Ozark Staffel 3
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„If you can't get what you want with reason, you have to get it with force.“ - Omar Navarro (Felix Solis).
Ozark
Als die Serie 2017 auf Sendung ging, war das Echo zwar gut und die Kritiken zum Werdegang der Familie Byrde mit Jason Bateman und Laura Linney als Hauptdarsteller und Familienoberhäupter Marty und Wendy fielen entsprechend aus. Doch der Vergleich mit Breaking Bad - diverse Parallelen lassen sich nicht leugnen - hinterließ auch einen negativen Beigeschmack. Nicht so stark wie bei anderen Reihen (das deutsche Morgen hör' ich auf könnte an dieser Stelle genannt werden), aber eben spürbar. Mittlerweile kann ich jedoch ohne jeden Zweifel sagen, dass derlei Vergleiche sich kaum noch anbieten.
Ozark geht einen eigenen Weg, was mit jeder Staffel deutlicher wird und in erster Linie dem talentierten Cast sowie den Autoren geschuldet ist. Die Missouri Ozarks tragen derweil noch eine ganz andere, heimliche Hauptrolle, auch wenn nur die wenigsten Szenen tatsächlich aus dem kleinen Hafenresort „Lake of the Ozarks“ in Missouri stammen, sondern hauptsächlich in Atlanta, Georgia, am „Lake Allatoona“ oder „Lake Lanier“ gedreht werden.
Ungleich der ersten Staffel hatte das Ende der zweiten keinen großen Cliffhanger an Bord (jedenfalls keinen, an den ich mich erinnern kann). Die meisten Probleme von Marty und Wendy schienen gelöst; sicher nicht so, wie Marty es geplant hatte, aber die größeren Brandherde wie Differenzen mit Darlene Snell (Lisa Emery), Frank Cosgrove (John Bedford Lloyd) oder den Langmores wurden (fast komplett) gelöscht oder gar ausgelöscht. Statt der Flucht vor dem Kartell gibt es jetzt mit der „Missouri Bell“ ein Casino, was die Geldwäsche und somit die Zukunft der Byrdes erleichtern sollte. Ruth (Julia Garner) arbeitet weiterhin mit Marty zusammen, der Kansas City Mob schickt Frank Cosgrove Jr. (Joseph Sikora) dazu, um die eigenen Geschäfte am Laufen zu halten und dem FBI sind vorerst die Hände für weitere Ermittlungen gebunden. Also alles gut bei den Byrdes?
Dritte Staffel
Natürlich nicht. Es gibt zahlreiche Faktoren, die das jetzt vermeintlich entspannte Geldwäscherleben schnell wieder in Richtung Eskalation führen - und an Eskalationen mangelt es der dritten Staffel mit Sicherheit nicht. Wobei diese nicht vom Himmel fallen, sondern stets gut von den Autoren geplant und vom Cast umgesetzt werden. Auf den ersten Blick ist das manchmal überraschend, bei genauerem Hinsehen aber stets nachvollziehbar mit Blick auf die jeweiligen Figuren. Und das, obwohl der eine oder andere „Joker“ wie Omar Navarro (Felix Solis) dabei ist, der sich nur schwerlich einschätzen lässt.

Aber von welchen Faktoren spreche ich überhaupt? In erster Linie natürlich von Marty und Wendy, die sehr unterschiedliche Ansichten zum weiteren Vorgehen haben und deren Differenzen einen Großteil der Staffel dominieren. Wendys Plan, ein weiteres Casino und ein Hotel zu kaufen, um dem Kartellboss beziehungsweise dessen Kindern ein legitimes Geschäft zu bieten - für den Fall, dass die Behörden doch einmal durchgreifen sollten -, stößt bei Marty auf wenig Gegenliebe und holt später auch wieder das FBI in Form von Maya Miller (Jessica Francis Dukes) als Störfaktor für die Geschäfte ins Haus.
