Revolution 1x04

Revolution 1x04

So dicht standen sie noch nie davor, Danny zu befreien. Da kommen ihnen ein Streit zwischen Charlie und Miles, aber vor allem ein Haufen riesiger Hunde in die Quere, deren Besitzer auch nicht ohne ist.

Und dabei dachte ich immer, man soll nicht vor Hunden davonlaufen... / (c) NBC
Und dabei dachte ich immer, man soll nicht vor Hunden davonlaufen... / (c) NBC

Das passiert in der Revolution-Folge The Plague Dogs:

Charlie (Tracy Spiridakos), Miles (Billy Burke) und Nora (Daniella Alonso) locken einen MilizionĂ€r in die Falle, von dem sie in Erfahrung bringen, dass sie Captain Neville (Giancarlo Esposito) und dem gefangenen Danny (Graham Rogers) dicht auf den Fersen sind. Am vereinbarten Treffpunkt stoßen sie außerdem wieder auf Maggie (Anna Lise Phillips) und Aaron (Zak Orth). Alles könnte so reibungslos laufen, wenn es nicht Streit zwischen Miles und Charlie gĂ€be, weil er ihr nichts ĂŒber seine Vergangenheit erzĂ€hlen will - und er ohnehin nicht genau weiß, was er auf dieser Mission verloren hat. Er Ă€ndert seine Meinung jedoch, als die Gruppe von einem Haufen gefĂ€hrlicher Hunde attackiert wird, deren Besitzer sogar noch gefĂ€hrlicher ist.

Unterdessen sucht die Einheit von Captain Neville Schutz vor einem heraufziehenden Sturm. Danny nutzt die Gelegenheit zur Flucht. Aber er kommt nicht weit. Neville holt ihn ein. Bevor er ihn aber zurĂŒckbringen kann, sehen sie sich einem Tornado gegenĂŒber und mĂŒssen sich gemeinsam in Sicherheit begeben...

FamiliÀre Bindung

In emotionaler Hinsicht ist The Plague Dogs eine durchaus stimmige Episode, welche das Thema familiĂ€rer Bindung in unterschiedlichen Variationen durchdekliniert: Maggie hat durch die Folgen des Blackout jede Möglichkeit verloren, ihre Kinder in England wiederzusehen (weil alle Dampf- und Segelschiffe offenbar im Krieg und auf der Suche nach Baumaterialien zerstört worden sind). Die Verzweiflung darĂŒber hĂ€tte sie fast in den Suizid getrieben. Doch Ben (Tim Guinee) gab ihr eine neue Familie. Rachel (Elizabeth Mitchell) wiederum hat, so schwer es ihr auch fiel, ihre Familie verlassen, um sich aus noch nicht geklĂ€rten GrĂŒnden in die HĂ€nde der Miliz zu begeben.

Miles dagegen scheint der Gedanke, seine Nichte allein zu lassen, keine großen Schwierigkeiten zu bereiten. Er hat keine Bindung zu ihr. Von daher ist es nur verstĂ€ndlich, dass er sich, als Charlie ihn nervt, mit dem Gedanken trĂ€gt, seine Sachen zu packen und zu verschwinden. Welcher Zuschauer könnte ihm das verdenken? Wenngleich man in aller Fairness sagen muss, dass Charlie in The Plague Dogs weniger nervt als in den vorangegangenen Folgen, was vor allem daran liegt, dass ihre Fragen nach Miles' Vergangenheit ja nicht ganz von der Hand zu weisen sind (und im Lichte des Cliffhangers eine grĂ¶ĂŸere Berechtigung denn je haben). Hier ist es eher Miles, der vor allem in der ersten HĂ€lfte der Folge einschnappt („I am getting my sword, if that's okay with you...“), dass es schon keinen Spaß mehr macht.

Im Grunde dreht sich der gesamte A-Plot der Folge nur darum, Miles eine Bindung zu Charlie zu geben. Dadurch, dass sie - wenn auch reichlich willkĂŒrlich (der durchgeknallte Kampfhund-Besitzer, von dem nie so ganz klar ist, was er ĂŒberhaupt will: Rache? Einen Ersatz fĂŒr seine Tochter?) - in höchste Gefahr gerĂ€t, wird sein BeschĂŒtzerinstinkt geweckt. Und indem die Folge ihr am Ende mit dem Tode Maggies eine der wenigen verbliebenen Bezugspersonen nimmt, motiviert das Miles, schließlich doch bei ihr zu bleiben. Das ist - freundlich formuliert - sehr klassisch erzĂ€hlt. Auf eine Weise, wie man es schon in Dutzenden Heldengeschichten gesehen hat.

Vom Winde nicht verweht

Die einzige nennenswerte Überraschung daran ist tatsĂ€chlich der Tod von Maggie. Auch wenn diese - bis zur aktuellen Folge - eine nur eher unscheinbare Nebenfigur gewesen ist. Und damit entsprechend entbehrlich.

Eine echte Überraschung wĂ€re es wohl gewesen, wenn Danny Captain Neville hĂ€tte sterben lassen. Doch auch dieser Handlungsstrang lĂ€uft eher in gewohnten Bahnen ab: Gegnerische Figuren werden durch Ă€ußeres Ereignis zusammengepfercht. In einer Krisensituation hilft der eine dem anderen, was aber nicht belohnt wird, sondern sich fĂŒr ihn böse rĂ€cht. Alles andere wĂ€re - zumal angesichts der generell sehr pessimistischen Sicht auf den Menschen in Revolution - auch eine große Überraschung gewesen. Ansonsten fĂ€llt der Plot nur durch eine Frage und einen technischen Fehler auf.

Die Frage: Wir sehen zwar nicht direkt Blitze. Es ist jedoch ein Gewittergrollen zu hören. Wie kann es Gewitter geben, wenn jede ElektrizitÀt auf der Erde unterbunden ist?

Der Fehler: Offenbar reichte das Budget von Revolution nicht fĂŒr ein paar leistungsstarke Windmaschinen oder die nicht minder aufwendige CGI-Nachbearbeitung der Bilder. So bekommen wir in nahezu allen Außeneinstellungen zwar flatternde GrĂ€ser und BĂŒsche zu sehen, an den BĂ€umen rĂŒhrt sich jedoch kein Blatt, was auf die Dauer ziemlich irritiert - und die Illusion zerstört. Man hĂ€tte sich wohl besser eine Location ohne all zu viele BĂ€ume suchen sollen.

Fazit

Revolution drĂŒckt in The Plague Dogs stĂ€rker als gewohnt auf die TrĂ€nendrĂŒse. Ansonsten bewegt sich die Serie leider auf sehr ausgetretenen Pfaden. Die ĂŒberaus faszinierende Grundidee einer Welt ohne Strom findet immer noch keine wirkliche Entsprechung in der OriginalitĂ€t der erzĂ€hlten Geschichten.

Trailer zu Folge 1x05 „Soul Train“

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 10. Oktober 2012
Episode
Staffel 1, Episode 4
(Revolution 1x04)
Deutscher Titel der Episode
Beschwerliche Wege
Titel der Episode im Original
The Plague Dogs
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 8. Oktober 2012 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 28. November 2014
Autor
Anne Cofell Saunders
Regisseur
Félix Enríquez Alcalå

Schauspieler in der Episode Revolution 1x04

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