Revolution 2x01

Revolution 2x01

In der ersten Revoluton-Staffel lief einiges nicht rund. Jetzt scheinen die Autoren die Ärmel hochgekrempelt zu haben. Die Premiere zeigt den neuen Weg, den die NBC-Serie gehen soll, führt neue Gesichter ein und schickt die bekannten auf neue Pfade.

Billy Burke in „Revolution“ / (c) NBC
Billy Burke in „Revolution“ / (c) NBC

Nach einer ziemlich durchwachsenen ersten Staffel kehrt Revolution mit einer Menge an Zeitsprüngen zurück, die uns temporeich erzählen sollen, was in unserer Abwesenheit geschah. Die Erzählung springt von der Gegenwart zurück in die Zukunft und offenbart die direkten Auswirkungen der nuklearen Anschläge. Wie die Flashbacks zeigen, konnten Aaron (Zak Orth) & Co. das Schlimmste nicht verhindern. Und die Lichter sind wieder einmal ausgegangen.

Die Misere dieser fiktionalen Welt ist noch größer geworden - Flüchtlingslager, Willkür, Not. Aber mittendrin begrüßt ein Schild den Zuschauer - New Vegas. Egal wie sehr die Welt auseinander gepflückt ist, zwei Dinge werden die Menschen nie aufgeben - Sex und Glücksspiele. Man kann über die Erzählung noch keine großen Schlussfolgerungen ziehen, aber die Atmosphäre der ersten Episode ist ziemlich gelungen.

Da die meisten Aufnahmen nachts sind, erzeugen die vielen brennenden Lichter den trügerischen Eindruck, als wäre der Strom wieder da. Aber das stimmt nicht. Allerdings gibt es Hoffnung. Wenn das Licht einmal wieder da war, dann könnte die Elektrizität wieder eingeschaltet werden. Nur mit welchen Auswirkungen?

New Vegas © NBC
New Vegas © NBC

Revolution vergeudet keine Zeit, um uns zu zeigen, welche Mächte in der neuen Staffel wirken werden - die alte amerikanische Regierung samt Präsidenten und eine Schar mordender und vergewaltigender Männer, dessen Oberhaupt als ein freundlicher Psychopath eingeführt wird. Da wir von beiden Gruppierungen herzlich wenig wissen, scheinen unsere alten Bekannten auf einmal viel interessanter.

Monroe (Lemuel Heida) und Neville, die ihre Machtpositionen verloren haben, sind als verbitterte, „normale“ Bürger die absoluten „Wildcards“, die nichts zu verlieren haben, aber Machtverhältnisse jederzeit beeinflussen können. Die Kombination aus der Verbitterung und den paar humorvollen Seitenhieben (Aaron und die „Duchovnyan“-Events oder „David Schwimmer performing in our tent, the last surviving Friend! All your favorite episodes!“) funktioniert ziemlich gut.

In der ersten Staffel hat sich Revolution selbst zu ernst genommen ohne wirklich etwas Ernstes zu erzählen und das hinterließ einen faden Beigeschmack. Es ist trotzdem zu früh von einem gelungenen Showrunner-Wechsel zu sprechen. dafür brauchen wir noch ein paar Episoden, um den Weg zu erkennen, den „Revolution“ jetzt gehen will.

Die NBC-Serien bleiben in manchen Punkten nach wie vor „cheesy“. Damit sind die weiblichen Figuren gemeint, Rachel und Charlie, die weiterhin sinn- und zwecklos am Ganzen teilnehmen. Wir sollten vermutlich an Charlies One-night-stand erkennen, dass sie schon erwachsen ist und allein die Welt in den Griff bekommen kann, aber ihre Bildschirmpräsenz bleibt (noch) uninteressant. Obwohl Charlie (Tracy Spiridakos) die Monroe jagt, besser ist als Charlie, die herumnörgelt.

Miles (Billy Burke) gibt ihr den Ratschlag: „Try and keep your stupid to a minimum.“ Nun, das wird wohl schwer... Rachel, die laut Flashbacks in einen katatonischen Zustand fiel, hat sich von einer selbstständigen, zielstrebigen Frau zu einem willenlosen Schatten entwickelt. Rachel (Elizabeth Mitchell) lädt die ganze Schuld auf sich - sie hat alles in Gang gebracht und sie konnte die Katastrophe zweimal nicht aufhalten. Da es mehr oder weniger der Wahrheit entspricht und die Figur es weiterhin plakativ vor sich hin trägt, ist es schwer für sie etwas zu empfinden oder aber Mitleid mit ihr zu haben.

In der ersten Staffel hatte man das Gefühl, dass die Figuren schlechte Entscheidungen trafen, um dem Plot zu dienen. Die Premiere der zweiten Staffel schafft es daraus etwas Positives zu gewinnen, nämlich die Figuren eben mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen zu konfrontieren.

Und Jason (J.D. Pardo) und Tom Neville (Giancarlo Esposito) sind auf sich allein gestellt und auf der Suche nach Julia, die vermutlich beim atomaren Anschlag verstorben ist. Neville hadert so sehr mit der Situation, dass er bereit ist, sich das Leben zu nehmen.

Aber die Ankunft der sogenannten Patriots, der US-Regierung, holt ihn aus diesem Zustand und gibt dem Bluthund in ihm einen neuen Sinn - nämlich herauszufinden, welches Spiel die Patriots spielen. Denn Randall handelte anscheinend auf Befehl des Präsidenten und löschte im Grunde die Konkurrenz aus.

Dieses Rätsel ist nicht das einzige, welches die Premiere aufwirft, denn die plötzlich auftauchenden Schwärme von Glühwürmchen und Aarons Auferstehung, nachdem er niedergestochen wird, lassen auf mehr Sci-Fi in dieser Staffel hoffen.

Try and keep your stupid to a minimum.“ Wenn sich Revolution den Ratschlag ihrer eigenen Figur zu Herzen nimmt und nach dieser gelungenen Premiere noch mehr an Fahrt aufnehmen kann und weitere Unzulänglichkeiten beseitigen, dann könnten die Lichter wieder angehen.

Verfasser: Mariano Glas am Samstag, 28. September 2013
Episode
Staffel 2, Episode 1
(Revolution 2x01)
Deutscher Titel der Episode
Falsche Patrioten
Titel der Episode im Original
Born in the U.S.A.
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 25. September 2013 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 30. Januar 2015
Autor
Eric Kripke
Regisseur
Steve Boyum

Schauspieler in der Episode Revolution 2x01

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