Once Upon a Time 2x13

Das passiert in der Once Upon a Time-Folge Tiny:
Rumpelstilzchen (Robert Carlyle) bricht mit Emma (Jennifer Morrison) und Henry (Jared Gilmore) auf, um sich auf die Suche nach seinem Sohn zu begeben. Rumpel bereitet die Reise große Probleme: Der in Zaubertinktur getränkte Schal verhindert zwar, dass er beim Überschreiten der Stadtgrenze sein Gedächtnis verliert. Er verhindert aber nicht, dass Rumpel seine magischen Kräfte abhanden kommen, ohne die er sich ziemlich schutzlos fühlt.
Charming (Josh Dallas), Snow (Ginnifer Goodwin) und Grumpy (Lee Arenberg) wollen unterdessen von Hook (Colin O'Donoghue) wissen, was Cora (Barbara Hershey) vorhat. Alles, was er ihnen zeigen kann, ist eine Kiste auf seinem Kahn, die eine ganz besondere Fracht enthält: den auf menschliche Größe zusammengeschrumpften Riesen Antoine (Jorge Garcia, Lost), Spitzname Tiny, der beim Anblick vom Charming aus mehr als nachvollziehbaren Gründen die Fassung verliert...
Tragischer Riese
Tiny ist eine flott und dicht erzählte Episode, welche durch die Rückblende in Tinys Vergangenheit genau jenes klassische Once Upon a Time-Feeling aufkommen lässt, welches die erste Staffel geprägt hat. Die Vergangenheit unserer Hauptfiguren ist ja schon ziemlich weit abgefrühstückt. Aber zum Glück gibt es noch Neben- (zum Beispiel Dr. Whale) oder Gastfiguren wie Tiny, deren Geschichte beleuchtet werden kann.
Und es ist wirklich eine tolle und märchenhafte Geschichte, die hier erzählt wird: von dem Riesen, der von seinen Brüdern (unter anderem Abraham Benrubi), Emergency Room) stets wegen seiner Zuneigung für die Menschen verspottet wurde. Dem diese Zuneigung zum Verhängnis geworden ist, als er den falschen Menschen sein Vertrauen schenkt. Der sich dafür am vermeintlichen Übeltäter rächen will, jedoch umgekehrt genau von diesem gerettet wird. Und schließlich ausgerechnet in der Gemeinschaft der sieben Zwerge ein neues Zuhause findet.
Once Upon a Time schickt uns hier - wieder einmal - durch ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle. Das Mitleid, das wir für Tiny ob seines tragischen Irrtums empfinden, bis hin zur Rührung, als auf der Spitzhacke sein Name erscheint - und seine Aufnahme in eine neue Gemeinschaft und das Ende seiner Isolation markiert. Es ist ein bewegendes Märchen, welches Tiny nach Storybrooke führt - und damit die Möglichkeit für weitere Gastauftritte des wie immer famosen Jorge Garcia eröffnet.
Reiseübelkeit
Josh Dallas kann sich unterdessen als James mal wieder so richtig austoben. Dass er, sogar als seine Gespielin (Cassidy Freeman, Longmire) sterbend am Boden liegt, an nichts anderes denkt als daran, noch weitere Reichtümer einzusacken, ist schon ziemlich krass. Auch sonst geht Once Upon a Time für eine Familienserie recht weit, um uns die Amoral des Duos gleich von Beginn an vor Augen zu führen... Sind das wirklich Strapse, die Cassidy Freeman da trägt? Ja, tatsächlich! Was es nicht alles in der Märchenwelt gibt!?
Robert Carlyle leistet derweil erneut hervorragende Arbeit, um uns diesmal einen Mr. Gold zu zeigen, dessen Nerven - ob des fremden Terrains und seiner mangelnden Kräfte - bis zum Zerreißen gespannt sind. Besonders unterhaltsam ist dabei natürlich der Gegensatz, der zwischen ihm und Henry aufgebaut wird. Während sich der kleine Junge ausgelassen über den Abenteuertrip freut, ist Rumpel ein einziges Nervenbündel. Er, der in Storybrooke ein Mann voller Macht und Magie ist, schrumpft hier neben einem Kind zu einem Häufchen Elend zusammen.
Namenskonfusion
Ebenfalls sehr witzig ist die Reaktion von Grumpy auf die Information, dass Charming gar nicht James, sondern David heißt, was den Zwerg doch ziemlich durcheinanderbringt: „Ich nenn Dich jetzt also, wie immer ich verdammt noch mal Lust habe...“
Evil Queen Reloaded
Etwas enttäuschend ist natürlich, dass Regina (Lana Parrilla) jetzt offenbar tatsächlich auf der Seite ihrer Mutter steht. Zumindest lassen sich in Tiny keine Anzeichen dafür finden, dass sie ihr gegenüber ein doppeltes Spiel spielt. Nein, wie es aussieht, hat sich Regina tatsächlich wieder auf die Seite des Böses ziehen lassen.
Die Wahrheit schlägt jedes Sedativ
Nicht nur schade, sondern regelrecht unverständlich ist unterdessen, warum Ruby (Meghan Ory) - standesgemäß als Rotkäppchen mit einem Esskorb versehen - oder sauch sonst niemand Belle (Emilie de Ravin) über die Existenz von Magie und ihre eigentliche Identität aufklärt. Amnesie-Belle hat schließlich mit eigenen Augen den Einsatz von Magie gesehen. Es ist also nicht so, dass sie die Information, dass sie in Wahrheit ein Märchenwesen ist, per se als Unfug zurückweisen könnte. Wieso sagt ihr also niemand die Wahrheit?
Ja, offenbar wollten die Autoren sie und Greg (Ethan Embry), den unvorsichtigen Autofahrer, irgendwie auf eine Seite bekommen. Leider wirkt das allerdings ein bisschen gezwungen.
Fazit
Kleiner Riese ganz groß: Tiny ist eine wieder mal sehr unterhaltsame und berührende Folge, deren positiver Gesamteindruck auch durch kleine Schwächen nicht nachhaltig getrübt werden kann.
Trailer zu Folge 2x14 „Manhattan“
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Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 12. Februar 2013(Once Upon a Time 2x13)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 2x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?