Once Upon a Time 4x06

In der Vergangenheit versucht Belle (Emilie de Ravin), die Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter in Arendelle wieder zu erlangen und trifft dabei auf Anna (Elizabeth Lail). WĂ€hrenddessen findet ein Suchtrupp in den WĂ€ldern von Storybrook den Eiscremetruck der Snow Queen. Parallel dazu begibt sich Belle, von SchuldgefĂŒhlen getrieben, tief in die frostigen Gefilde von Ingrids (Elizabeth Mitchell) Unterschlupf.
Sometimes the answer isn't what you want
Der Tod ihrer Mutter wĂ€hrend der Oger-Kriege hat bei Belle eine GedĂ€chnislĂŒcke hinterlassen. Um ihren Frieden zu finden, macht sie sich nach Arendelle auf, um dort die Hilfe der Rocktrolls, der Nummer eins des dortigen Informationsbusinesses, zu erbitten. Auf dem Weg trifft sie auf Anna, welche ebenfalls unterwegs ist, um den Rat der weisen Steine einzuholen.
Anna vermutet, dass hinter den ErklĂ€rungen der Snow Queen Ingrid mehr steckt, als sie ihr offenbart hat. Dementsprechend konsultiert sie Grand Pabbie zusammen mit Belle. Dieser erstellt einen magisch aufgeladenen Stein, welcher ihre Erinnerungen zurĂŒckzubringen vermag. In Bezug auf ihre Mutter erzĂ€hlt er Anna, dass diese tatsĂ€chlich zwei Ă€ltere Schwestern namens Ingrid und Helga hatte, welche auf mysteriöse Weise verschwanden. Die königliche Familie beauftragte die Trolle, die Erinnerungen aller an die beiden Schwestern auszulöschen.
Auf dem RĂŒckweg werden Belle und Anna von Ingrid ĂŒberrascht. Belle verpasst es, Anna vor einem gefĂ€hrlichen Sturz zu retten, da sie nach ihrem Stein greift, bevor sie versucht, Anna zu helfen. Diese gerĂ€t daraufhin in die FĂ€nge von Ingrid.
In Storybrook findet ein Suchtrupp der Bewohner den Eiscremetruck von Ingrid, in dem sie Hinweise auf ihre PlĂ€ne hinterlassen hat. Unterdessen sucht Belle, getrieben von ihrem schlechten Gewissen, mit der âHilfeâ von Rumpel (Robert Carlyle) den Unterschlupf der Snow Queen auf der Suche nach dem magischen Hut auf. Stattdessen findet sie deren erst kĂŒrzlich zusammengefĂŒgten Spiegel vor, welcher sie mit einigen unangenehmen Aussagen konfrontiert. Bevor das Ganze auĂer Kontrolle gerĂ€t, bringt Rumpel sie allerdings in Sicherheit.
Die Gruppe um Emma (Jennifer Morrison), Elsa (Georgina Haig und Regina (Lana Parilla) wertet kurze Zeit spĂ€ter die Informationen und den Plan von Ingrid aus. Sie möchte sich ihre Familie neu aufbauen und hat unter anderem aufgrund einer Prophezeiung Emma und auch Elsa als ihre neuen Schwestern im Visier. So möchte sie ein zauberhaftes blondes âSchwesterntrioâ bilden.
Self esteem issues and heroism
âFamily Businessâ klĂ€rt ĂŒber wichtige HintergrĂŒnde und PlĂ€ne der Hauptstory auf, verknĂŒpft dabei zwar einige vorige Elemente geschickt mit dem aktuellen Plot, missachtet dabei allerdings vor allem Belles vergangene Charakterentwicklungen. ZunĂ€chst einmal ist die Vorgeschichte wĂ€hrend der Oger-Kriege passend an die Hilfe von Rumpel angebunden und erklĂ€rt auch ihre Verbindung zu Anna. Doch ihr Vater unterbindet ihre gefĂ€hrliche Suche nicht, indem er ihr einfach erklĂ€rt, dass ihre Mutter gestorben ist, um sie zu beschĂŒtzen. Ich hoffe, dass da eventuell noch mehr dahintersteckt, denn er hatte wirklich keinen Grund, ihr so etwas zu verschweigen. Es sei denn, die Autoren haben an dieser Stelle die WeiterfĂŒhrung des Plots vor eine logische Handlung gestellt.
