Person of Interest 2x09

Das passiert in der Person of Interest-Folge C.O.D.:
Fermin Ordonez (Michael Irby) ist ein Einwanderer aus Kuba, der eine vielversprechende Karriere als Baseball-Spieler hatte, bevor eine Sportverletzung seiner Laufbahn ein Ende gesetzt hat. Seitdem schlägt er sich als Taxifahrer durch - und versucht, jeden Cent, den er nur machen kann, zu sparen, um seine Frau und seinen Sohn ebenfalls aus Kuba herauszuholen. Fermin ist die neue Person of Interest, auf welche die Maschine Reese (Jim Caviezel) und Finch (Michael Emerson) hinweist.
Dabei stehen sie wie immer vor dem Problem, erst einmal herauszufinden, ob Fermin Opfer oder Täter ist: Droht ihm Unheil von einem seiner Passagiere? Oder ist er selbst derjenige, der aus der Verzweiflung heraus, Geld für die Flucht seiner Familie aufzutreiben, eine Dummheit begeht? Bald wird klar, dass die Schwierigkeiten, in denen er steckt, etwas mit der estischen Mafia und einem Fahrgast zu tun haben, der seinen Laptop im Taxi liegen gelassen hat.
Quinn (Clarke Peters) und Simmons (Robert John Burke) suchen unterdessen nach einer Möglichkeit, die vom FBI weitestgehend zerschlagene HR-Organisation wieder aufzubauen. Dazu benötigen sie jedoch den Rückhalt von Elias. Um ihm gefällig zu sein, wollen sie den letzten der alten Paten, der sich aktuell im Zeugenschutzprogramm befindet, ausschalten. Und Fusco (Kevin Chapman) soll das übernehmen...
Back in Action
Nachdem sich Person of Interest mit Til Death in der vorangegangenen Woche auf ungewohnt romantisches Territorium begeben hat, markiert C.O.D. die Rückkehr in vertrautere Gefilde: eine geradlinige spannungs- und actionzentrierte Folge, tempo- und wendungsreich erzählt, in der sich Reese mit zahlreichen gut gebauten estischen Mafiosi prügeln darf - und in der nach längerer Zeit auch Bear wieder Gelegenheit erhält, sich im Kampf verdient zu machen.
Es ist darüber hinaus schön zu sehen, dass Harold seine entführungsbedingte Phobie, sich nach draußen zu begeben, inzwischen - wohl nicht zuletzt dank seines vierbeinigen Begleiters - so weit überwunden hat, dass er wie selbstverständlich zu einer nicht ganz ungefährlichen Übergabe in einer nicht ganz ungefährlich wirkenden Bar aufbricht, als John gerade anderweitig beschäftigt ist. Michael Emerson ist auch viel zu talentiert, als ihn den lieben langen Tag nur vor dem Computer sitzen zu lassen. Deshalb freut es einen um so mehr, wenn Harold stärker in die Action eingebunden wird und sich auch außerhalb der Bibliothek - sei es im Umgang mit der Person of Interest, sei es mit zwielichtigen Typen in einer Bar - beweisen kann.
Der nette Taxifahrer
Die Szene zu Beginn im Taxi bietet außerdem umgekehrt die Möglichkeit, Sympathien für Fermin zu wecken - über die nicht mehr ganz taufrische Geschichte vom hart arbeitenden Kubaner, der seine Familie nachholen will, hinaus. Bei seiner Analyse von Harolds Auftreten und Kleidung zeigt er sich als freundlicher und gewitzter Menschenkenner, der mit „Professor“ und „Bibiothekar“ den Charakter von Harold schon ziemlich gut trifft. Es ist eine hübsche kleine Szene, die kaum etwas zum Plot beiträgt, dafür aber die nicht minder wichtige Funktion erfüllt, uns die Gast-Figur näher zu bringen.
Je mehr uns an ihr gelegen ist, je mehr wir uns wünschen, dass Reese und Finch bei ihrem Unterfangen, der Figur zu helfen, Erfolg haben, desto spannender ist die Geschichte. Gleichzeitig kann eine 45-minütige Dramaserie den Gastfiguren häufig aber nur sehr begrenzt Raum geben. Deshalb erweist sich die eigentliche Kunst der Autoren vielfach gerade in diesen vermeintlich kleinen und unbedeutenden Szenen, die aber trotzdem einen großen Beitrag zum emotionalen Gesamterleben der Episode leisten.
Warum, Fusco, warum?
In der vergangenen Woche benahm sich Fusco verdächtig, es handelte sich aber nur um ein Date. In dieser Woche ist die Erklärung leider nicht so harmlos: Widerstrebend lässt er sich auf Simmons' Erpressung ein - und nimmt erst an einem Treffen mit Scarface (David Valcin) teil und lässt sich schließlich sogar dazu drängen, bei der Entführung des alten Paten mitzumachen. Er will sich zwischendurch zwar an Reese wenden, erwischt diesen jedoch in einem sehr ungünstigen Moment. Später, als Reese zurückruft, tut Fusco so, als sei gar nichts.
Zu den großen Rätseln der zweiten Staffel von Person of Interest gehört, warum sich Fusco um alles in der Welt nicht Reese oder Carter (Taraji P. Henson) anvertraut. Es ist ja keineswegs so, dass er wirklich die Seiten gewechselt hätte. Dass er Simmons und HR nicht leiden kann, tut er am Ende der Folge wortreich kund (womit er sich sogar ziemlich in die Bredouille begibt, schließlich hat Simmons die Beweise, die Fuscos Rolle beim Ableben von Davidson in Blue Code dokumentieren). Warum also lässt er sich partout nicht helfen?
Fazit
Kein Highlight, aber eine durch und durch solide und unterhaltsame Episode.
Trailer zu Folge 2x10 „Shadow Box“
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Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 8. Dezember 2012(Person of Interest 2x09)
Schauspieler in der Episode Person of Interest 2x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?