Outer Banks: Review der Pilotepisode

Outer Banks: Review der Pilotepisode

Die neue Netflix-Serie Outer Banks schickt eine Gruppe von Teenagern in Partylaune in die Sumpf- und Strandgebiete North Carolinas. Dort warten Drama, Romanzen und eine gefährliche Schatzsuche auf sie. Macht die Pilotepisode Lust auf mehr?

Szenenfoto aus der Pilotepisode zur US-Serie Outer Banks (c) Netflix
Szenenfoto aus der Pilotepisode zur US-Serie Outer Banks (c) Netflix
© zenenfoto aus der Pilotepisode zur US-Serie Outer Banks (c) Netflix

Die Netflix-Serie Outer Banks dreht sich um eine Gruppe Teenager, die ihre Tage in der malerischen Küstengegend im US-Bundesstaat North Carolina damit verbringen, ihr Leben mit vielen Partys in vollen Zügen zu genießen. Als sie nach einem Hurrikan in den Sümpfen über ein gesunkenes Boot stolpern, zieht sie ihr Fund in eine gefährliche Schatzsuche hinein.

Was geschieht im Auftakt von Outer Banks?

Für die Freunde John B (Chase Stokes), JJ (Rudy Pankow), Pope (Jonathan Daviss) und Kiara (Madison Bailey) steht an oberster Stelle, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. So haben sie vor allem surfen, feiern und den Rest ihrer Jugend kurz vor dem Eintritt ins Erwachsenenleben auskosten auf dem Programm. Als ein Hurrikan das Küstengebiet ordentlich durcheinanderrüttelt, finden sie auf einer ihrer Bootstouren ein gesunkenes Boot, in welchem ein lokaler Arbeiter während des Sturms unterwegs war, dessen ertrunkene Leiche kurze Zeit später entdeckt wird. Nach einem kurzen Tauchgang finden sie einen Motelschlüssel, den sie erst einmal an sich nehmen.

Von der Neugier gepackt, beschließen sie der Spur des Schlüssels zum dazugehörigen nahegelegenen Motel zu verfolgen und riskieren einen Blick in das Zimmer. Im Safe finden sie zu ihrem Erstaunen eine Handfeuerwaffe und eine ordentliche Menge Bargeld, wovon JJ einen kleinen Teil inklusive Pistole einsteckt, ehe sie sich vor der eintreffenden Polizei aus dem Staub machen. Als die Nachricht des Leichenfundes anschließend die Runde in der Stadt macht, wird der Reiz tiefer nachzuforschen größer, da der Tote nicht gerade für seine finanzielle Kaufkraft berühmt war und dessen riskante Bootsfahrt bei solchem Wetter in einem Gefährt außerhalb seiner Preisklasse nahelegt, dass er in irgendeine Art von Schmuggel involviert ist.

Bevor sie vom Reiz der Beute angezogen handeln, steht allerdings erstmal eine große Party am Strand an, zu der sich quasi die komplette Jugend des Ortes gesellt. Das bedeutet aber auch, dass vom Alkohol befeuert Ärger zwischen den „Pogues“, der ärmeren Arbeiterklasse, zu der sich die Gruppe mit Ausnahme von Kiara zählt, und der „Kooks“ genannten reicheren Schicht der existierenden Zweiklassengesellschaft des Ortes, vorprogrammiert ist. Als sich John B mit einem der wohlhabenden Burschen namens Topper (Austin North) anlegt und dieser ihn im Zuge ihres Faustkampfs beinahe ertränkt, zückt JJ seine Waffe und sprengt damit die komplette Versammlung.

Am nächsten Tag kehren die vier zum gesunkenen Boot zurück, um vor der Polizei, die bereits eine Suchaktion gestartet hat, an den möglicherweise brisanten Inhalt zu kommen. Nach einem Tauchgang kann John B einen Kanister bergen, dessen Öffnung jedoch zuerst warten muss, da sie von zwei unbekannten Männern in einem Boot verfolgt werden, die zu ihrem Entsetzen direkt das Feuer auf sie eröffnen. Nachdem sie diese schließlich abhängen können, entpuppt sich ihre Beute als Kompass, ein Relikt von Johns Vater, der einige Monate zuvor spurlos verschwunden war.