Auch fĂŒhlt sich Belles Verhalten in der Gegenwart wie ein groĂer RĂŒckschritt an. Hatte sie nicht bereits ihre Phase, in der sie gelernt hat, Heldentum nicht durch Aktionismus erzwingen zu wollen? Sie hĂ€tte Elsa auch die Wahrheit sagen können und mit ihr und den anderen gemeinsam der Gefahr entgegentreten können. Ihre Beziehung nimmt einen unangenehmen Verlauf fĂŒr sie. Und, wie sie sich bei Rumpel fĂŒr den Gebrauch des Dolches entschuldigt, tut einem als wissender Zuschauer wirklich leid fĂŒr sie.
Aus Sicht des âDark Onesâ ist dies allerdings ein hochinteressantes Dilemma. Wie lange kann er noch vorgeben, dass der falsche Dolch ihn kontrolliert, ohne dabei Belle in groĂe Gefahr zu bringen. Ihr nicht die Wahrheit aus Angst vor den Konsequenzen zu sagen und sie stattdessen potentiell gefĂ€hrlichen Dingen wie dem Spiegel auszusetzen, passt wunderbar zu seinen âfeigenâ WesenszĂŒgen, welche er nicht vollends abzulegen vermag.
GefÀhrliche Spiegel und reformierte Bösewichte
Der Spiegel ist ĂŒbrigens aus der Geschichte von Hans Christian Andersen geliehen, in dessen Version er die Kraft hat, die guten QualitĂ€ten einer Person als schlecht darzustellen und die schwachen Eigenschaften noch vergröĂert darzustellen. Er schafft es auf jeden Fall - wie ein begabter Psychologe -, Belles Ăngste und Unsicherheiten zu vergröĂern und herauszustellen. Dies scheint auch elementar fĂŒr dessen Instrumentalisierung in Ingrids Plan zu sein. Doch glaubt sie wirklich, dass ihre neuen Schwestern ihr dafĂŒr dankbar sein werden, wenn sie die einzigen sind, die dem Chaos des Spiegels entgehen?
Zudem decken sich ihre Grundmotive als âBösewicht, der eigentlich nur geliebt werden willâ, sehr mit denen vergangener âböserâ Figuren. Auch wenn es in die Welt passt und innerhalb dieser gut und glaubhaft begrĂŒndet wird, so wĂ€re mir an dieser Stelle doch ein wenig Abwechslung lieber. Eine dieser alten bösen Figuren hat mich dieses Mal trotz kurzen Auftritts sehr ĂŒberrascht: Reginas Empfehlung an Robin Hood klang (Sean Maguire) so unglaublich selbstlos und kam ziemlich aufrichtig rĂŒber. Hat sie sich wirklich endgĂŒltig gewandelt? Auf jeden Fall war es eine schöne, kleine Szene. Auch ihre kurzen und kleinen Spitzen, welche sie verteilen durfte, waren wieder einmal ein Genuss (Stichwort: Captain Guyliner). Davon wĂŒrde ich nĂ€chstes Mal gerne mehr inklusive eines lĂ€ngeren Auftritts sehen.
Angenehm aufgefallen ist dieses Mal auch (Elizabeth Lail). Ich war zu Beginn von ihrer Darstellung der Anna noch nicht ganz ĂŒberzeugt, doch mittlerweile scheint sie ihre Linie wirklich gefunden zu haben und sich mit dem Charakter wohlzufĂŒhlen. Ein negatives Element, welches in dieser Folge hĂ€ufiger Anwendung findet, ist die Vielzahl an CGI-HintergrĂŒnden, welche vor allem in Belles sowie in Elsas und Annas Schloss Anwendung finden. Diese lenken in manchen Szenen wirklich ab, da sie einfach ziemlich falsch wirken. Dies war schon vor allem in der Hafenszene in der Staffelpremiere sehr auffĂ€llig. Dabei dĂŒrfte es gerade fĂŒr die Szenen innerhalb der Schlösser nicht allzu aufwendig sein, ein bis zwei Sets mehr aufzubauen. Zumal diese auch mehrmals verwendet werden können.
Fazit
Belle ist verliebt und ihre Beziehung fĂ€hrt einem Eisberg entgegen. WĂ€hrend sie einen Schritt nach hinten macht, geht die Haupthandlung einen nach vorne. Das Vorhaben von Ingrid und der bevorstehende Konflikt mit Rumpel und den Bewohnern von Storybrook leiten eine hoffentlich spannende Phase ein. Eine qualitativ ausgeglichene Episode, die den Weg fĂŒr die kommende zweite HĂ€lfte des „Frozen“-Storyarcs ordentlich vorbereitet.
Verfasser: Tim KrĂŒger am Dienstag, 4. November 2014Once Upon a Time 4x06 Trailer
(Once Upon a Time 4x06)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 4x06
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