Once Upon a Time 4x13

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Als wir Storybrooke zur Winterpause verließen, musste Mr. Gold (Robert Carlyle) die Stadt widerwillig verlassen. Während seines Exils in New York ist er allerdings nicht untätig und trommelt in Form von Hundeenthusiastin Cruella De Vil (Victoria Smurfit) und Riesenkalmar Ursula (Merrin Dungey) zwei Teile seines neuen Trio Infernales zusammen, um seine Rückkehr einzuleiten.
Empty Promises
Der „Dark One“ ist in eine WG mit Ursula gezogen und schmiedet von dort aus Pläne für sein „Happy Ending“. Dafür engagiert er die Mithilfe von Cruella De Vil, um gemeinsam als Team Evil erneuten Einlass in die Stadt zu bekommen, in der Magie an der Tagesordnung ist.
In der Rückblende erfahren wir, weshalb das Vertrauen der beiden Damen in Gold und sein Unterfangen ziemlich eingeschränkt ist: Um an ein für ihn wichtiges Objekt zu kommen, lockte Rumpel die drei Damen in eine Falle, die damals noch zusammen mit Maleficent (Kristin Bauer van Straten) ihre Kräfte vereinen mussten, um nicht als Bauernopfer in dessen Plan zu fallen.
Der Chernabog, ein Wesen, welches davon lebt, das Herz derjenigen Person, mit dem größten dunklen Potential zu verschlingen, war nicht nur für das böse Trio in der Vergangenheit eine Herausforderung. Er sorgt auch, nachdem die Bewohner ihn versehentlich mit den Feen aus dem Zauberhut befreit haben, in der Gegenwart für Gefahr.
Dies ist auch die Eintrittskarte für den neuen Zusammenschluss von Bösewichtinnen, welche als Teil von Golds Plan der Stadt ihre Hilfe im Gegenzug zum Einlass anbieten. Das führt auch tatsächlich zum Erfolg und sie gewähren Rumpel im Anschluss im Verborgenen ebenfalls Zugang zur Stadt. Abschließend machen Mary Margaret (Ginnifer Goodwin) und David (Josh Dallas) den beiden Neuankömmlingen, ohne vom Gold zu wissen, deutlich, dass ihnen eindeutig etwas stinkt und sie beide im Auge behalten werden.
Oktopoden, Gargoyles, Hundefänger und Drachen
Das bereits in der letzten Episode eingeführte neue Trio darf seinen ersten Auftritt in der gegenwärtigen Geschichte feiern. Dabei wollen die neuen Damen noch nicht so richtig in die Geschichte passen. Allein äußerlich wirken sie mitunter etwas deplaziert. Ich bin sicherlich niemand, der sich schnell an Kostümen stört, doch gerade Ursula sieht eher aus, als hätte sie sich in einem besonders billigen Kleid aus dem Ausverkauf zum brasilianischen Karneval nach Storybrooke verirrt. Zusätzlich gibt es, sobald sie ihre Tentakel benutzt, den bereits gewohnten CGI-Alarm, bei dem man lieber die Augen zumachen möchte.
Cruella will zumindest momentan noch nicht wirklich in das Ganze hineinpassen und ihr magische Kräfte zu verpassen wirkt ein wenig wie ein uninspirierter Versuch, sie relevanter zu machen. Am besten gefällt momentan Maleficent, denn ihre Darstellung wirkt zurzeit am organischsten, was ihre Integration in die Welt von „OUaT“ betrifft. Dementsprechend wäre es schade, wenn zu Anfang aufgrund ihrer nötigen Wiederbelebung gerade ihre Figur fehlen würde.
Was Rumpel angeht, so ist es gut, ihn wieder als voll ausgeprägten Bösewicht erleben zu dürfen, auch wenn sein Wandel in seiner Gänze und Schnelligkeit immer noch eher eingeschränkt nachvollziehbar ist. Seine Performance an sich ist dafür wieder tadellos, vom richtigen Moment, sich zweckdienlich gegenüber Cruella und Ursula unterwürfig zu verhalten, bis hin zu seinem „Verkaufsgespräch“ für seine Pläne. Letzteres könnte einem besonders gewieften Vertreter oder Motivationssprecher Konkurrenz machen.
