Outcast 1x05

In der Episode The Road Before Us der Serie Outcast versucht Reverend Anderson (Philip Glenister) Kyle (Patrick Fugit) davon zu überzeugen, dass auch er in der Vergangenheit Menschen von Dämonen befreien konnte. Doch als sich dies im Praxistest als Wunschdenken herausstellt, wächst in Kyle die Sorge, seine Ehefrau Allison (Kate Lyn Sheil) könnte ebenfalls noch unter der Kontrolle einer dunklen Macht stehen.
Peace of mind
Gemeinsam machen Kyle und der Reverend sich auf, um nach Personen zu schauen, die vom Priester „geheilt“ wurden. Nachdem Kyle in Berührung mit einem ehemaligen Besitzer einer Tierhandlung kommt, stellen sie fest, dass dieser immer noch unter dem Einfluss eines Dämonen steht.
Als dies bei einer jungen Frau namens Sherry (Vanessa Marano) ebenfalls der Fall zu sein scheint, greift Kyle etwas beherzter ein und ist in der Lage den Dämonen auszutreiben. Doch das hat seinen Preis: Sherry verfällt in den gleichen vegetativen Zustand wie schon Kyles Mutter, was eine Debatte zwischen dem „Outcast“ und dem Reverend über den Sinn und Zweck ihrer Rettungsversuche auslöst.
Kyles Bemühungen, Kontakt zu Allison aufzubauen, um sich von ihrem Zustand zu überzeugen, tragen unerwartet Früchte, als diese auf seiner Veranda auftaucht, um herauszufinden, was aus dem Mann wurde, den sie einst liebte. Trotz ihres Flehens, sie über die Umstände der damaligen Ereignisse aufzuklären, kann er sich nicht dazu durchringen, ihr die abwegig klingende Wahrheit zu offenbaren.

Derweil stattet Sidney (Brent Spiner) Mildred (Grace Zabriskie) einen Besuch ab und versichert ihr, dass er sich um Kyle und den Reverend kümmern wird. Währenddessen tastet sich Chief Giles (Reg E. Cathey) an seinen Freund Ogden (Pete Burris) heran, um Informationen über dessen Beteiligung an den Geschehnissen in der Waldhütte zu erlangen. Ogden jedoch blockt alle Möglichkeiten ab, sein Gewissen aus freien Stücken zu erleichtern.
If god is out there, he's laughing at you
Outcast bleibt seiner erzählerischen Linie auch in The Road Before Us treu, während sich die Atmosphäre kontinuierlich verdichtet. Aus Sidneys (Brent Spiner) Gespräch mit Mildred können wir zunächst zwei Fakten mitnehmen: Zum einen scheint ein offener Konflikt zwischen Sidney und unseren Protagonisten bevorzustehen und zum anderen scheinen die Dämonen, wenn sie sich überhaupt als solche bezeichnen lassen, sehr stark vom Körper, den sie besetzen, abhängig zu sein. Mildred scheint nicht mehr viel Zeit zu bleiben, um sich einen neuen Wirt zu suchen. Wieso sie jedoch dieses Ziel nicht offener oder zumindest mit mehr Nachdruck verfolgt, ist momentan noch unklar.
Kyle (Patrick Fugit) und Anderson (Philip Glenister) geraten nach ihrer „Rettung“ von Sherry aneinander. Während Kyle das Ergebnis ihres Eingriffs nüchtern und resigniert betrachtet, kann und will der Reverend nicht wahr haben, dass er die Früchte seiner Bestimmung, für die er so viel aufgegeben hat, nur spärlich als Erfolg verbuchen kann. Die daraus resultierenden harschen Worte füreinander dürften dementsprechend nicht unerhebliche Konsequenzen für das ohnehin noch nicht wirklich starke Band, welches die beiden verbindet, bedeuten.
Diese Auseinandersetzung ist eines der intensiven Highlights der Episode, welche anschließend von einer weiteren starken und höchst emotionalen Szene gefolgt wird: Allison (Kate Lyn Sheil), die, wie wir erfahren, nie wirklich über Kyles damalige Motive aufgeklärt wurde, überwindet ihre Ängste, die ein stetiger Begleiter für sie geworden sind, um Antworten von Kyle zu erhalten. Gerade das Unverständnis über die für ihn völlig untypische Gewalttat und die Hoffnung, dass der Mann, den sie offensichtlich immer noch liebt, noch existiert, führen sie an diesem Abend in dessen Arme.

Doch er kann sich nicht dazu bringen, ihr die wahren Beweggründe und Umstände zu erklären. Wieso sollte sie ihm so etwas auch glauben? In ihm herrscht die Angst, dass die absurd klingende Erklärung eine noch größere Kluft, vielleicht dieses mal eine endgültige, zwischen sie treiben könnte. Zudem macht er sich Vorwürfe, dass seine Anziehungskraft auf die Dämonen, die von Sherry als eine Art Leuchten beschrieben wurde, indirekt der Grund für das Schicksal seiner Mutter und seiner Familie verantwortlich ist. Patrick Fugit und Kate Lyn Sheil schaffen es, diesen starken, emotionalen Dialog mit der nötigen Intensität herüberzubringen und auch Philip Glenister und Brent Spiner unterstreichen das weiterhin hohe Niveau der Darsteller.
Der Handlungsstrang um Chief Giles (Reg E. Cathey) und die mysteriöse Waldhütte zeigt uns, dass der Polizeichef nun endgültig mehr als nur Misstrauisch geworden ist, was seinen Freund Ogden betrifft. Spätestens in ein paar Folgen dürfte er sich mit seinen Ermittlungen in gefährliches Territorium begeben. Dies gilt es dafür noch mit den Ereignissen rund um Kyle und Anderson zu verknüpfen.
Fazit
The Road Before Us ist vielleicht die bisher beste Episode von Outcast. Die gewohnte hohe Produktionsqualität und die starken schauspielerischen Leistungen gipfeln in mehreren emotional intensiven Szenen, die dem geduldigen Zuschauer zeigen, dass die Serie langsam aber sicher ihre Identität und Richtung gefunden hat.
Der Trailer zur nächsten Outcast-Episode „From the Shadows It Watches“:
Verfasser: Tim Krüger am Samstag, 9. Juli 2016Outcast 1x05 Trailer
(Outcast 1x05)
Schauspieler in der Episode Outcast 1x05
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