Person of Interest 1x17

Person of Interest 1x17

Elias ist zurück und hat es auf seinen Papa abgesehen. Finchs Vermutungen darüber, warum die neue Person of Interest erst seit zwei Monaten eine Sozialversicherungsnummer hat, erweisen sich derweil als vollkommen unzutreffend.

Das Verhältnis zu Carter (Taraji P. Henson, l.) verschlechtert sich; den Grund dafür trägt Reese (Jim Caviezel, m.) vor sich. / (c) CBS
Das Verhältnis zu Carter (Taraji P. Henson, l.) verschlechtert sich; den Grund dafür trägt Reese (Jim Caviezel, m.) vor sich. / (c) CBS

Elias (Enrico Colantoni), der uneheliche Sohn des ehemaligen Mafiapaten Moretti (Mark Margolis), ist nicht sehr gut auf seinen alten Herrn zu sprechen, weil dieser seine Mutter umgebracht und ihn selbst als ein Waisenkind hat aufwachsen lassen. Elias sorgt für Morettis Freilassung aus dem Gefängnis, aber nur, weil er ein intensives Vier-Augen-Gespräch mit seinem Papa führen möchte. Carter (Taraji P. Henson) und Reese (Jim Caviezel) hoffen derweil, über Moretti an Elias heranzukommen.

Während Reese damit beschäftigt ist, sich der bleihaltigen Begrüßung anzunehmen, die Elias seinem Vater zukommen lässt, kaum dass dieser die Gefängnismauern verlassen hat, ist Finch (Michael Emerson) schon der nächsten Person of Interest auf der Spur. Die Maschine führt ihn zu Leila, einem sechs Monate alten Baby, dessen Mutter bei einem Wohnungsbrand ums Leben kam. Finch kommt gerade noch rechtzeitig, um zu verhindern, dass das Kind von zwei osteuropäischen Gangstern entführt wird. Doch um Leila in Sicherheit zu bringen, muss Finch selbst zum Mittel des Kidnappings greifen...

Zugegeben: Ganz taufrisch ist der Plot um den harten Kerl, der sich auf einmal um ein Kind kümmern muss, nun nicht gerade. Dass dieser Stoff sich so großer Beliebtheit in Film und Fernsehen erfreut, hat aber natürlich seine Gründe. Nichts ist so gut geeignet wie ein kleines, wehrloses Kind, um in uns ganz instinktiv ein mitfühlendes, fürsorgliches, beschützendes Verhalten wachzurufen. Und in den Figuren eine gänzlich andere Seite ihres Charakters zum Vorschein zu bringen.

Steel Face John Reese bringt angesichts des süßen Wonneproppens ein Lächeln zustande, das man als geradezu warmherzig beschreiben kann. Darüber hinaus scheint in seinen Worten am Ende der Episode eine Sehnsucht nach einem „normalen“ Leben mit Familie und Kindern hindurch. So erfüllend es für ihn auch ist, in einer Bar einen ganzen Haufen Krimineller kurz und klein zu schlagen, so denkt er doch darüber nach, wie es wäre, ein ganz anderes Leben zu führen. Gerade in einer Serie, die von zwei so ungewöhnlichen Figuren wie „Mr. Spock“ und dem „Terminator“ handelt, ist es wichtig, ihnen solch alltägliche Wünsche und Empfindungen zu verleihen, um den Charakteren dadurch eine für den Zuschauer nachvollziehbare emotionale Grundierung zu geben.

Auch thematisch passen die beiden Handlungsstränge der Episode gut zusammen: Während John und Harold Ersatzeltern spielen und ihre ganze Fürsorglichkeit unter Beweis stellen dürfen, ist Elias darauf aus, seinen Vater wegen eines Mangels an Fürsorge zur Rede zu stellen und - wie wir annehmen dürfen - danach umzubringen. Eltern und Kinder, das kann eine manchmal gar schön schwierige Beziehung sein. Wie sagt Harold doch so schön: „The trouble with children: you never know how they turn out.

Und das ist nicht das einzige Problem mit ihnen. Sie machen einen auch selbst verwundbar. Normalerweise könnte wohl nichts und niemand John dazu bringen, Elias das Versteck von Moretti zu verraten. Doch die Sorge um Leila ändert das. Ja, sie bringt ihn überhaupt erst dazu, ausgerechnet die Hilfe des gefürchteten Mafiachefs in Anspruch zu nehmen - und sich damit in eine Position der Schwäche zu begeben, welche Elias natürlich umgehend zu seinem Vorteil auszunutzen versteht. Armer Detective Schimanski, äh Szymanski (Michael McGlone)!

Lionel (Kevin Chapman), der sich selbst in einer höchst prekären Situation befindet - er soll für John die Gruppe der dirty cops infiltrieren, die ihn wegen des toten Kollegens aus Blue Code in der Hand haben, will aber gleichzeitig Carter nicht verraten -, schafft es dagegen, sich diesmal noch sauber aus der Affäre zu ziehen. Aber er hat ja auch kein Kind, um das er sich Sorgen machen müsste.

Kinder bereiten aber nicht nur Ärger, sie sind natürlich auch ein Quell der Freude. Und das gerade für den Zuschauer. Denn die Anwesenheit eines Kleinkinds ist in Baby Blue auch für einige wunderbar komische Momente gut. Da ist Michael Emerson, der im Supermarkt Babysachen einkauft und von der Verkäuferin als vermeintlich frischgebackener Vater beglückwünscht wird. Und natürlich geht nichts über kleine Kinder, die mit Tränengas-Granaten spielen - und damit einen Streit zwischen „Mama“ und „Papa“ provozieren: „I told you to move your arsenal...

Fazit

Eine dicht erzählte, äußerst spannende Folge, die geschickt den Fall-der-Woche mit dem übergreifenden Elias-Handlungsbogen verknüpft, die Erwartungen des Zuschauers im Krimi-Subplot (Wer hat Leilas Mutter getötet?) in bester Person of Interest-Manier gleich mehrfach in die Irre führt, und dazu neue Facetten der Hauptfiguren hervorkehrt. Fünf Sterne.

Verfasser: Christian Junklewitz am Freitag, 9. März 2012
Episode
Staffel 1, Episode 17
(Person of Interest 1x17)
Deutscher Titel der Episode
Babyblues
Titel der Episode im Original
Baby Blue
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 8. März 2012 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 4. Dezember 2012
Autor
Patrick Harbinson
Regisseur
Larry Teng

Schauspieler in der Episode Person of Interest 1x17

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