Positiv fällt auch das neue Zusammenspiel von Emma (Jennifer Morrison) und Regina (Lana Parilla) auf, die tatsächlich vertraut und entspannt miteinander wirken. Was von der Einbindung der Charmings in die Geschichte zu halten ist, kann sicherlich debattiert werden. Zum einen scheint ihre Verbindung zu Cruella und Ursula weit hergeholt. Schließlich ist das Element, dass sich Figuren trotz völlig unterschiedlicher Geschichten und Zugehörigkeitsbereiche bereits kennen, ziemlich abgenutzt, um eine Verbindung herzustellen. Andererseits könnte das endlich die Möglichkeit sein, das Ehepaar wieder als Faktor in die Story einzubinden, der tatsächlichen Einfluss auf diese hat. Denn das ist ihnen in dieser Staffel bisher nicht gelungen.

Dabei ist es bei allen Sprüchen, die sich Ursula auf ihre Beziehung zum Meer gefallen lassen muss, beinahe sträflich, Mary Margaret oder David ihren Verdacht den Absichten gegenüber nicht mit einem Wortspiel wie „Something smells fishy here“ Ausdruck zu verleihen. Dafür nahmen die Macher die Gelegenheit wahr, während des Boxenstopps des „Devilmobils“ eine Anspielung auf Lost unterzubringen.
Es bleiben zum Ende auch ein paar Fragen beziehungsweise Anmerkungen zurück, die zumindest diskutabel sein dürften. Golds Rückkehr trotz Befehl des Dolches lässt sich noch damit begründen, dass die Magie außerhalb der Stadt keinen Einfluss mehr hat und sein Befehl lediglich war, die Stadt zu verlassen - was er ja auch bereits getan hatte. Der gemeinsame Einzug des Trios in die Stadt ist zwar ein optisch schönes Bild, aber eine Auszeichnung für eine gelungene Undercoveroperation bekommt Gold sicherlich nicht dafür, dass er mitten auf der Straße spazieren geht.
Ursula und Cruellas Beitrag zur Rettung vor dem Monster war reichlich mager, wenn sie tatsächlich nur offenbart haben, wonach es sucht. Darüber hinaus wäre der Twist zu Emma überraschender Gewesen, wenn er nicht im Vorfeld bereits dermaßen stark beworben worden wäre, auch wenn die Episode an sich dafür sicherlich nicht abzuwerten ist.
Immerhin lässt es sich durchaus begründen, dass sie die Person mit dem größten Potential für Böses ist, schließlich hat sie als mächtigste Person zumindest theoretisch dadurch auch das größte Zerstörungspotential. Das gilt auch, obwohl natürlich nicht klar ist, ob sie nun letztendlich dazu fähig ist oder nicht. Wem das nicht reicht, dem werden die Autoren sicherlich den Begriff plot device um die Ohren werfen. Denn das ist nun mal eine der primären Funktionen ihrer Hauptfigur, die als wichtigstes Element im Zentrum der Geschichte steht.
Fazit
Der Beginn der neuen Staffelhälfte war zwar durchaus unterhaltsam, hätte aber an vielen Stellen noch Bedarf für die eine oder andere Politur gehabt. Darkness On The Edge Of Town präsentiert uns ein neues Team des Bösen, welches aber gerade im Hinblick auf die Neuankömmlinge noch Luft nach oben hat. Auch wenn der Gesamteindruck der Folge also eher durchschnittlich ist, so ist der Grundstein für den weiteren Staffelverlauf gelegt und die Zusammenhänge, die momentan noch grob erscheinen, dürften sicherlich schon bald detailiert und sinnvoll aufbereitet werden.
Der Trailer zur Episode „Unforgiven“ (4x13) der US-Serie „Once Upon a Time“:
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 2. März 2015Once Upon a Time 4x13 Trailer
(Once Upon a Time 4x13)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 4x13
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