Scandal 2x11

Scandal 2x11

Parallelen soweit das Auge reicht - in der Episode A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar erfahren wir mehr darüber, wie Fitz es zum Präsidenten geschafft hat und wie es er nach dem Attentat wieder werden will.

Das Wahlkampfteam macht sich bereit in der Serie „Scandal“ / (c) ABC
Das Wahlkampfteam macht sich bereit in der Serie „Scandal“ / (c) ABC

In der Episode A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar begleiten wir Fitz (Tony Goldwyn) parallel auf zwei schwierigen Wegen: Im Rückblick sehen wir die letzten Tage inklusive Debatte vor der Präsidentschaftswahl, aktuell sind wir an seiner Seite auf dem Weg zurück ins Amt, samt erster Pressekonferenz nach dem Attentat.

Der Über-Vater

Gerade erst ist er aufgewacht, er hat eine lebensbedrohliche Verletzung überlebt und alle Welt fragt sich: Wird er wieder der Alte werden? Was wir in der Episode A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar lernen, ist wer Fitz einmal war und wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Wir lernen seinen Vater Jerry (Barry Bostwick, Spin City, Cougar Town) kennen, mit dem Fitz ein schwieriges Verhältnis verbindet. Und wir erfahren, wie es zu der Verschwörung kam, durch die Fitz zum Präsidenten wurde.

Er ist eine zerrissene Seele, ein Mann, der nicht nur von Cyrus (Jeff Perry), Verna (Debra Mooney) und Olivia (Kerry Washington) zum Messias stilisiert wird. Doch im Hintergrund steht ein herrschsüchtiger Vater, ein Selfmade-Millionär, der seinen Sohn seine Verachtung deutlich spüren lässt.

Fitz ist eine Art strahlender Ritter, er will eine saubere Kampagne führen, doch die Ankunft seines Vaters ändert das. Er lässt sich kleinreden. Und das führt zu einem ersten Treffen des Dreamteams um Olivia. Der erste Auftrag, den Abby (Darby Stanchfield), Huck (Guillermo Diaz) und Harrison (Columbus Short) zusammen bearbeiten lautet: Dreck über den Konkurrenten von Fitz ans Licht befördern. Schade, dass Stephen (Henry Ian Cusick) nicht zu einem Gastauftritt vorbeischauen konnte, denn diese Lücke in der Geschichte sieht der Serie Scandal gar nicht ähnlich.

Letztendlich ist Fitz' Vater jedoch nicht nur der Auslöser für das Team, er ist indirekt auch einer der Gründe, aus denen Olivia, die letzte Wackelkandidatin, dem Wahlbetrug von Hollis (Gregg Henry) zustimmt. Sie erkennt, dass Fitz seine weiße Weste braucht, dass es seine Helfer sein müssen, die sich die Hände schmutzig machen, damit er strahlen kann. Fitz ist der geborene Anführer, der Mann, der die Massen zusammenhalten kann, er ist ein starker Mann. Aber er ist auch schwach und das zeigt sich in den Ereignissen um seinen Vater besonders deutlich: Er kann nur der Beste sein, wenn sein Team bereit ist, alles für ihn zu geben - und Olivia gibt alles.

Verknüpfungen

In der Serie Scandal hängt alles auf wunderbare Weise zusammen: Ohne Fitz' Vater hätte Olivia ihr Team im Wahlkampf nicht zum Dreckwühlen zusammentrommeln müssen und die Kanzlei Pope & Associates wäre vielleicht nie entstanden. Die Ereignisse im Wahlkampf führen zum Betrug und der wiederum führt zu den Cytron-Morden, welche aus Lindsay Quinn (Katie Lowes) machen und das Team um Olivia komplettieren.

Der Debatte vor der Präsidentschaftswahl wird die Pressekonferenz zum Sudan gegenübergestellt, in beiden Fällen zeigt Fitz sein großes Talent. Er kann Dinge sagen und sie auch so meinen, mit denen andere sich komplett lächerlich machen würden. Doch er ist der Anführer, der nur einmal in einer Generation vorkommt, wie Verna sagt.

