Played 1x01

Wenn man die Pilotepisode Drugs das erste Mal sieht, beschleicht einen bereits eine Ahnung, wie sie ausgeht. Und leider stellt sich auf halbem Weg keine überraschende Wendung ein. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn die zentralen Figuren es schaffen würden, den Zuschauer mitzureißen. Doch in der ersten Episode sind die Played-Autoren zu sehr damit beschäftigt, möglichst viele Klischees in die 40 Minuten zu quetschen und verpassen die Gelegenheit, den Figuren echten Charakter zu verleihen.
Worum geht's denn eigentlich?
Im Zentrum der Geschehnisse steht John (Vincent Walsh, Deception, Lost Girl), ein gut aussehender Undercovercop, der schon in der ersten Szene einen anderen Polizisten verprügelt. John hat das Selbstvertrauen und die bedingungslose Loyalität seines Teams, was uns schon vor den ersten Ergebnissen zeigt, dass er ein wahres Naturtalent in seinem Job sein muss. Seine innere Zerrissenheit speist sich aus einer schwierigen Beziehung zu seiner Tochter, die er anlügt, weil er einfach zu sehr in seine Arbeit involviert ist um sich ihren Song anzuhören.
Zu seinem Team gehören Daniel (Dwain Murphy) und Maria (Lisa Marcos, The Listener). Die beiden sind John treu ergeben, müssen aber immer wieder mit dessen Alleingängen klarkommen. Gut, dass die ja nur zum Besten des Falles sind. Darüber hinaus haben die Autoren die Charakterisierung der beiden auf eine andere Episode verschoben. Neu ist die Vorgesetzte Rebecca (Chandra West, NYPD Blue), Leiterin der Covert Investigations Unit, kurz CIU, die Johns Talent erkannt hat und ihn samt Team kurzerhand in die neugeschaffene Organisation holt. Zur CIU gehört Khali (Agam Darshi, Sanctuary), die das Team mit den nötigen Informationen zu Drogenbossen und anderen Bösewichten füttert. In der Episode Drugs ist ein jung aussehender Undercoveragent vonnöten, was Jesse (Adam Butcher) in die Runde einführt. Und auch wenn er seine Sache ausnehmend schlecht macht, empfiehlt John Rebecca, ihn fest ins Team zu holen.
Was passiert?
In der Pilotepisode jagen die Played-Cops einen Drogenboss, den sie mithilfe seines Neffen festnehmen wollen. Ursprünglich war selbiger Neffe das Ziel der Ermittlungen, doch John will an die ganz großen Fische und hat da auch noch ein altes Foto, was ihn auf die richtige Fährte bringt. Einen Mord und einen fast fehlgeschlagenen Undercovereinsatz später macht das Team den Onkel dingfest. Mit dem Fall und seinen Strukturen haben die Macher sich merkbar wenig beschäftigt, dafür aber umso mehr mit den Möglichkeiten, John ins rechte Licht zu rücken.
Schade nur, dass die Serienautoren sich nicht die Zeit nehmen, das in die Story zu bauen. Um die Hingabe seines Teams zu zeigen, setzen sie deshalb einfach seinen Kollegen Daniel mit ins Auto, der John versichert, dass er immer hinter ihm stehen und sich auch für ihn suspendieren lassen würde. Doch die Vorschlaghammermethode kommt auch in anderen Bereichen zur Anwendung. Kaum einer Unterhaltung in der Episode Drugs merkt man nicht unmittelbar an, welchen Zweck sie erfüllen soll. Ob es sich dabei um das Telefonat mit der enttäuschten Tochter handelt oder um die Aussage von Johns Vorgesetzten, dass er einen Aufpasser brauche - nichts kommt von ungefähr.
Am Ende merkt man: Die ganze Episode ist offenbar um eine Szene herumgebaut worden, mit der die Autoren besondere Vielschichtigkeit demonstrieren wollen. Undercover-John wird von den Gangstern des Copseins verdächtigt und muss sich alleine retten, während sein Team gebannt an den Lauschern hängt. Gut, dass John schon kurz zuvor dem neuesten Mitglied des Teams den wertvollen Tipp mit auf den Weg gegeben hat, nicht zu schauspielern, sondern aus dem eigenen Leben zu schöpfen. Der mit einem komplizierten Leben gesegnete John geht also vor der Waffe des Gangsters tief in sich und holt eine rührende Geschichte über seine zerrüttete Familie zum Vorschein, die irgendwie erklären soll, wieso er sich auf Drogendeals einlässt. Gipfeln tut das Ganze in dem Satz „I don't have a family. Not anymore.“ Das wird nur noch übertroffen von dem mutigen Schritt, sich den Lauf der Waffe des Gangsters direkt an den Schädel zu halten und zu rufen: „Do it!“
Fazit
Es ist nicht unbedingt schwierig zu verstehen, worauf die Played-Macher hinauswollen (cleverer, mutiger Cop, der seinen eigenen Weg geht und seinen Vorgesetzten die Stirn bietet, wenn es der Gerechtigkeit dient), aber es ist nicht einfach, den Vorschlaghammer zu tolerieren, mit dem sie diese Story erzählen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 8. Oktober 2013Played 1x01 Trailer
(Played 1x01)
Schauspieler in der Episode Played 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?