O.C., Carolina

Schon zu Beginn der Auftaktepisode werden unterbewusst viele Erinnerungen und familiäre Assoziationen geweckt, denn ohne ganz direkt etwas abzukupfern, zielt Outer Banks in Richtung von Serien wie The OC und Elite und mischt dieses Flair zu einem Cocktail aus Teeniedrama, Abenteuer und Thriller zusammen. Optisch können sich die in South Carolina gedrehten Aufnahmen definitiv sehen lassen und die generelle Produktionsqualität darf getrost im oberen Drittel der Netflix-Produktionen angesiedelt werden. Genau diese stilisierte Optik ist auch einer der Fokus- und Ankerpunkte, mit denen man das Publikum locken möchte, denn neben den wirklich malerischen Landschaftsaufnahmen inszeniert man seine jungen, gut aussehenden Darsteller gerne und ungeniert als eye candy. Insbesondere die Jungs, zu deren Dresscode eher selten T-Shirts zählen, bekommen im Piloten oft die Gelegenheit, ihre Strandtauglichkeit zu demonstrieren, aber auch die Mädels stehen ihnen da kaum nach. Im Kontext der Serie geht dieses Konzept auf, da es eher organisch und nicht zu plump und aufgesetzt voyeuristisch wirkt (kann sich noch jemand an Tidelands erinnern?).

Schauspielerisch macht der relativ unerfahrene junge Cast seine Sache ordentlich, ohne stark in eine extreme Qualitätsrichtung auszuschlagen. Letztendlich wirkt es glaubwürdig, dass diese Gruppe zusammen abhängen und feiern würde, was ja schließlich einen der wichtigsten Aspekte im Hinblick auf die Chemie miteinander ausmacht. Dass man mitten im Thrillerplot sich extra Zeit für Klassenkonflikte nimmt, spricht dafür, dass die Anteile von Coming-of-Age-Drama und Abenteuerthriller in etwa gleichwertig behandelt werden. Der Plot selbst kann bisher durchaus mit spannenden Momenten wie der Moteldurchsuchung oder der Verfolgung zum Ende der Episode hin aufwarten und auch das Mysterium rund um die Schnitzeljagd lädt durchaus zum Weiterschauen ein.

Netflix
Netflix - © Netflix

Natürlich sind einige Aktionen der Gruppe im besten Fall leichtsinnig und waghalsig, aber durchweg plausibel genug, wenn man bedenkt, dass das Ganze mit reiner Neugier begann. Schließlich greift auch ihrer finanziellen Situation geschuldet das „Gelegenheit macht Diebe“-Prinzip, wobei sie eben auch genau darüber miteinander diskutieren und ihnen durchaus klar genug ist, in welch gefährliche Gewässer sie sich navigieren könnten.

Zieht man als Vergleich noch eine weitere Teenieserie wie Riverdale heran, die ab einem bestimmten Zeitpunkt durch ihren absurden Plot und die unglaubwürdigen Twists vor allem ältere Zuschauer stückweise abgeschreckt haben dürfte, besteht die Hoffnung, dass Outer Banks seinen Spielraum zwar ausreizen, aber nicht so weit gehen wird, wodurch man eine etwas weniger abgehobene Alternative bekommt. Aber das ist nach einer Episode mehr Gefühl als Fakt, weswegen wir noch sehen müssen, wohin die Reise schließlich führt.

Fazit

Outer Banks“ liefert einen wirklich unterhaltsamen Start ab. Dabei verlässt man sich auf seine schicke Optik, den bisher durchaus spannenden Crime-/Thrillerplot und eine nicht unwesentliche Portion Teeniedrama. Die gute Wertung ist aber ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, da die Serie das größte Potential bei seiner deutlich für Jugendliche und junge Erwachsene angelegten Ausrichtung auch hauptsächlich in dieser Zielgruppe entfaltet. Älteres Publikum an sich oder jemand, der anspruchsvolles Drama erwartet, wird hier auf die Dauer gesehen wahrscheinlich nicht glücklich werden. Wer jedoch einfach auf Unterhaltung aus ist, könnte auf seine Kosten kommen.

Hier abschließend noch der Serientrailer zur neuen US-Serie Outer Banks:

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