Pretty Little Liars 5x10

Pretty Little Liars 5x10

Wird Alison einen Unschuldigen ins Gefängnis gehen lassen, um ihre Lügen aufrechtzuerhalten? Es bleiben nur 48 Stunden bis zur Entscheidung. In A dark Ali versuchen auch die anderen Mädchen, einer Falle von A zu entgehen - zur Not auch ohne Rücksicht auf Alison...

Die vier Freundinnen fassen einen Entschluss in „Pretty Little Liars“ / (c) ABC FAMILY/Eric McCandless
Die vier Freundinnen fassen einen Entschluss in „Pretty Little Liars“ / (c) ABC FAMILY/Eric McCandless

Gleich zu Beginn von A dark Ali erfahren die Zuschauer von Lt. Tanner (Roma Maffia) den Namen des vermeintlichen Entführers: Cyrus Petrillo (Jake Weary). Jetzt gilt es, den Mann eindeutig als Alisons Peiniger zu identifizieren - und dafür bleiben nur 48 Stunden. Denn ohne ausdrückliche Bestätigung von Alison (Sasha Pieterse), muss er freigelassen werden. Der Druck auf Alison ist hoch, sowohl die Polizei als auch Alisons Vater (Jim Abele) verlangen von ihr eine eindeutige Aussage.

Aber was soll das Ganze eigentlich? Wer ist dieser Cyrus, und weshalb riskiert der offensichtlich Unschuldige eine lange Gefängnisstrafe? Wie im vorangegangenen Review unter anderem gemutmaßt wurde, kann nur A hinter der Aktion stecken - so schätzen zumindest Emily (Shay Mitchell), Spencer (Troian Bellisario), Aria (Lucy Hale) und Hanna (Ashley Benson) die Situation ein. Daher gilt es, Alison von einer Identifizierung abzuhalten (die käme ihr nämlich entgegen, da somit auch die Polizei die Entführungslüge glauben müsste) - doch können die Mädchen Ali vertrauen? Und weshalb besteht überhaupt die Gefahr, dass die sonst so gerissene, kalt planende Alison mit offenen Augen in eine Falle von A tappt?

Flashbacks im Keller

Einmal mehr setzen die Mädchen ihr (wenn auch schwächelndes) Vertrauen in Alison: Um nicht erneut in eine Falle von A zu geraten, soll Alison Cyrus nicht identifizieren. Ihr Plan, durch Cyrus A auf die Spur zu kommen, wird von Aria sofort in Frage gestellt: „What happens when we lose?“ („Was passiert, wenn wir verlieren?“) Um sicherzugehen, wird dann auch noch Emily auf Alison angesetzt. Im Gespräch mit ihr wird allerdings plötzlich klar, weshalb Alison so zögerlich reagierte - denn offenbar sind Cyrus und Alison einander nicht unbekannt.

In mehreren Flashbacks wird gezeigt, dass die beiden ein Paar waren und sich gemeinsam in einem Keller versteckt hielten. In späteren Szenen sind zudem noch zwei weitere „Unterstützer“ Alisons zu sehen. Es stellt sich heraus, dass alle drei Alison lediglich ausrauben wollten: So war es Cyrus, der ihr die Verletzung am Oberschenkel zugefügt hatte. Emily zeigt ob dieser Erlebnisse ihre Anteilnahme; dennoch bittet sie Alison, mit der Vergangenheit abzuschließen und nicht blindlings in die nächste Katastrophe zu laufen.

In diesen Szenen schließt sich der Kreis zu einigen Details. Zum einen wird die Herkunft der Narbe geklärt, die bereits in Thrown from the Ride (5x04) zu sehen war. Außerdem schwenkt die Kamera für eine gefühlte Sekunde auf ein Gemälde an der Wand im Keller: Die aufmerksamen Zuschauer dürften das Bild erkannt haben. Als Alison in Begleitung von Hanna die Leiche ihrer Mutter identifizieren soll, bleibt Erstere irritiert vor dem Gemälde stehen.

Spencers Plan B

Vorsicht ist besser als Nachsicht - ein Satz, den Inspector Spencer mit Sicherheit unterschreiben würde. Abgesehen von Hanna, die einmal mehr ihrem Unmut Luft macht („I'm sick of it!“/ „Mir reicht's!“), will auch Spencer Alison nicht mehr blind vertrauen. Als dann auch noch Noel Khans Tonaufnahmen samt Fotos verschwinden (sie waren versteckt in Spencers rotem Sessel!) und Melissa (Torrey DeVitto) plötzlich wieder auftaucht, sieht sich Spencer gezwungen, einen Entschluss zu fassen. Der Plan scheint so schlicht wie wirkungsvoll: die Wahrheit. Inmitten des inzwischen unübersichtlichen Mikrokosmos voller Lügen und Hinterhältigkeiten wirkt der Vorschlag nahezu absurd. So sehen das bis zu diesem Zeitpunkt zumindest Aria und Emily - Aria, weil sie befürchtet, niemand würde ihr den Mord aus Notwehr abnehmen und Emily, da sie um Alisons Erlebnis mit Cyrus weiß.

Spencer jedenfalls scheint Gefallen gefunden zu haben an diesem verrückten Konzept, das sich Wahrheit nennt. Auf dem Band des Überwachungsvideos ist Melissa zu sehen, die einem Mann (Spencers Vermutung: Cyrus Petrillo) etwas mit den Worten „Do it. Trust me. Do it!“ („Tu es. Vertrau mir. Tu es!“) übergibt. Abgesehen von ihren beachtlichen Fähigkeiten als Lippenleserin sammelt Spencer weitere Pluspunkte, als sie schließlich Melissa zum ersten Mal geradeheraus konfrontiert. Melissa versucht Spencer davon zu überzeugen, dass sie nur mit Mona (Janel Parrish) zusammenarbeitet, um Spencer vor Alison zu schützen und dass sie fliehen muss, da es in Rosewood nicht sicher sei. Nach kurzem Zögern schlägt sie ihrer kleinen Schwester sogar vor, sie zu begleiten. Erst am Ende der Episode zeigt sich jedoch, dass es Melissa offenbar ernst ist: Sie nimmt eine Art Geständnisvideo von sich auf. Vielleicht mag es an der doch recht überzeugenden Darstellung von Torrey DeVito liegen - aber ihre Sorge um Spencer nimmt man ihr durchaus ab.

