Quantum Leap (2022) 1x17

© Ron Batzdorff/NBC
Das passiert
Ben landet im Jahr 1971 im Körper der Flugbegleiterin Lois Mitchel, die sich mit dem TGA-Flug 349 auf dem Rückweg von London nach New York befindet. Da Magic nach den neuesten Erkenntnissen Ziggy abschalten ließ, müssen Ben, Addison und Ian mit konventionellen Mitteln herausfinden, warum Ben hier ist. Bald stellt sich heraus, dass die Boing 747 niemals ihr Ziel erreicht hat und alle Passagiere starben.
Abenteuer ohne Ziggy
The Friendly Skies beginnt dort, wo Ben, Interrupted endete. Magic muss entscheiden, was er mit dem Wissen, dass Ziggy kompromittiert ist, anfängt und lässt ihn gegen Ians Wunsch abschalten. In der Zwischenzeit versucht sich Ben als Flugbegleiterin in den 70er-Jahren, bis ihn Addison aufsucht und ihn über seine Mission aufklärt. Warum und wieso Bens Verlobte als Hologramm zu ihm gelangen kann, wenn der Supercomputer außer Funktion ist, lässt die Episode weitestgehend offen, doch Schwamm drüber.
Spannend ist das, was auf dem Bildschirm geschieht, allemal. In der Gegenwart müssen sich Ian und sein Team ganz altmodisch durch das Internet und durch diverse Archive wühlen, um herauszufinden, was Ben bevorsteht. Das verleiht der Geschichte eine etwas andere Perspektive als gewöhnlich. Als sich herausstellt, dass das Flugzeug auf mysteriöse Weise abstürzen wird, ohne dass man jemals herausfindet, warum, macht Ben sich auf, das drohende Unheil zu verhindern.
Hijacker
Doch wie, wenn er nicht weiß, was geschehen wird? Er hat keine andere Wahl, als die Geschehnisse auf sich zukommen zu lassen und zu reagieren, was seinem Handeln eine gewisse Hilflosigkeit verleiht. Zunächst glauben Ian, Jenn und Addison an einen erweiterten Suizid des Captains, bis Ben ihn und den Funker vergiftet im Cockpit auffindet. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, denn die mitfliegende NYPD-Polizistin Leslie (Davida Williams entpuppt sich als Flugzeugentführerin, die mit dem Co-Piloten Paul (Bart Johnson) gemeinsame Sache macht. An dieser Stelle nimmt das Drama Fahrt auf, auch wenn sich auch die Komplizen des Gangster-Pärchens nicht gerade klug verhalten...
Ben entschließt sich dazu, die schwer bewaffneten Männer auszuschalten, was auch gelingt. Dass Hijacker, die soeben den Kapitän und Funker eines Flugzeugs ermordet haben, großen Wert darauf legen, dass die Gäste genug Wasser bekommen, erscheint indes wenig glaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Das vor allem auch, weil einer der Verbrecher von einer Meute aufgebrachter Passagiere zur Strecke gebracht wird.
Allerdings sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Folgen mit durchschnittlich 40 Minuten (abzüglich Vorspann, Rückschau, Abspann und Ausblick auf die nächste Episode) zeitlich betrachtet recht knapp bemessen sind. So betrachtet geht es vollkommen in Ordnung, dass hin und wieder zugunsten des Tempos entschieden wird, sofern zumindest die Kontinuität und die Struktur der Story passen. All dies ist in Ben, Interrupted gewährleistet, so dass sich die Folge flüssig erzählt, spannend und unterhaltsam anfühlt.
Surprise, Surprise
Als große Überraschung erweist sich der Schluss, der weniger eine Vorschau auf die nächste Folge darstellt, als vielmehr ein Cliffhanger par exellence ist. Doch zunächst muss Ben, der inzwischen den Co-Piloten und seine Spießgesellin mittels eines einfachen chemischen Tricks außer Gefecht gesetzt hat (MacGyver lässt grüßen), das Flugzeug landen. Da ihm Addison nicht helfen kann, darf sich nun endlich auch Ian als Hologramm versuchen. Es ist toll, dass der Writers' Room sich redlich bemüht, keine der Hauptfiguren unter den Tisch fallen zu lassen. Jedes Teammitglied bekam bisher mindestens einen großen Moment, eine lobenswerte Komponente der Serie, die eigentlich so stark im Fokus von zwei Personen steht.
Die Landung wird im Galopp abgehandelt, da ohnehin klar war, dass die Rettung gelingt. Das Gefühl des allwöchentlichen Happy Ends währt jedoch nur kurz. Nachdem Ben seinen nächsten Leap durchgeführt hat, landet er in einer Zeit und an einem Ort, der ein großartiges Finale verspricht. Worum es genau geht, soll an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht verraten werden, doch die Idee der Serienmacher dürfte genau nach dem Geschmack der Science-Fiction-Fangemeinde sein.
Fazit
Quantum Leap (2022) hat sich im ersten Jahr zu einer guten Serie gemausert, die sich ihre Verlängerung redlich verdient hat. Die Macher haben das Herz am rechten Fleck. Die einzelnen Folgen sind unterhaltsam und lassen sich auch dann problemlos genießen, wenn man einmal aus Zeitgründen nicht einschalten konnte. Die Geschichten sind emotional ansprechend, der Ton angemessen und familienfreundllich. All diese Attribute treffen auch auf The Friendly Skies zu. Zugegeben, der Plot hinkt hier und da. Wer schon einmal den einen passenden Flugsimulator getestet hat, weiß, dass man eine Boing 747 nicht mal eben so nach Anleitung landet...
Auch das Verhalten der Flugzeugentführer hätte besser durchdacht sein können. Und doch macht die Folge Spaß und kann unterhalten. Der Cliffhanger am Ende hat es in sich, vor allem, wenn man weiß, dass die Finalepisode den vielsagenden Titel Judgment Day tragen wird, was durchaus Anklänge an den Filmklassiker „Terminator 2: Judgment Day“ vermuten lässt. Solche Anspielungen sind in der Serie nämlich mehr die Regel, als die Ausnahme. Freuen wir uns also auf das, was da kommen mag.
Vier von fünf Leaps
Quantum Leap (2022) 1x18 Teaser-Trailer
Hier abschließend der Teasertrailer zum ersten Staffelfinale der Serie „Quantum Leap“, Judgment Day (1x18):
Verfasser: Reinhard Prahl am Freitag, 31. März 2023Quantum Leap (2022) 1x17 Trailer
(Quantum Leap (2022) 1x17)
Schauspieler in der Episode Quantum Leap (2022) 1x17
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