Scandal 2x10

Die Serie Scandal hat sich schrittweise von der Methode des Falles der Woche entfernt. Die Entwicklungen um das Attentat auf den Präsidenten nimmt alle Beteiligten weiterhin voll in Anspruch. Der immer noch bewusstlose Fitz (Tony Goldwyn) wird zum neuen Klienten von Olivia (Kerry Washington) und ihrem Team.
Mellies Entscheidung
Auch wenn sie nicht immer auf einer Seite stehen und große Geheimnisse voreinander haben, eines eint Olivia, Mellie (Bellamy Young) und Cyrus (Jeff Perry): Für Fitz setzen sie alles aufs Spiel. In der Episode One for the Dog führt das alle drei auf einen extrem gefährlichen Weg. Vernas Beobachtungen säen die Angst vor Machtverlust in den Verschwörern. Sie haben ihre Karriere und ihre Freiheit riskiert um Fitz an die Macht zu bekommen und nun könnten sie alles verlieren.
Es zeigt sich, dass auch ein bewusstloser Fitz immer noch genügend Ausstrahlung besitzt, um die drei zusammenzuhalten und weit über den Rand der Legalität hinauszutreiben. Das ist vor allem für Olivia ein Problem, die sich inmitten dem Washingtoner Dschungel ihre Integrität bewahrt hat. Und das können wir bestätigen. Wir haben gesehen, dass Cyrus auch vor Mord nicht zurückscheut und Mellie hat sich immer wieder als eiskalte Planerin gezeigt. Olivia ist die einzige, die mit der Lüge um den Zustand des Präsidenten ihre persönlichen Grenzen überschreitet.
Alte Liebe oder neuer Feind?
Die Geschehnisse um Fitz und ihre Bereitschaft zum Betrug am Volk holen Olivia aus ihrem kleinen Glück mit Edison (Norm Lewis). Sie legt sich zu dem bewusstlosen Präsidenten ins Bett. Wir sind zurück im Olivia-Fitz-Drama. Edison bleibt nur eine Wahl: Zurück in die Bedeutungslosigkeit oder er mausert sich zu Olivias Feind. Schließlich schöpft er Verdacht, was wirklich zwischen seiner Freundin und dem Präsidenten vorgeht. Keins von beiden wirkt vielversprechend. So richtig zünden konnte die Figur Edison bisher nicht. Und auch in der Episode One for the Dog ist die Story um ihn eher lästig als spannend. Olivia hat ihn nicht besonders nah an sich herangelassen, doch allein seine Anwesenheit in ihrem Leben hat ihm genügend Hinweise auf eine Affäre zwischen Olivia und Fitz geliefert. Man darf davon ausgehen, dass die Story noch eine Wendung nimmt, bisher ist Edison eine Figur, auf die man gut verzichten könnte.
Familie oder Skandal?
Die Story um den Wahlbetrug liegt fürs Erste auf Eis und das ist vor allem David (Joshua Malina) zu verdanken, der sich mehr mit Huck (Guillermo Diaz) beschäftigt, als neue Informationen über die Verschwörung ans Licht zu befördern. Doch gegessen ist die Sache noch lange nicht. Außerdem bietet Davids Beschäftigung und die Abwesenheit des Babys James (Dan Bucatinsky) genügend Zeit, um seine Nase in andere Angelegenheiten zu stecken. Er ist weniger einfach davon zu überzeugen als der Rest des Landes, dass Fitz aufgewacht ist. Und er wandert damit nach wie vor auf einem schmalen Grat. Wenn er nicht locker lässt, bringt er sich in große Gefahr - und der Feind ist sein Ehemann.
Doch dann trifft er seine Tochter zum ersten Mal und man kann nur hoffen, dass das kein Abschiedsgeschenk war. Eine kurze Minute lang sieht es aus, als wenn er und Cyrus endlich zu ihrem Familienglück finden. Doch die Politik lässt Cyrus nicht los und man muss befürchten, dass James auf diese Weise nicht bereit ist, seine Story gehen zu lassen.
Wer steckt dahinter?
Wie Huck ist auch Olivia moralischer als sein Ruf. Selbst unter Folter hat er nur den einen Wunsch: Er will den Präsidenten retten. Überraschenderweise ist es ausgerechnet David, der ihm glaubt. Und das führt zu einer neuen Annäherung zwischen Olivia und dem Staatsanwalt.
Doch wirklich interessant an dieser Storyline ist immer noch die Frage, wer hinter dem Attentat steckt. Verna (Debra Mooney) hat Hollis (Gregg Henry) als Drahtzieher ausgemacht und verschwindet dann für den Rest der Episode im Nimmerwiedersehen. Sie hat starke Argumente für Hollis' Schuld, die auch wir einsehen können: Er hat große Vorteile aus Sallys neuer Präsidentschaft gezogen, er ist nicht auf Fitz angewiesen wie die anderen. Doch die Scandal-Autoren haben uns einiges über politische Intrigen beigebracht: Wichtig ist, dass man den anderen immer zwei Schritte voraus ist. Und das alles immer ein bisschen komplizierter ist als es ohnehin schon scheint. Die Erklärung, dass einzig Hollis hinter dem Anschlag steckt, ist ungewöhnlich einfach. Dürfen wir uns auf eine weitere Wendung freuen? Es fühlt sich so an.
Das offene Geheimnis
Dass Hollis hinter den Cytron-Morden steckt, scheint jedoch mittlerweile ein offenes Geheimnis zu sein, mit dem sich alle arrangiert haben. Nur eine gräbt noch immer in der Vergangenheit herum: Quinn (Katie Lowes) will die Wahrheit über ihr Leben erfahren und dafür bearbeitet sie seit einigen Episoden Huck. Nun wendet sie sich an Olivia und steht kurz davor, Erfolg zu haben. Doch dann passiert das Unglaubliche: Fitz wacht wirklich auf. Ist es der einfache Weg, den die Serienautoren aus einer ausweglosen Situation nehmen oder sind sie uns wieder zwei Schritte voraus? Hoffentlich letzteres.
Fazit
Die Episode One for the Dog ist keineswegs langweilig, doch wir sind besseres gewohnt. Während die erste Hälfte der Episode noch mit starken Charakterentwicklungen punkten kann, baut die zweite Hälfte erheblich ab. Beckys Festnahme, Hucks Freilassung, Hollis' Enttarnung, Fitz' Aufwachen, das alles wirkt ein bisschen zu einfach. Daumen drücken, dass es sich dabei um die Ruhe vor dem Sturm handelt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 4. August 2013(Scandal 2x10)
Schauspieler in der Episode Scandal 2x10
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