Rizzoli & Isles 5x18

Die Episode Family Matters beendet eine ereignisreiche Staffel der Serie Rizzoli & Isles. Vieles ist passiert, der Tod des Frost-Darstellers Lee Thompson Young im Alter von 29 Jahren hat die Crew vermutlich hart getroffen, innerhalb der Story haben sowohl Jane (Angie Harmon) als auch Maura (Sasha Alexander) schmerzhafte Trennungen durchlebt und Jane hat obendrein noch ihr Baby verloren. Im Staffelfinale tragen die Autoren diesen Ereignissen Rechnung und holen für ein umfassendes Happy End auch Tasha (Jaz Sinclair), eine der Leidtragenden der letzten Kriminalfälle, wieder zurück auf die Mattscheibe.
Trauer gehört zum Leben
Das Thema, das sich verständlicherweise durch die zweite Hälfte dieser Rizzoli & Isles-Staffel zieht, ist der Tod des Schauspielers Lee Thompson Young. Als Detective Frost war er fester Bestandteil der Gang. Nach seinem Freitod im wahren Leben schrieben die Autoren einen tödlichen Autounfall ins Drehbuch, beides Ereignisse, die die Hinterbliebenen in der Regel unvorbereitet treffen und hilflos zurücklassen.
Auch wenn alle weiterhin eng zusammenhalten, hat der Abschied des jungen Ermittlers eine neue Entwicklung innerhalb der Gruppe in Gang gesetzt, die einzelnen Mitglieder haben sich nach den schockierenden Ereignissen für sich mit den großen Fragend es Lebens auseinandergesetzt.
Angela (Lorraine Bracco) hat ihre Beziehung zu Cavanaugh (Brian Goodman) beendet, der daraufhin in der Versenkung verschwunden ist. Korsak (Bruce McGill) hat sich mit dem Gedanken an seinen Ruhestand befasst. Der Ersatz für Frost, die junge Nina Holiday (Idara Victor) schlägt sich gut im Team, hat bisher aber noch keinen persönlichen Zugang zu ihren Arbeitskollegen gefunden. Am Ende sind also vor allem Maura und die Familie Rizzoli zurückgeblieben. Dafür haben die Macher Susie (Tina Huang) immer öfter in die Story gezogen, was Spaß macht, denn mit Susie im Rücken hat Maura ihre eigene Gang, die an ähnlichen Dingen interessiert ist.
Und am Ende, das zeigt die Episode Family Matters wieder gezeigt, haben die schlimmen Erlebnisse und die Trauer die Freunde enger zusammen gebracht. Doch das ist nicht das einzige, was man aus dem Staffelfinale mitnehmen kann. Wir lernen, dass jeder Trauer und Schock auf seine eigene Weise verarbeitet, aber man darf sich nicht erlauben, in Starre zu verfallen.
Maura besucht eine Sauna der besonderen Art und auch wenn wir sie dahin nicht begleiten können, erfahren wir, dass sie einige interessante Ideen dort hatte. Nicht nur privater Natur, auch in beruflicher Hinsicht hat der kleine Ausflug ihr weitergeholfen. Sie hat die zündende Idee, die schließlich zu den Täterinnen führt.
Auch Jane gönnt sich ihren kleinen Moment Auszeit, alleine am Brunnen bei melancholischer Musik sitzt sie und denkt an das, was geschehen ist. Sie hat ein Erlebnis der übersinnlichen Art als sie einen Mann verfolgt, der sie schließlich an ihren eigenen Schreibtisch bringt und eine Art letzte Verbeugung vor dem verstorbenen Frost darstellt.
Urvertrauen ist das Wichtigste
So hart die letzten Monate auch waren, die Rizzoli & Isles-Macher bleiben sich treu. Sie servieren uns kein gekünsteltes Happy End, bei dem alle übertrieben glücklich wirken, sie schenken uns herzenswarme Momente, die für die fiesen Seiten entschädigen und meist auf Freundschaft beruhen. Zusammen kann man vielleicht nicht alles schaffen, aber alles ist viel einfacher zu ertragen, das ist die Botschaft, die Jane, Angela und die anderen uns jede Episode aufs Neue rüberbringen. Wichtig ist nur, dass man sich gegenseitig achtet, zuhört und vor allem nicht vergisst.
Symbolisch dafür steht das Ende der Episode Family Matters, in dem die Gang Tasha genau die Hilfe leistet, die sie braucht. Sie ermöglichen ihr ein Studium indem sie sie finanziell unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto. Korsak verbindet das Stipendium mit dem verstorbenen Kollegen. Kaum etwas könnte mehr nach Familie aussehen. Denn so sollte es sein: von manchen muss man sich verabschieden während andere gerade erst ins Leben starten, es ist ein Kreislauf, im besten Fall gefüllt mit gegenseitiger Hilfe und Unterstützung.
Und wenn man wie Jane, die andere Familienmitglieder, wie Maura, davon abhält, eine falsche oder zumindest unerwünschte Art von Hilfe zu leisten, dann bekommt man auch die Gelegenheit, in richtiger Weise einzugreifen.
Doch manchmal ist auch der beste Beistand von Freunden und Familie nicht genug. Jane hat ihr ungeborenes Baby verloren und ihren Kollegen beerdigen müssen in dieser Staffel. Da hilft nur noch die Gewissheit, dass das Leben weiter geht und besser wird. In Janes Fall ist es schon fast ein bisschen zu klischeehaft, dass eine Putzfrau ihr das im nächtlichen Büro unterbreitet als sie gerade dabei ist, Frosts Schreibtisch zu putzen. Doch im Grunde ist diese Szene nur ein Sinnbild für die Zuversicht und das Urvertrauen, das jeder in sich selbst finden muss. Es gibt im Moment keinen Hinweis darauf, dass es besser wird, aber das wird es werden, davon ist Jane überzeugt, denn die Alternative wäre, zu verbittern. Diese Erkenntnis ist ein schönes Ende für eine Staffel voller tragischer Ereignisse.
Fazit
Das Staffelfinale Family Matters bringt eine starke, aber auch stellenweise tragische Staffel zu einem emotionalen Abschluss, genauso, wie man es erwarten durfte. Die Rizzoli & Isles-Crew erinnert an ihren verstorbenen Kollegen und ruft uns zu, dass man Trauer auf unterschiedliche Arten verarbeiten kann, aber auf keinen Fall den Glauben nicht verlieren darf, auch wenn es noch keinen Hoffnungsschimmer gibt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 18. März 2015(Rizzoli & Isles 5x18)
Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 5x18
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