Terminator: The Sarah Connor Chronicles 1x01

Sarah Connor (Lena Headey) träumt wieder. Wir schreiben zwar das Jahr 1999 - und mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, seit sie Cyberdine, die Firma, die für den Bau von Skynet verantwortlich war, in die Luft gesprengt und damit den nuklearen Holocaust verhindert hat. Trotzdem hat sie nach wie vor Alpträume, dass ihr Sohn John (Thomas Dekker, Heroes) von einem Terminator gejagt wird. Also packt sie ihn und ihre Sachen, lässt ihren Verlobten (Tim Guinee) sitzen, und macht sich auf und davon.
Doch inzwischen hat nicht nur FBI-Agent James Ellison (Richard T. Jones, Judging Amy), der sie wegen des Anschlags auf Cyberdine und den - angeblichen - Mord an Miles Dyson (Joe Morton) sucht, ihre Fährte aufgenommen. Auch ein Terminator (Owain Yeoman) ist auf der Suche nach John - und wird dabei in einer Highschool in New Mexico fündig. Das Einzige, was den künftigen Anführer des menschlichen Widerstands gegen die Maschinen rettet, ist die Tatsache, dass Cameron (Summer Glau, Firefly) nicht nur das süße Mädchen aus seiner Klasse, sondern gleichzeitig auch ein Terminator ist, der zu seinem Schutz aus der Zukunft gesandt wurde. Nach den üblichen Scharmützeln mit der Killer-Maschine erfahren John und seine Mutter, dass Skynet auf eine - auch der Resistance - unbekannte Weise im Jahr 2011 online gegangen ist und sich die Zukunft danach lediglich mit ein paar Jahren Verzögerung so entwickelt hat, wie sie es eigentlich bereits verhindert geglaubt hatten.
Gemeinsam mit Cameron reisen die beiden ins Jahr 2007, um den Start von Skynet erneut zu verhindern - und die Zukunft der Menschheit zu retten.
Kritik
Mit Terminator: The Sarah Connor Chronicles hält ins Fernsehen Einzug, was man bislang nur aus Tie-In-Romanen zu Filmen oder Fernsehserien kannte: Dass sich eine Serie in zwei parallele Welten aufspaltet, die keine narrative Kontinuität mehr aufweisen. Denn während der Kinofilm „Terminator 3 - Rise of the Machines“ (2003) von einem erwachsenen John Connor erzählt, der ohne seine Mutter erneut gegen die Maschinen antreten muss, schlägt die neue TV-Serie erzählerisch einen völlig anderen Weg ein - und knüpft inhaltlich wie stilistisch unmittelbar an „Terminator 2“ (1991) an.
Allein, dass mich Terminator: The Sarah Connor Chronicles für eine Dreiviertel Stunde die völlige Verkehrung des Cameronschen Terminator-Universums (Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt - wir können etwas bewirken) in sein Gegenteil (Wir können den Untergang nicht verhindern - wir sind dem Schicksal ausgeliefert), wie es in „Terminator 3“ zu beobachten war, hat vergessen lassen, ist der Serie bereits als Verdienst anzurechnen. Auch wenn James Cameron mit dieser Fortsetzung seiner Filmreihe nichts mehr zu tun hat, steht sie ihm doch im Geiste näher als der letzte Terminator-Aufguß im Kino.
Mit einem Problem hat sich allerdings auch die Serie herumzuschlagen: Nämlich mit der Tatsache, dass Cameron „seinen“ Terminator im Jahr 1991 mit einem Film abgeschlossenen hat, der nicht nur in sich ein Meisterwerk war, sondern auch anders als sein Vorgänger aus dem Jahr 1984 im Grunde keinerlei Spielraum für eine Fortsetzung gelassen hat. Im Gegenteil: Das Ende von „Terminator 2“ ist so rund, so dramaturgisch schlüssig, so... Großes Kino, dass ich persönlich nie den Wunsch verspürt habe, eine Fortsetzung dieser Geschichte zu sehen.