Das Faszinierende an Wendys Plan sind aber nicht die Konsequenzen per se, die eingangs Martys Seite als die richtige(re) darstellen. Vielmehr ist die Sturheit der beiden Streithähne das, was die ganze Situation zunehmend hochschaukeln lässt, sowie das Unvermögen beider, auch nur den Hauch von Kompromissbereitschaft sich gegenüber zu zeigen, obwohl sie sich vor Helen (Janet McTeer) und den Kindern stets bemühen, den Schein zu wahren. So könnte Marty schlicht Wendys Plan akzeptieren, als Navarro sich damit einverstanden zeigt. Und die Therapeutin Sue (Marylouise Burke) zu bezahlen, ist auch ein ganz mieser Schritt seinerseits - dass Wendy später ebenfalls zu diesem Mittel greift, veranschaulicht übrigens anhand dieser Nebenhandlung sehr gut zwei Dinge: die Unnachgiebigkeit der beiden in Bezug darauf, wer Recht hat, sowie die Konsequenzen dieser Handlungen, welche Sue schließlich mit dem Leben bezahlt.
Wobei die Differenzen zwischen Marty und Wendy nur ein Faktor sind, der der dritten Staffel Munition gibt. Omar Navarro findet sich daheim in Mexiko mitten in einem Krieg mit einem anderen Kartell wieder, was sich zu Beginn in der Anweisung äußert, die Geldwäsche im Casino früher als geplant zu starten und im weiteren Staffelverlauf sogar noch viel weitreichendere Konsequenzen hat, als das gegnerische Kartell Cosgroves Leute und beinahe auch Ruth umbringt.
Außerdem kommt noch hinzu, dass Navarro im Verlauf der Staffel Marty entführen lässt und ihn brutal testet; so lange, bis er seine Nützlichkeit erneut unter Beweis stellen kann. Die Loyalität zu Navarro ist derweil ein Staffelthema, welches immer wieder angeschnitten wird und uns schließlich bis ins Finale begleitet, in welchem Omar eine bildgewaltige Entscheidung trifft. Die letzte Einstellung wird da auch noch lange in meinem Kopf verweilen...
Der letzte, aber ebenfalls wichtige Faktor, der uns und die Byrdes lange begleitet und für Unruhe sorgt, ist Wendys Bruder Ben (Tom Pelphrey). Er weiß nichts von den Geschäften der beiden und er wird uns zu Beginn der zweiten Folge als Pulverfass präsentiert, welches nur darauf wartet, hochzugehen. Er freundet sich schnell mit Jonah (Skylar Gaertner) an und landet mit Ruth im Bett. Dass er im Staffelverlauf früher oder später dahinterkommt, für wen Marty, Wendy und Helen arbeiten, lässt sich absehen, genau wie die damit verbundenen Probleme, die aus Kartellsicht nur eine Lösung offenlassen. Was dann aber in Fire Pink, der vorletzten Folge dieser Staffel, stattfindet, geht so dermaßen unter die Haut, dass mir schlicht die Worte fehlen.
(Weitere) Figuren
Man könnte sicher ein kleines Buch füllen, wenn man die gesamte dritte Staffel bis ins kleinste Detail analysieren und bewerten wollte. Das will ich aber gar nicht, denn dazu müsste ich wohl eher auf jede einzelne Folge eingehen, wozu mir schlicht die Zeit fehlt. Daher noch ein paar generelle Betrachtungen der Season, die gerne noch ein paar Episoden mehr hätte haben können. Abseits der oben aufgelisteten Faktoren, die den Hauptantrieb darstellen und die größere Geschichte bestimmen, kommen natürlich noch andere Figuren und kleinere Handlungen zum Vorschein.

Die Rückkehr von Darlene ins Geschäft sowie ihre Liaison mit Wyatt (Charlie Tahan) kommen einem da in den Sinn. Anfangs sorgt noch das Sorgerecht um Zeke für einen kleineren Konflikt, aber der Fokus richtet sich später vielmehr darauf, dass Darlene zurück ist und auch zunehmend in die Geschehnisse eingreift. Frank Cosgrove Jr. bekommt das am deutlichsten zu spüren, wobei Darlene damit schließlich auch Ruth auf ihre Seite zieht und, sofern Netflix eine vierte Staffel bestellt, den Byrdes sicherlich weiter Konkurrenz machen wird. Darlene mausert sich da im Staffelverlauf von einer Randerscheinung zu einem (in Zukunft wieder) bedeutsamen Faktor, der nicht zu unterschätzen ist.
