Once Upon a Time 4x14

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Während Cruella (Victoria Smurfit) und Ursula (Merrin Dungey) an der Wiederbelebung von Maleficent (Kristin Bauer van Straten) arbeiten, versuchen die Charmings verzweifelt zu verhindern, dass ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ans Tageslicht gefördert wird. Reginas (Lana Parilla) Geduld wird unterdessen auf eine harte Probe gestellt.
Maybe that head of yours is still made out of wood
In der Vergangenheit lernen wir die Verbindung der Charmings zu den Queens of Darkness kennen, die eine temporäre Allianz miteinander eingingen, um die Gefahr durch Reginas Fluch zu bannen. Doch weder das Bündnis noch die Antwort auf deren Fragen sind das, was sie sich erhofft haben.
Eine Antwort durch den „Baum der Weisheit“ bleibt genauer gesagt gänzlich aus, denn Mary Margarets Schwangerschaft hindert das magische Gewächs daran, ihnen eine Lösung für ihr Problem zu liefern. Ein weiterer Hinweis auf Emmas potenzielle dunkle Seite. Zwischen dem Ehepaar und Maleficent scheint darüber hinaus noch mehr passiert zu sein, denn im Storybrooke der Gegenwart versuchen sie fieberhaft, Cruellas und Ursulas böse Absichten zu entlarven, ohne dass dabei den Bewohnern der Stadt ihre Verbindung offenbart wird.
Doch dabei tappen sie in eine Falle und werden als Schlüsselelement für Maleficents Wiederbelebung benutzt. Die hat noch eine nicht unwesentlich große Rechnung mit den beiden offen, verspricht ihnen allerdings, diese auf langsamere und qualvollere Art zu begleichen. Statt Emma (Jennifer Morrison) davon zu erzählen, entschließen sich Mary Margaret und David (Josh Dallas) allerdings dazu, Regina in die Geschehnisse einzuweihen, und bitten diese, im Zuge einer Undercovermission die Reihen des bösen Trios zu infiltrieren.
Regina hat dabei zusätzlich eigene Probleme: Sie kommt mit der Lokalisierung des Märchenbuch-Autors nicht so recht voran. Nach einem kleinen Ausbruch gegenüber Pinocchio (Jakob Davies) kann sie ihre Nerven jedoch wieder einfangen und ihre Suche mit Hilfe von Marco (Tony Amendola) auf Kurs bringen.
You've shattered the bonds you worked so hard to forge
Unforgiven zieht von der Storydichte her im Vergleich zur vergangenen Episode wieder etwas an und wirkt aufgrund mehrerer Faktoren runder. Das liegt unter anderem an Reginas Szenen, die sowohl interessant als auch intensiv wirken. Ihre Frustration ist förmlich greifbar. Und auch wenn Pinocchio sicherlich nicht das richtige Ventil für ihren Ärger ist, so muss der kleine Holzkopf doch einen gemeinen Spruch einstecken. Gekoppelt mit ihrem Gespräch mit Marco ist die Entwicklung, die sie die gesamte Serie über gemacht hat, in nur kurzer Zeit treffend zusammengefasst.
Im Gegenteil zu manch anderen Figuren ist ihre Geschichte nachvollziehbar und konsequent inklusive zu erwartender Rückfälle dargestellt. Die Charmings sind hingegen einmal mehr deutlich sprunghafter. Während sie in der Vergangenheit ihre Prinzipien nicht beiseite legen wollen und dies ihre grundsätzliche Einstellung widerspiegelt, die Dinge lediglich in Schwarz und Weiß zu kategorisieren, so lässt sie ihr Instinkt beim Wahrheitsdilemma in Bezug auf Emma im Stich.
Die Eigenschaft Emmas, als menschlicher Lügendetektor fungieren zu können, scheinen die Autoren mittlerweile vollends über Bord geworfen zu haben. Zwar merkt sie, dass ihr sowohl ihr Piratenliebhaber Hook (Colin O'Donoghue) als auch ihre Eltern etwas verschweigen, doch bei Letzteren revidiert sie ihr Urteil umgehend wieder und offenbart so doch eine deutliche Portion Naivität.
Allerdings wird genau das als Mittel benutzt, um einen potenziell spannenden Handlungsstrang für Regina zu eröffnen, was dieses Defizit in Emmas Charakterisierung als notwendiges Übel für eine gute Idee rechtfertigen könnte. Obwohl versucht wird, Emma als aufmerksam und clever darzustellen, indem man sie die Halbwahrheiten und Lügen erkennen lässt, so fehlt ihr an dieser Stelle doch der für eine tragende Hauptfigur nötige Biss.
Während Ursula und Cruella weiterhin überwiegend als sidekicks fungieren, tritt mit Maleficent eine Figur in Erscheinung, die ihre bösen Kolleginnen nicht nur in den Schatten stellt, sondern sowohl vom schauspielerischen her als auch durch ihre Inszenierung eine würdige Bösewichtin abgibt. Ihre traurige backstory ist zwar in Anbetracht des Verlaufs der Episode keine Überraschung, verleiht ihr aber einen plausiblen Beweggrund, um Rache an den Charmings nehmen zu wollen. Es kommt zwar noch auf die genaueren Umstände an, allerdings wäre ich da momentan durchaus auf ihrer Seite. Ursula und Cruella sind zur Zeit einfach noch nicht interessant genug, um Empathie jeglichen Spektrums erzeugen zu können. Der größte Beweggrund, der bisher beispielsweise für Ursulas böse Taten geliefert wurde, ist, dass sich ihre CGI-Tentakel langweilen.

Die Episode klingt auf einer starken Note aus: Die kurze Sequenz, begleitet von Mary Margarets Voice-over, lässt alle Beteiligen noch einmal glänzen. Belles (Emilie de Ravin) und Will Scarletts (Michael Socha) unerwarteter Kuss mit Rumpels (Robert Carlyle) trotz seiner Mitschuld nachvollziehbar verletzter Reaktion, ist allein betrachtet bereits stark. Maleficents Blick, nachdem sie die (vielleicht magische?) Rassel wiederbekommt, sagt mehr als tausend Worte und trägt ihren Teil zu dieser sehr gelungenen Montage bei. Apropos Worte: Hier findet Mary Margaret genau die Richtigen, welche eine nachvollziehbare Begründung für ihre Entscheidung, die Sache vor Emma geheim zu halten, abgibt. Wenn sie das Ganze so treffend und nachdenklich ausdrücken kann, wäre eventuell doch auch eine frühere Einsicht drin gewesen.
Fazit
Unforgiven macht Platz für eine spannende Storyline für Regina und die Charmings. Kleine Schwächen werden in dieser Folge erfreulicherweise von einem starken Ende verdrängt, das nicht nur einen guten Abschluss bildet, sondern auch Hoffnung auf die kommende Handlung macht.
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 9. März 2015Once Upon a Time 4x14 Trailer
(Once Upon a Time 4x14)
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