Um doch weitermachen zu können, muss die Serie etablieren, dass die Sprengung von Cyberdine für die Katz war - und Skynet doch irgendwie gebaut werden konnte. Und genau in diesem „irgendwie“ liegt die Crux. Vielleicht finden die Autoren dafür ja später noch irgendeine intelligente Erklärung. Soweit es den Piloten betrifft, wirkt es jedoch nur plump und aufgesetzt.
Das zweite große Problem der Serie sind ihre Schauspieler und Figuren: Lena Headey ist nicht Linda Hamilton, Thomas Dekker ist nicht Edward Furlong und Owain Yeoman ist ganz sicher kein Arnold Schwarzenegger. Nun könnte man einwenden, dass dieser Punkt ja nun schon lange vorher klar war. Aber erst wenn man den Piloten von Terminator: The Sarah Connor Chronicles wirklich sieht, merkt man, wie sehr die Figuren und ihre Schauspieler in den Kinofilmen zu einer Einheit verschmolzen sind. Zu dem, was der britische Filmwissenschaftler David A. Black einen „Charactor“ nennt, eine Figur, die untrennbar mit dem verbunden ist, der sie (zuerst) gespielt und geprägt hat.
Es mag sein, dass sich dieser Eindruck im Laufe der Zeit verflüchtet. Doch hatte ich zumindest während des gesamten Piloten das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Dass das nicht die Figuren sind, wie ich sie kennengelernt habe. Was das angeht, hat allerdings auch das Drehbuch den Charakteren einen Bärendienst erwiesen: So ist Sarah („Nobody is safe!“) so brüsk und paranoid als hätte es das Ende von T2 nie gegeben. Während John sich aus einem frechen, schlagfertigen Jungen, der sich „streetwise“ allein durchs Leben schlagen konnte, in einen verweichlichten Grübler verwandelt hat, dessen eigene Zweifel an seinen Fähigkeiten, die Menschheit zu retten, auf Grundlage dieser Pilotepisode mehr als berechtigt scheinen.

Was nun den (Killer-) Terminator betrifft, sind seine Actioneinlagen zwar makellos und für eine TV-Serie wahrhaft beeindruckend in Szene gesetzt, trotzdem ist er weit, sehr weit von der brachialen Urgewalt eines Schwarzeneggers aus Teil 1 oder der geschmeidigen Boshaftigkeit eines Robert Patrick aus Teil 2 entfernt. Summer Glau als der beschützende Terminator hat da, so auch Assoziationen mit ihrer Rolle in Firefly nicht ausbleiben, den großen Vorteil, dass sie nicht in der Verlegenheit steht, sich in dieser Weise von den Film-Vorbildern absetzen zu müssen. Man darf gespannt sein, wie sich ihre Figur entwickeln wird.
Fazit
Ich persönlich halte die beiden ersten Terminator-Filme für zwei der größten Meilensteine des post-klassischen Hollywood-Kinos, die in keiner Weise - weder im Kino noch im Fernsehen - einer Fortsetzung bedurften. Ich will nicht ausschließen, dass diese Haltung in mein Urteil über Terminator: The Sarah Connor Chronicles mit einfließt. Nun ist die Serie aber einmal da. Sie ist absolut hochwertig produziert. Und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mir nicht ein Schauer über den Rücken gelaufen ist, als am Ende der Episode das Terminator-Thema von Brad Fiedel erklang.
Ich denke, dass ich der Serie, so groß meine Bauchschmerzen auch sind, eine Chance geben werde. Allein um zu sehen, ob es ihr in irgendeiner Weise gelingt - jetzt, wo die Basics der Geschichte etabliert sind - ein eigenständiges Profil zu entwickeln und damit zu einem wenn auch nicht gleichwertigen, aber doch würdigen Ableger der Kinofilme zu werden.
Verfasser: Christian Junklewitz am Donnerstag, 26. Juli 2007Terminator: The Sarah Connor Chronicles 1x01 Trailer
(Terminator: The Sarah Connor Chronicles 1x01)
Schauspieler in der Episode Terminator: The Sarah Connor Chronicles 1x01
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