Person of Interest 2x11

Person of Interest 2x11

Carter versucht, die Beweise gegen Reese zu vernichten, wĂ€hrend sich Finch um eine neue Person of Interest kĂŒmmert - und dazu undercover als Vertretungslehrer an eine Highschool geht.

„Mr. Swift“ (Michael Emerson) behĂ€lt seine SchĂŒler genau im Blick. / (c) CBS
„Mr. Swift“ (Michael Emerson) behĂ€lt seine SchĂŒler genau im Blick. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Folge 2 Pi R:

Agent Donnelly (Brennan Brown) wartet auf den Abgleich der FingerabdrĂŒcke und DNA-Spuren, um herauszufinden, welcher der MĂ€nner, die er am Ende von Shadow Box festgenommen hat, der echte „Mann im Anzug“ ist. So lange sitzen die Kandidaten, darunter Reese (Jim Caviezel), erst mal im GefĂ€ngnis auf Rikers Island ein. Detective Carter (Taraji P. Henson) hat derweil schon die Initative ergriffen - und die FingerabdrĂŒcke von Reese aus dem System gelöscht. Als nĂ€chstes versucht sie, das DNA-Material auszutauschen, um eine Identifizierung von Reese unmöglich zu machen.

Finch (Michael Emerson) ist unterdessen schon wieder mit der nĂ€chsten Nummer beschĂ€ftigt: Die Maschine hat ihn auf den 18-jĂ€hrigen SchĂŒler Caleb Phipps (Luke Kleintank) hingewiesen. Um zu ermitteln, was es mit ihm auf sich hat, schleicht sich Finch als Vertretungslehrer in Calebs Schule ein...

Andere Konstellationen

Strukturell Ă€hnelt 2-PI-R (die Schreibweisen des Episodentitels variieren, eigentlich: „2πR“) dem Staffelauftakt The Contingency. Nur mit vertauschten Rollen. In The Contingency war es Harold, der durch die EntfĂŒhrung erst mal außen vor war, und John, der einen Fall allein bestreiten musste. In 2-PI-R ist es genau umgekehrt: Jim Caviezel konnte sich die Woche praktisch frei nehmen, weil er außer einer kurzen Szene zu Beginn und einer am Schluss ĂŒberhaupt nicht vorkommt, wĂ€hrend die Handlung von Finch und den beiden Polizisten getragen wird.

2-PI-R demonstriert damit, dass Person of Interest auch mit anderen Figuren-Konstellationen sehr gut funktioniert. Finch und Fusco (Kevin Chapman) geben gemeinsam ein klasse Team ab, wĂ€hrend Carter wie gewohnt auch allein eine gute Figur macht. Und das gilt nicht nur im ĂŒbertragenen Sinne, wie ihr Auftritt in augenschmeichlerisch körperbetonter Abendgarderobe zeigt.

Vertrauen

Auch in anderer Hinsicht bleiben sich die Macher von Person of Interest treu: Wie beim Staffelauftakt verzichten sie darauf, den Cliffhanger gleich aufzulösen. HĂ€tte nur das Vernichten der Beweise gereicht, um Reese aus dem GefĂ€ngnis zu holen, wĂ€re das auch irgendwie zu glatt und zu einfach gewesen. Nein, Donnelly ist vielleicht nicht sonderlich charismatisch, aber er ist ein sehr zielstrebiger Bursche, der sich nicht so ohne Weiteres von seiner Mission abbringen lĂ€sst. Also erklĂ€rt er Reese und die anderen kurzerhand zu „feindlichen Kombatanten“ (mit anderen Worten: zu Terroristen), damit er sie auch ohne Beweise noch eine Weile festhalten kann.

Dabei kann Donnelly einem fast ein wenig leid tun: Nicht nur, dass er konsequent missversteht, was Reese ĂŒberhaupt treibt. Ebenso konsequent setzt er sein Vertrauen in die völlig falsche Person. Weil sie diejenige gewesen ist, die den „Mann im Anzug“ anfangs gejagt hat, glaubt er, dass Carter die einzige Kollegin sei, der er noch vertrauen könne. Dabei ist sie genau diejenige, die seine Ermittlungen sabotiert. Gerade weil Donnelly ja eigentlich gar kein schlechter oder unsympathischer Kerl ist, gerĂ€t der Zuschauer in eine ziemliche komplexe GefĂŒhlslage: Einerseits wĂŒnschen wir uns natĂŒrlich, dass Carter Erfolg hat und Reese aus dem GefĂ€ngnis holt. Andererseits fĂŒhlen wir aber auch irgendwo mit Donnelly - und haben deshalb auch so einen Riesenspaß dabei, als er am Ende Carter in die ZwickmĂŒhle bringt, Reese im Verhör in die Mangel zu nehmen. Dieser Cliffhanger hinterlĂ€sst uns eigentlich weniger gespannt (im klassischen Sinne) als vielmehr voller Vorfreude darauf, wie Carter (und Reese) anstellen werden, um aus dieser Nummer wieder rauszukommen!

Wem die Glocke schlÀgt

Aber auch der Fall-der-Woche ist wieder mal sehr unterhaltsam. Die Geschichte des mit SchuldgefĂŒhlen beladenen Genies ist wendungsreich erzĂ€hlt - und erlaubt natĂŒrlich viele Parallelen zwischen dem Jungen und Harold. Dieser kommt ausnahmsweise auch ohne John einmal ganz gut zurecht. Dass es letzten Endes darum geht, einen Suizid zu verhindern, ist ein Spin, wie es ihn - zumindest der Erinnerung des Rezensenten nach - bislang noch nicht in der Serie gab, was natĂŒrlich zum Überraschungswert der Handlung beitrĂ€gt (vor allem bei der EnthĂŒllung am Ende, dass der in Verdacht geratene Lehrer in Wahrheit unschuldig ist).

Einziger nennenswerter Kritikpunkt: Wie kann es sein, dass es in Fernsehserien immer schon zur Pause lÀutet, kaum dass der Unterricht begonnen hat? Auf diese Frage findet auch Person of Interest keine Antwort.

Fazit

Eine rundum gelungene Folge mit einem interessanten und auch emotional starken Fall-der-Woche und einem fortlaufenden Handlungsstrang, der dankenswerter Weise noch nicht aufgelöst, sondern mit einem köstlichen Twist in die nÀchste Folge weitergetragen wird.

Trailer zu Folge 2x12 „Prisoner's Dilemma“

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Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 5. Januar 2013
Episode
Staffel 2, Episode 11
(Person of Interest 2x11)
Deutscher Titel der Episode
Variablen und Konstanten
Titel der Episode im Original
2 Pi R
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 3. Januar 2013 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 3. September 2013
Autor
Dan Dietz
Regisseur
Richard J. Lewis

Schauspieler in der Episode Person of Interest 2x11

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