Revolution 1x19

„But what the hell? Just another Monday!“ (Zufall oder ein Versuch in Selbstreferentialität? Für die Figuren ist also auch Montag)
Das passiert in der Revolution-Folge Children of Men:
Rachel (Elizabeth Mitchell) zündet die Handgranate, sie wird jedoch von Monroes (David Lyons) Leuten überwältigt, welche dafür sorgen, dass die Granate außerhalb des Zelts explodiert. Zusammen mit Rachel und Randall (Colm Feore) und einem Trupp Soldaten marschiert Monroe zum Turm. Randall findet immer noch nicht Einlass, dafür aber Rachel. Gemeinsam dringen sie in die Anlage ein. Was sie nicht ahnen: schon sehr bald schließen sich hinter ihnen die Türen wieder. Und kurz bevor sie ihr Ziel auf Ebene 12 erreichen, lauern ihnen im Dunkeln unbekannte Kämpfer auf, deren Bewaffnung wahrhaft furchteinflößende Wirkung hat. Rachel kann in einen VIP-Bunkerraum flüchten, wo sie wenige Augenblicke später gemeinsam mit Monroe festsitzt.
Miles (Billy Burke), Charlie (Tracy Spiridakos), Nora (Daniella Alonso), Neville (Giancarlo Esposito) und Jason (J.D. Pardo) sind unterdessen mit ihrem Hubschrauber in der Nähe gelandet. Sie stoßen auf Aaron (Zak Orth), von dem sie erfahren, wo Rachel und Monroe abgeblieben sind. Gemeinsam tüfteln sie einen Plan aus, wie sie an Monroes Soldaten vorbei in den Turm kommen wollen..
Grausiges Spektakel
Revolution lässt es in der vorletzten Episode der erste Staffel wieder richtig knallen. Streckenweise kommt einem die Folge wie eine einzige langgezogene Schießerei vor. Was gar nicht mal das Schlechteste ist: Denn ein bisschen ist es ja mit Revolution wie in Deutschland mit Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei. Wenn die Macher eines wirklich gut können, dann ist es die Action! Egal ob Explosionen, die Feuerstöße aus den Sturmgewehren oder die von den Prototyp-Waffen zerfetzten Leiber - das alles ist wirklich grandios und mit maximalem audio-visuellem Effekt in Szene gesetzt. Klar, es ist eine militaristische Ästhetik, es ist eine Ästhetik des Krieges, aber immerhin die beherrschen die Produzenten wirklich gut.
Vor allem die ultramodernen Gewehre, deren Kugeln elektromagnetisch beschleunigt werden, sind ein wirklich toller Einfall der Macher: Sie sind nicht nur dazu gut, die physische Gewalt - siehe die blutig in Stücke gerissenen Körper - auf ein bis dato unerreichtes Level zu heben (von dem sich Produzenten in der nächsten Staffel aber wohl werden verabschieden müssen, sobald die Serie um 20 Uhr ausgestrahlt wird). Nein, sie tragen durch ihre grauenhafte Wirkungsweise und die Überlegenheit, die sie damit demonstrieren, auch in einem erheblichen Maße zum Spannungswert der Folge bei.
Neville
Die Geschichte als solche ist vom Hauptplot her sehr simpel gehalten: Miles & Co. folgen dem Monroe-Trupp in den Turm, wo sie auf eine bis dahin unbekannte, feindliche Gruppe treffen. Interessant sind in Children of Men eher die beiden Nebenstränge: Neville versucht, nachdem er gemeinsam mit Jason gefangen genommen wurde, die Truppen Monroes zur Meuterei gegen ihren obersten Befehlshaber aufzustacheln. Dabei geht es uns als Zuschauer ganz ähnlich wie dem Captain (Omid Abtahi): Wir fragen uns, ob man Neville vertrauen, oder ob er nicht irgendeinen teuflischen Plan in der Hinterhand hat. Als der Captain ihn befreit und ihm auch noch die Waffe in die Hand drückt, da hätte der Rezensent fast damit gerechnet, dass Neville ihn hinterrücks erschießt (vielleicht um erneut die Seite zu wechseln), was dann jedoch nicht eintritt. Es spricht jedoch für das Spiel von Giancarlo Esposito, dass dieser Verdacht überhaupt aufkommt - und eigentlich ansonsten von den Dialogen her eher durchschnittlichen Szenen eine Doppelbödigkeit abgewinnt.
Rachel
Ebenfalls nicht uninteressant sind die Szenen, in denen Rachel und Monroe gemeinsam im „Cheney-Bunker“ sitzen. Sie würde ihn am liebsten umbringen, doch was ist, wenn sie ihn tatsächlich brauchen sollte, um hier lebend wieder herauszukommen? Ist sie wirklich bereit, ihr eigenes Leben zu opfern. So halbherzig, wie sie ihre Handgranaten-Attacke angegangen ist, kann man daran ähnlich wie Monroe tatsächlich ernste Zweifel hegen. Gelungen ist an dem Plot, dass Rachel, die Monroe die Schuld für den Tod ihres Sohnes gibt, umgekehrt, wie wir an den Rückblenden absehen können, selbst von schweren Schuldgefühlen wegen des Blackouts geplagt wird (der, wie wir nun erfahren, zwar ein Unfall, aber als solcher durchaus absehbar gewesen ist, was zumindest einen der Widersprüche in der Serie halbwegs zufriedenstellend auflöst).
Weniger gelungen ist der rührselige Anfall von Reue, in den Monroe verfällt. Und der natürlich schon kurze Zeit später wieder vergessen ist, als er mit der Super-Gun im Arm seinem Widersacher entgegentritt.
Abschied von der Moderne
Dass Randall und Grace (Maria Howell) die ganze Zeit über nichts davon bemerkt haben, dass eine riesige Community mit ihnen im Turm lebt, und dass diese Randall überhaupt so lange hat gewähren lassen und ihm erst bei seiner Rückkehr den Zutritt verweigert, gehört zu den Dingen in Revolution, über die man wohl einfach besser nicht weiter nachdenkt. Es führt zu nichts.
Glenn Morshower (24) fällt derweil als Anführer der im Turm Zurückgebliebenen die undankbare Aufgabe zu, noch einmal die bizarre Ideologie zu entfalten, dass eine Welt ohne Strom besser, weil weniger kriegerisch sei. Und damit das auch so bleibt, hat er sich mit seinen Leuten hier eingebunkert. Wer braucht schließlich schon Sonnenschein, wenn er riesige Super-Gewehre hat? Und Bücher, die fortschrittliches = gefährliches Wissen enthalten, die werden sowieso am besten gleich verbrannt.
Das wirklich Beängstigende daran ist, dass diese im Kern anti-moderne und anti-aufklärerische Haltung, die den Fortschritt ablehnt und das Heil in einer Rückkehr zur Vergangenheit sucht, etwas ist, das in Tea-Party-Kreisen durchaus auf Zustimmung stoßen könnte. Und etwas, womit sich Revolution zwar nicht gemein macht (Aaron versucht, das Verbrennen des Buches zu verhindern), aber doch liebäugelt (Grace).
Fazit
Einen Vorteil hätte eine Welt ohne Strom natürlich: es gäbe kein Fernsehen und damit auch kein Revolution. Warum trotzdem vier Sterne? Weil die Serie ihren Anspruch zwar erheblich abgesenkt, auf das Niveau einer Action-Baller-Produktion. Diesem wird sie allerdings durchaus gekonnt gerecht.
Trailer zum Staffelfinale 1x20 „Dark Tower“
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 29. Mai 2013(Revolution 1x19)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x19
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?