Saint-Pierre 1x01

Saint-Pierre 1x01

Ein isoliertes Inselparadies wird zum Schauplatz dunkler Geheimnisse. Fitz und Arch ermittelen in einem Mordfall der ihn in die tiefen Abgründe einer verschlossenen Gemeinschaft führt.

Fitz (Allan Hawco) und Arch (Josephine Jobert) im Serienauftakt von Saint-Pierre
Fitz (Allan Hawco) und Arch (Josephine Jobert) im Serienauftakt von Saint-Pierre
© CBC

Fitz (Allan Hawco, Republic of Doyle) hat den Premierminister von Neufundland vor der Schule seiner Kinder verhaftet. Soweit so gut. Das Problem, jener Politiker, der zufälligerweise auch noch der neue Geliebte von Fitz' Ex-Frau ist, lässt seine Beziehungen spielen und lässt Fitz nach Sankt Pierre und Miquelon, einem französischen Überseegebiet an der Südküste Neufundlands, versetzen.

Dort angekommen trifft er auf seiner neuen Partnerin, die stellvertretende Polizeichefin Arch (Josephine Jobert), die man noch aus Death in Paradise kennen sollte. Sogleich stellen Arch und ihr Chef Marcus Villeneuve (Benz Antoine) fest: Der Mann wird seekrank. Was hat der dann auf einer Insel zu suchen?

Fitz (Allan Hawco) kurz vor der Ankunft auf Saint-Pierre
Fitz (Allan Hawco) kurz vor der Ankunft auf Saint-Pierre - © CBC

Ein Kriminalfall mit vielschichtigen Nuancen

Die Handlung der Pilotfolge dreht sich um den Mord an Gabby Kennedy (Fiona Highet), der charismatischen Anführerin einer lokalen Kommune. Sie wurde in einer Kirche erschossen aufgefunden. Fitz und Arch nehmen die Ermittlungen auf, doch ihre Arbeit wird schnell durch die sozialen und politischen Spannungen der Insel erschwert.

Die Liste der Verdächtigen ist lang und vielschichtig: An erster Stelle steht der einflussreiche Landbesitzer Sean Gallagher, verkörpert von James Purefoy, dessen undurchsichtige Machenschaften und autoritäres Auftreten ihn schnell in den Fokus der Ermittlungen rücken.

Doch auch die Mitglieder der Kommune, die unter der charismatischen Führung von Gabby zunächst zu einer scheinbar harmonischen Gemeinschaft zusammengewachsen waren, gerieten ins Visier. Denn obwohl die Kommune unter ihrer Leitung zunächst aufblühte und ein Ort der Zusammenarbeit und des Idealismus zu sein schien, brodelten unter der Oberfläche und es gab stets Konflikte, Eifersüchteleien und Machtkämpfe.

Am Ende wird das Rätsel natürlich gelöst und man macht eigentlich genau das, was das Team auf St. Marie in „Death in Paradise“ auch tut: Man genehmigt sich in einer Bar einen Drink. Und, als hätte man es erahnt, verstehen sich Fitz und Arch am Ende doch besser und Arch gibt mehr über sich persönlich frei, ipel, dass sie nicht von der Insel stammt, sondern aus Paris. Und kurz bevor die Episode vorbei ist, kommt noch der staffelübergreifende Bogen zum Drogendealer Gallagher.

Ein Highlight der Episode ist die Darstellung der Ermittler selbst. Fitz ist ein erfahrener, aber gebrochener Mann, dessen Vergangenheit in jeder seiner Entscheidungen mitschwingt. Hawco bringt diese Komplexität hervorragend zum Ausdruck, ohne in Klischees abzurutschen. Arch hingegen ist pragmatisch, effizient und zielstrebig, eine Frau, die in einer männlich dominierten Welt ihren Platz behauptet.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist sofort spürbar, wobei die Spannungen und Unterschiede zwischen ihren Charakteren die Dynamik zusätzlich unterstreichen. Dieser Kontrast wird in der Episode nicht überstrapaziert, sondern dient als Fundament für eine vielversprechende Partnerschaft.

Das Team der Polizei von Saint-Pierre
Das Team der Polizei von Saint-Pierre - © CBC

Einführung in die Welt von Saint-Pierre

Die Serie „Saint-Pierre“ entführt die Zuschauer in ein ungewöhnliches und atmosphärisches Setting: die isolierte Inselgemeinde Saint-Pierre und Miquelon, ein französisches Überseegebiet nahe der kanadischen Küste. Ja, die Inseln sind französisch und damit teil der Europäischen Union. Es wird mit Euro bezahlt und auch sonst ist alles sehr französisch.

Die Serie nutzt ihr Setting meisterhaft, um eine düstere und zugleich faszinierende Atmosphäre zu schaffen. Die zerklüfteten Küsten, die engen Straßen der Insel und die allgegenwärtige maritime Kultur geben der Handlung eine visuelle und emotionale Tiefe, die weit über die typische Ästhetik einer Polizeiserie hinausgeht. Bereits in der ersten Folge wird klar, dass die Umgebung nicht nur Kulisse, sondern ein eigenständiger Charakter ist, der die Handlung entscheidend beeinflusst.

Fazit: Ein vielversprechender Start mit Potenzial

Die Serie ist zu Beginn doch schon sehr französisch. Klar muss man, wenn man schon in einem französischen Überseegebiet ist, auch französische Musik in der Episode verwenden und jeder spricht irgendwie französisch. Dafür gibt es dann zwar Untertitel, aber das war dann doch gerade am Anfang etwas viel. Bei Death in Paradise, eine englisch/französische Koproduktion macht man das weniger übertrieben. Trotzdem ist jetzt von C'est toi von Satine Wallé in meinem Ohr. Danke Wayne Warren!

Mit „Saint-Pierre“ hat Allan Hawco eine Serie geschaffen, die sich durch ihr einzigartiges Setting, ihre komplexen Charaktere und ihre visuelle Raffinesse auszeichnet. Die erste Episode,Queen Bee, legt einen soliden Grundstein, der Fans von Krimiserien ansprechen dürfte. Die Chemie zwischen Fitz und Arch ist ein zentrales Element, das die Serie trägt und Lust auf mehr macht. Gleichzeitig deutet die Pilotfolge an, dass Saint-Pierre bereit ist, tiefere Themen wie Isolation, Schuld und moralische Grauzonen zu erkunden, ohne dabei den Unterhaltungswert aus den Augen zu verlieren.

Man kann getrost die Serie weiterschauen: 4,5 von 5 Croissants.

Verfasser: Mariano Glas am Mittwoch, 8. Januar 2025

Saint-Pierre 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Saint-Pierre 1x01)
Titel der Episode im Original
Queen Bee
Länge der Episode im Original
43 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Montag, 6. Januar 2025 (CBC)

Schauspieler in der Episode Saint-Pierre 1x01

Darsteller
Rolle
Benz Antoine
Erika Prevost
Jean-Michel Le Gal

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