We need to cut ties with Ali, now!

Hanna versucht trotz all dem Drama um Alison ein einigermaßen normales Teenagerleben zu führen und entschließt sich, an einem Chorvorsingen teilzunehmen. Dank dieser Szenen wird A dark Ali durch etwas Humor aufgelockert: Allein ihr Entschluss, bei einem Vorsingen mitzumachen, amüsiert - man erinnere sich an Scream for me, wo Hanna eher weniger durch Gesangstalent auffiel. Ganz im Gegensatz zu Mona Vanderwaal aka little Beyoncé: Absolut unüberhörbar demonstriert sie ihre Begabung, die nach einigem Augenrollen von Hanna mit einem entnervten „Okay, Mona, we get it, you can freaking sing!“ („Okay, Mona, wir haben es kapiert, du kannst verdammt nochmal singen!“) kommentiert wird.

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Emily sagt Alison ihre Meinung in %26bdquo;Pretty Little Liars%26ldquo; © ABC FAMILY/Eric McCandless

Später jedenfalls erfahren wir durch Monas Abhörgerätschaften, dass Alison Cyrus Petrillo doch identifiziert hat - Hanna benachrichtigt daraufhin sofort Emily, Spencer und Aria. Interessanter als die Umstände, die zu der Zusammenarbeit zwischen Hanna und Mona geführt haben, ist ein erneuter Auftritt von Angry Em. Die Adressatin ihrer Wut ist diesmal jedoch nicht Sydney, sondern Alison - Shay Mitchell darf nun zum zweiten Mal ihre darstellerische Bandbreite erweitern: „I wasted so much time on you. I'm so done with you!“ („Ich habe so viel Zeit für dich verschwendet. Ich bin sowas von fertig mit dir!“)

Wie wir dann jedoch von Hanna erfahren, wurde Cyrus trotz Alisons Identifizierung aus dem Gewahrsam entlassen - dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Alison eine Falschaussage gemacht hat und A die Mädchen somit weiterhin unter Druck setzen könnte. Die Enttäuschung und die Wut über Alisons Wortbruch führt dann trotzdem dazu, dass auch Emily Spencers Plan in die Tat umsetzen will. Mit den Tonaufnahmen von Alisons Geständnis findet sie sich bei den Marins ein und scheint nun endgültig bereit, keine Rücksicht mehr auf Alison zu nehmen.

Cliffhanger x3

Am Ende der Episode wird der Zuschauer mit gleich drei Cliffhangern auf einmal geködert: Neben dem Geständnisvideo von Melissa und einer Schlussszene mit A (samt Krankenschwesterkleid aus Radley) sorgt eine weitere Szene für Kopfzerbrechen. So sehen wir den freigelassenen (oder geflüchteten?) Cyrus Petrillo bei einem Gespräch mit Alison, die eine dunkle Perücke trägt (Vivian Darkbloom?). Offenbar war die gesamte Szenerie um die Festnahme und das Geständnis ebenfalls von Alison inszeniert - jedenfalls überreicht sie Cyrus Flugtickets und droht ihm, ihn zur Not wieder aufzuspüren. Letzteres lässt immerhin vermuten, dass die Geschichte um die Narbe und das Ausrauben nicht erfunden waren. In diesem Zusammenhang ergibt nur eine einzige Variante Sinn: Alison hat Cyrus beauftragt, ihre Entführungsgeschichte zu bestätigen, um endgültig aus dem Visier der Polizei zu geraten. Dass sie diesen Plan hinter dem Rücken ihrer Freundinnen durchgezogen hat, scheint sich nun mit Spencers Vorhaben zu rächen - also bleibt abzuwarten, ob das Kartenhaus nun (unerwarteterweise) doch zusammenbricht.

Fazit

Mit A dark Ali entwickelt sich die Handlung in typischer Pretty Little Liars-Manier. So werden diverse Antworten geliefert, allen voran die Frage nach der Identität von Alisons vermeintlichem Entführer wird halbwegs geklärt. Darüber hinaus wird der Bogen geschlagen zu einigen Details aus vorangegangenen Episoden (wie die Hintergründe zu Alisons Narbe). Dank des gleich dreifach aufgeworfenen Cliffhangers wird die gesamte Handlung nicht nur entschieden in eine bestimmte Richtung gelenkt; es werden zudem etliche neue Fragen aufgeworfen, deren Antworten sicherlich bis in den zweiten Teil der fünften Staffel reichen werden. Positiv hervorzuheben sind die Entwicklungen innerhalb der Gruppe, die eine interessante Spannung ermöglichen und die die Aufrechterhaltung des Lügenkonstrukt der Mädchen erstmals ernsthaft gefährden.

Pretty Little Liars: Promo 5x11:

Verfasser: Hannah Klein am Mittwoch, 13. August 2014

Pretty Little Liars 5x10 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 10
(Pretty Little Liars 5x10)
Deutscher Titel der Episode
Im Alleingang
Titel der Episode im Original
A Dark Ali
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 12. August 2014 (Freeform)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 17. März 2015
Autor
Lijah Barasz
Regisseur
Arlene Sanford

Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 5x10

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