Schließlich wird dem Heiratsantrag von Edison der Scheidungswunsch des Präsidenten gegenübergestellt.

In der Regel ist der Aufbau dieser Zusammenhänge eine der Stärken der Serie Scandal. Und auch die Episode A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar weiß durch besonders überraschende Zusammenhänge zu bezaubern. Dennoch wirkt die Geschichte dieses Mal weitaus konstruierter als gewöhnlich und damit auch ein bisschen hohler als sonst.

Blick in die Erinnerungen

Schön hingegen sind die kleinen Erinnerungsblitze, die wir aus jedem Rückblick ziehen können. In dieser Scandal-Episode ist besonders das Zusammentreffen von Mellie (Bellamy Young) und Olivia im Aufzug bemerkenswert: Mellie platzt in etwas, was sie für einen aufdringlichen, alkoholisierten Fitz hält - und entschuldigt sich. Von der Affäre, die sich vor ihrer Nase abspielt, hat sie offenbar keine Ahnung. Sie glaubt fest an Olivia als Teil des Teams, das Fitz an die Spitze bringen wird und fragt sich gar, was sie ohne Olivia machen würde.

Sie ist wieder einmal seltsam naiv, doch es könnte auch sein, dass sie zu diesem Zeitpunkt einfach noch so sehr an ihre Ehe glaubt. Vielleicht gab es diese Mellie, die uns heute naiv erscheint, bevor ihr Vertrauen missbraucht wurde und sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist: Eine Frau, die mehr an die Notwendigkeit und die Karriere glaubt als an die Liebe.

Nicht aus dem Rückblick, aber ebenfalls interessant ist Sallys Übergabe an Fitz, bei der sie ihm sagt, dass das Attentat auf ihn das angsteinflößendste Erlebnis ihres Lebens war und es nicht einfach sei, Präsident zu sein. Ihre Worte sind gut gewählt und sie scheint sie aufrichtig zu meinen. Das zeigt, dass Sally (Kate Burton) entgegen der Annahme vielleicht nicht unbedingt der Sargnagel für Fitz ist, sondern sich zu etwas anderem mausern könnte.

Dabei muss man sich auch fragen: Wer sind hier eigentlich generell die Guten? Auf den ersten Blick ist es Olivia, die sich zu dem Betrug ja ohnehin nur für ihre Liebe hat hinreißen lassen. Und auch die anderen Verschwörer haben wir mittlerweile teilweise lieben gelernt. Doch am Ende sind sie immer noch Betrüger, während Sally unseres Wissens nach nicht gelogen hat. Sie hat Mellie mit der Unterschrift bedroht, aber sie war im Recht.

Welche Grenzen dürfen Menschen wie Olivia, Cyrus und Verna überschreiten, um auf das größere Gut hinzuarbeiten? Und wenn sie die Demokratie untergraben, was unterscheidet sie dann noch von denen, gegen die sie gewinnen wollen?

Die Scandal-Autoren schaffen es immer wieder, dass man sich selbst und seine Zu- sowie Abneigungen genau überprüfen muss.

Fazit

Die Episode A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar verwebt viele, verschiedene Handlungsstränge miteinander - die Bildung von Olivias Team, der Wahlkampfbetrug, die Rückkehr nach dem Attentat - alles hängt auf die ein oder andere Art zusammen. Da macht es Spaß zuzuschauen und man kann den Eindruck, dass hier etwas zu augenscheinlich konstruiert wurde, durchaus verzeihen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 10. August 2013
Episode
Staffel 2, Episode 11
(Scandal 2x11)
Deutscher Titel der Episode
Im Schatten des Vaters
Titel der Episode im Original
A Criminal, a Whore, an Idiot and a Liar
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 17. Januar 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 9. Dezember 2013
Autor
Mark Fish
Regisseur
Stephen Cragg

Schauspieler in der Episode Scandal 2x11

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