Once Upon a Time 4x05

Während sich Emma (Jennifer Morrison), Elsa (Georgina Haig) und Regina (Lana Parilla) auf die Jagd nach der Snow Queen (Elizabeth Mitchell) begeben, erfährt der Zuschauer, wie Begegnungen aus der Vergangenheit ihre Einstellung zu Freundschaften geprägt haben.
Let's promise to stay friends
Der Blick in die Vergangenheit lässt den Zuschauer an der intensiven aber kurzlebigen Freundschaft der jungen Emma (Abby Ross) und Ausreißerin Lily (Nicole Munoz) teilhaben. Doch obwohl sie gemeinsam auf der Flucht eine schöne Zeit miteinander verbringen und sich eigentlich Treue schwören, sind sie letztendlich aufgrund einer Lüge von Lily, welche ans Tageslicht kommt, nur temporäre beste Freundinnen.
Die Gegenwart in Storybrook führt Emma, Elsa und Regina auf die Spur der Snow Queen. Allerdings werden sie mit der Hilfe von Sidney (Giancarlo Esposito) aufs Glatteis geführt. Der Snow Queen gelingt es, das Objekt ihrer Begierde, Reginas Spiegel, an sich zu reißen. Doch Dank Elsas mutigem Einsatz ist sie schließlich gezwungen, die Flucht zu ergreifen. Anschließend entlässt sie Sidney in ihrem Unterschlupf aus seinem ungeliebten Gefängnis und offenbart als Ziel ihrer Pläne, dass sie Teil einer Familie werden möchte, von der sie geliebt wird. Im Zuge dessen wird ihre Verbindung als Emmas Pflegemutter offengelegt. Währenddessen versucht Emma aus den Geschehnissen ihrer Vergangenheit zu lernen und ihr Verhältnis zu Regina wieder zu reparieren. Unabhängig von diesen Ereignissen versuchen David (Josh Dallas) und Mary Margaret (Ginnifer Goodwin) ein wenig Schwung in ihren Alltag zu bringen, was auf eine etwas unerwartete Weise auch gelingt.
Frienemies
In Breaking Glass werden sowohl einige positive als auch ein paar negative Aspekte der aktuellen Staffel fortgesetzt. Zunächst ist es ein angenehmer Trend, dass die Episoden nicht mit einer exorbitanten Masse an Auftritten verwässert werden, und sich stattdessen auf weniger Figuren mit einem größeren Zeitaufwand konzentriert wird. Reginas geringe Präsenz in den letzten Folgen blieb nicht unbemerkt und es ist schön, sie einmal wieder etwas länger in Aktion erleben zu dürfen. Sie darf einmal mehr ihre gewohnt bissigen Spitzen (insbesondere an Emma) verteilen, was ihr so gekonnt in gewohnter Manier so schnell niemand nachmacht.
Emma und Reginas Interaktionen sind dementsprechend auch das Highlight der Episode. Zum einen ist es erfrischend, dass Emmas Erfahrungen der Vergangenheit endlich einmal auf produktive Art ummünzen kann, statt es als Ballast mit sich zu schleppen. Zum anderen geht das Konzept, dass die beiden mit offenen Karten miteinander spielen auf und wird von Jennifer Morrisons und Lana Parillas ansprechend miteinander harmonierenden Schauspiels gelungen in Szene gesetzt.

Ein weiteres Plus ist auch Sidneys (Giancarlo Esposito) unvermeidliche Rebellion. Diese war längst überfällig und ich hoffe darauf, dass er so schnell nicht wieder in seine Dienerrolle verfällt. Seine Befreierin, die Snow Queen (Elizabeth Mitchell), gefällt mir nach wie vor, denn sie vermittelt ohne Emotionsausbrüche trotzdem den Eindruck, dass es unterhalb ihrer fast schon psychotisch ruhigen Oberfläche brodeln muss. Allerdings ist es auch an der Zeit, einen Blick unter besagte Oberfläche und hinter ihre Motive zu bekommen, denn der Plot um sie herum dürfte mittlerweile getrost ein wenig an Fahrt aufnehmen.
Die Freundschaft von Emma und Lily ist größtenteils glaubwürdig und liebevoll inszeniert und die jungen Darstellerinnen, Abby Ross und Nicole Munoz machen ihre Sache wirklich gut. Auch die Verknüpfung mit der aktuellen Geschichte in Storybrook funktioniert passend. Einzig, dass Emma ihre gestohlene Kamera behalten durfte, mag zwar für die Handlung zweckdienlich sein, ist allerdings wenig logisch.
I caught the thief
Ein schwächerer Trend setzt sich zur Zeit in den Subplots von David (Josh Dallas) und Mary Margaret (Ginnifer Goodwin) fort. Es scheint, als ob den Autoren weder signifikante noch spannende Ideen für die beiden einfallen. Darüber hinaus verhalten sie sich oftmals dermaßen zuckersüß, dass man vom Zuschauen Karies bekommen könnte. Ein paar mehr Ecken und Kanten und eine bessere Einbindung in die Hauptstory wären in Zukunft für sie wünschenswert. Auch wie unglaublich naiv Mary Margaret sich gegenüber Will Scarlet (Michael Socha) verhält, will nicht so recht in ihre Charakterzeichnung passen, wurde sich doch in der Vergangenheit große Mühe gegeben, ihre Interpretation von Schneewittchen als clevere und gewiefte Figur darzustellen.
Des Weiteren zieht sich eine gewisse Vorhersagbarkeit durch die Episode. Dass die junge Emma von Lily bezüglich ihres „Verfolgers“ angelogen wird, wurde schnell deutlich, während sich Emmas „Superkraft“ einmal mehr im Winterschlaf befindet. Ähnliches gilt auch für Sidneys Verrat, der sich durch seine vorige Wortwahl schon ziemlich angekündigt hatte, auch wenn es für die Geschichte und seine Figur definitiv die richtige und sinnvolle Entscheidung ist. Zusätzlich ließ sich der „Twist“, dass die Flucht von Will Scarlett doch nicht Inszeniert war, ebenfalls erahnen. Auch Elsa läuft in eine offensichtliche Falle, obwohl an dieser Stelle der eingesetzte Köder ihre Reaktion nachvollziehbar macht.
Im Allgemeinen bleiben zur Zeit noch einige Fragen offen: Was hat es mit dem Gedächtnisschwund von Emma auf sich, beziehungsweise warum nahm die Snow Queen ihr ihre Erinnerungen? Wie kommt es, dass diese sich schon damals in der uns bekannten Welt befand und was hat sie dort als Pflegemutter gemacht? Von Anna gibt es in Storybrook immer noch keine konkrete Spur und auch Will Scarletts Rolle im großen Ganzen ist momentan immer noch unklar. Spannend bleiben auch die Fragen, wem sich Sidney anschließen wird und ob Mr. Golds Zauberhut noch mit dem Frozen-Plot verknüpft wird.
Fazit
Breaking Glass wird hauptsächlich von der gelungenen Konfliktsituation zwischen Emma und Regina getragen. Die Geschichte zwischen ihnen bleibt auch für die Zukunft spannend und darf in dieser Qualität gerne wieder aufgegriffen werden. Defizite hat die Folge in puncto Vorhersagbarkeit sowie im Subplot um Mary Margaret zu verzeichnen.
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 27. Oktober 2014Once Upon a Time 4x05 Trailer
(Once Upon a Time 4x05)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 4x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?