort sei. Der Trailer fĂŒr diese Episode war darauf zugeschnitten worden, das zu untermauern, und einige Castmitglieder, darunter Joshua Malina, posteten AbschiedsgrĂŒĂe an Jake-Darsteller Scott Foley.
Das alles musste nicht zwangslĂ€ufig bedeuten, dass es wahr ist. Doch sie wollten es uns glauben machen. Ein spektakulĂ€rer Twist wĂ€re trotzdem an jeder Stelle noch drin gewesen, immerhin ist das hier Scandal. Doch etwas, womit man wohl kaum gerechnet hĂ€tte, war das, was wir dann wirklich gesehen haben. Keine aufsehenerregende Wende, kein doppelter Plan, Jake hat ganz einfach aus purer Laienhaftigkeit des Angriffs ĂŒberlebt. Russell, der wie alle Agenten von Rowan (Joe Morton), hochtrainiert sein mĂŒsste, hat es ganz einfach nicht geschafft, mit seinen mehrfachen Stichen auch nur ein lebenswichtiges Organ zu treffen. Die Auflösung des Cliffhangers ist enttĂ€uschend unbefriedigend und sogar Ă€rgerlich unlogisch.
Doch letztendlich sollte man sich nicht aufregen, vor allem wenn man Jake-Fan ist. Er ist nicht tot und das ist das, was auf lange Sicht zÀhlt. Auch wenn es sicher elegantere Wege gegeben hÀtte, diese Storyline ins Rollen zu bringen.
Jake und die Hoffnung auf ein Happy End fĂŒr ihn und Olivia (Kerry Washington) sind also weiterhin am Leben. Das ist gut, vor allem weil Olivia sich in der Episode First Lady Sings the Blues selbst die gröĂte Chance auf Fitz (Tony Goldwyn) verbaut, die sie je hatte.
Alle in Mellies Team glauben, dass ein Ende der Ehe ihr einziger Weg ist, die Wahl zu gewinnen. Und wir haben gesehen, wie weit die beiden bereit sind, fĂŒr einen Wahlsieg zu gehen. Eine Trennung wĂ€re also durchaus eine Option. Fitz hĂ€tte damit doch eigentlich das groĂe Los gezogen, er wĂ€re frei fĂŒr Olivia und das auch noch durch einen Akt der UnterstĂŒtzung fĂŒr Mellie (Bellamy Young). Besser könnte es fĂŒr ihn ja nicht laufen.
Wenn da nicht Olivia und ihr brillanter, politischer Verstand wĂ€ren. Sie zeigt denen, die im Dunkeln tappen, den echten Weg an die Spitze von Virginia. Und wieso eigentlich? Weil der Job und die Schönheit einer Problemlösung ihr mehr Wert sind als alles andere. Doch sie wusste ohnehin nichts von der Trennungsstrategie. Es ist Fitz, der sich gegen das Landleben mit Olivia und die selbstgemachte Marmelade entscheidet. Er gibt die OPA-Idee weiter und landet damit einen Volltreffer. Das macht die zwischenzeitlich unsympathischste Figur im Scandal-Universum tatsĂ€chlich ein ganzes StĂŒck weit ehrenhafter. Er hat Mellie seine UnterstĂŒtzung zugesichert und das auf lange Sicht. Er will die Fehler wieder gutmachen, die er getan hat. Und das tut er. Ohne die bequeme AbkĂŒrzung zu nehmen.
Doch auch Olivia wendet sich im Moment eher ihren zwei anderen Liebhabern zu als dem PrĂ€sidenten. Jakes Leben hĂ€ngt am seidenen Faden, und sie kĂŒmmert sich um ihn, denkt an die Insel zurĂŒck und wirkt auch sonst wieder einmal so, dass man sie anschreien möchte. Sie selbst brĂ€uchte eine ihrer emotionalen Ansprachen darĂŒber, was Liebe ist und was man fĂŒr sich selbst im Leben möchte. Jake ist der Mann, mit dem sie glĂŒcklich werden kann, und die Episode First Lady Sings the Blues erhĂ€lt immerhin die Chance, dass daraus doch noch was werden könnte.
Welcome back, badass
Doch die Episode ist auch wieder einmal ein Manifest fĂŒr Shonda Rhimes' Feminismus. Die pure Arroganz in der MĂ€nnerdomĂ€ne Politik ermöglicht Mellie die Kandidatur, so kann man unfaire Gesetze auch fĂŒr sich nutzen. Das macht SpaĂ, ebenso die Gesichter aller im Oval Office, als sie herausfinden, dass niemand die juristische Lage ĂŒberhaupt geklĂ€rt hat, bevor sie die Kandidatur verkĂŒndet haben.
Doch die Figur der Stunde ist keine Frau, es ist Cyrus (Jeff Perry), der sich in Sallys Talkshow auf dem Sessel flĂ€zt, als ob er sich vor allem nach dem Drink aus dem Backstagebereich sehnt. Und seine Widersacherin dabei trotzdem auseinandernimmt, auf kunstvolle Art und Weise. Ăber Minuten ist es unheimlich unterhaltsam, ihm zuzusehen, auch wenn er letztendlich nur gewinnt, weil er Sally (Kate Burton) an ihr gemeinsames Geheimnis erinnert: den Mord an ihrem Mann Daniel Douglas.
Fazit
Die Episode First Lady Sings the Blues ist enttĂ€uschend, zumindest auf die Auflösung des Angriffs auf Jake bezogen. Alles andere funktioniert bestens, die Folge ist wesentlich amĂŒsanter als eine durchschnittliche Scandal-Stunde und bringt einige interessante Standpunkte. Am Ende darf man sich wohl freuen, dass Jake weiter dabei ist, und darauf hoffen, dass Olivia endlich versteht, wie gefĂ€hrlich ihr Vater wirklich ist.
Promo zur Episode âA Few Good Womenâ (4x21) der US-Serie âScandalâ:
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 26. April 2015Scandal 4x20 Trailer
(Scandal 4x20)
Schauspieler in der Episode Scandal 4x20
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?