Jonah und Charlotte (Sofia Hublitz) haben derweil nicht besonders viel zu tun. Charlotte noch weniger als Jonah, der zusammen mit Ben hier und dort mal stärker in Szene tritt. Mit Helens Tochter Erin (Madison Thompson) ergibt sich zwar die Gelegenheit, Charlotte abseits der Familienszenen einzubinden, aber besonders oft wird davon nicht Gebrauch gemacht und schlussendlich fehlt es hier an Bedeutsamkeit. Ich hatte mir jedenfalls etwas mehr von einer möglichen Freundschaft zwischen Erin und Charlotte versprochen, aber irgendwie verebbt diese Beziehung, statt sich zu festigen und fällt schließlich komplett unter den Tisch, nachdem Ben seinen Ausbruch hatte.
Ruth auf der anderen Seite hat jede Menge Baustellen im Staffelverlauf und mischt überall mit. Sei es, Marty bei den Geschäften zu unterstützen und unter den argwöhnischen Augen von Maya alles am Laufen zu halten, sich mit dem Unruhestifter Frank Cosgrove Jr. herumzuschlagen, sich um Wyatt zu sorgen oder ihre Liebschaft mit Ben. Ich mag Ruth, für mich ist sie eine unverzichtbare Hauptfigur der Serie und dass sie an so vielen Fronten mitmischt, fügt sich generell sehr gut in die jeweiligen Handlungen ein. Dennoch bleibt das Gefühl, dass sie hier mit zu vielen Bällen spielt und dadurch gleichzeitig an Signifikanz einbüßt. Oder mit anderen Worten: Ihre Handlungen fühlen sich weniger intensiv als noch in den Staffeln davor an, obwohl das (besonders mit Blick auf Frank Jr. und Ben) eigentlich anders sein müsste und obwohl sie am Ende sogar die Fronten gewechselt hat.
Zuletzt noch kurz zu Maya Miller, die allein mit ihren Blicken schon jemanden wie Sam (Kevin L. Johnson) nervös werden lässt. Das Katz-und-Maus-Spiel mit Marty weiß da zu gefallen und nachdem er Navarro zugesagt hatte, ihm einen FBI-Agenten „umzudrehen“, war klar, wen er dafür im Auge hat. Doch Maya ist nicht dumm und so findet zwischen ihr und Marty ein Zweikampf statt, der ganz ohne Waffen auskommt und dessen Ergebnis sich nicht erraten lässt. Zwischenzeitlich verlieren die Autoren diesen Kampf aber leider immer wieder aus den Augen und richten den Fokus auf andere (fraglos wichtige) Dinge. Ich hätte hier jedenfalls zu gerne noch ein Ergebnis gehabt, welches ein bisschen eindeutiger ausfällt. Aber na ja, das ist schon eher ein Jammern auf hohem Niveau und ich bin mir sicher, dass eine vierte Staffel eine adäquate Fortsetzung des Konflikts liefern wird.
Fazit
Die dritte Staffel Ozark ist vorerst die beste der Serie und hebt das ohnehin schon hohe Niveau ein weiteres gutes Stückchen an. Der Cast und die Crew machen jeweils einen hervorragenden Job, die Handlungen und die Figuren werden gekonnt miteinander verwoben, es bleibt durchgehend spannend und diverse Wendungen und Eskalationen sorgen dafür, dass dem Zuschauer mitunter die Spucke wegbleibt. Das Finale macht derweil Lust auf die nächste Staffel, die hoffentlich bestellt wird und dann die Familie Byrde (aber auch sicher alle anderen Figuren) vor noch größere Herausforderungen stellt. Luft nach oben bleibt nur wenig, da lasse ich gerne viereinhalb von fünf Sternen springen. Und Ihr?
Hier abschließend noch der Trailer zur dritten Staffel der US-Serie Ozark:
«Ozark» Trailer
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