Once Upon a Time 2x11

Once Upon a Time 2x11

Rumpelstilzchen findet einen Weg, den Vergessenszauber zu neutralisieren, der jeden befällt, der Storybrooke verlässt. Doch Hook versteht es zu verhindern, dass sein Widersacher die Stadt verlässt. Belle gerät dabei in die Schusslinie.

Diese Konversation wird nicht freundlich enden... / (c) ABC
Diese Konversation wird nicht freundlich enden... / (c) ABC

Das passiert in der Once Upon a Time-Episode The Outsider:

Rumpelstilzchen (Robert Carlyle) unternimmt mit Mr. Smee (Chris Gauthier) einen kleinen Menschenversuch: Er schüttet etwas Zaubertrank über die rote Mütze, welche Smee lieb und teuer ist, und stößt ihn über die Stadtgrenze. Eigentlich müsste Smee beim Verlassen von Storybrooke das Gedächtnis verlieren. Doch das ist nicht der Fall. Rumpelstilzchen hat also einen Weg gefunden, den Vergessenszauber zu brechen. Man muss nur den Gegenstand bei sich haben, der einem am meisten bedeudet, und diesen mit der Zaubertinktur beträufeln, dann kann man die Stadt mit intaktem Gedächtnis verlassen. Für Rumpelstilzchen heißt das, dass er sich endlich auf die Suche nach seinem Sohn Baelfire machen kann.

Belle (Emilie De Ravin) freut sich mit ihm, auch wenn sie bedauert, dass sie nicht mit ihm kommen kann. Aber die Zauberlösung reicht nur noch für einen Trip über die Stadtgrenze. So schnell kann Rumpel allerdings gar nicht aufbrechen. Das weiß Hook (Colin O'Donoghue) zu verhindern. Er lenkt Rumpel mit einem Angriff auf Belle ab, nur um in der Zwischenzeit einen Schal, Rumpels einziges Andenken an seinen Sohn, zu stehlen. Ohne diesen Schal gibt es für Rumpel keine Hoffnung, die Stadt verlassen zu können. Zu seinem Glück findet Belle einen wichtigen Hinweis, der sie auf die Spur von Hook und dessen getarntem Schiff bringt...

Gefährliche Dummheit

Tja, so was muss es auch mal geben. The Outsider ist definitiv eine der schwächeren Folgen von Once Upon a Time. Es ist nicht so, dass die Episode nicht auch ihre guten Momente hätte. Dazu gleich mehr. Was einem allerdings ins Auge sticht, sind eine Reihe von doch recht gravierenden Schwachpunkten.

Zu allererst: Die Pistole. Figuren können und müssen sogar Fehler machen. Das ist keine Frage. Problematisch wird es jedoch, wenn es sich dabei um Fehler handelt, die von einer solch himmelschreienden Blödheit sind, dass man als Zuschauer den Fernseher anbrüllen möchte: MÄDCHEN, LEG DOCH DIE PISTOLE NICHT AUS DER HAND! Was diese Art von Fehler so problematisch macht: Der Zuschauer weiß in diesem Augenblick bereits genau, was kommen wird. Die Figur bleibt (deutlich) unter ihren Möglichkeiten und wird damit ein ganzes Stück weit geschwächt. Und auch für die Geschichte selbst ist es nicht gut, wenn Plot Points aus einer solch katastrophalen Dummheit resultieren. Am spannendsten - das war letzte Woche sehr gut in Person of Interest zu beobachten - ist eine Story immer dann, wenn Figuren ihr Maximum geben, wenn sie mit all ihren Fähigkeiten und all ihrer Intelligenz bei der Sache sind.

Hier ist es jedoch so, dass sogar der Schock-Moment am Ende, als Hook hinterrücks auf Belle schießt, bis zu einem gewissen Grad entwertet wird durch die Art, wie Hook überhaupt an die Pistole gekommen ist.

Als wären Auferstehungen alltäglich

Und auch sonst haperte es in der Episode an verschiedenen Stellen: Bedenkt man das Gewicht, welches Archies (Raphael Sbarge) Ermordung in der letzten Folge und auch in dieser Episode (mit seiner Beerdigung und dem trauernden Henry) zukam, dann muss man sagen, dass seine „Auferstehung“ von den Toten vergleichsweise kurz und geradezu nebensächlich abgehandelt wurde.

Keiner fragt sich, ob es sich nicht bei ihm um eine magisch erzeugte Täuschung handeln könnte. Okay, der Hund beglaubigt seine Identität schwanzwedelnd, aber was weiß er schon? Er hat auch Regina (Lana Parrilla) als Mörderin gesehen und im Gedächtnis abgespeichert. Emma (Jennifer Morrison) hört, dass Cora (Barbara Hershey) hinter dem Ganzen stecken soll - und reagiert darauf nicht. Keine Überraschung, kein gar nichts. Obwohl es allem widerspricht, was sie bislang angenommen hatte. Obwohl Cora nach ihrem Kenntnisstand doch überhaupt nicht in Storybrooke sein dürfte. Und dann Henry (Jared Gilmore): Sagt, dass er es wusste, dass Regina nicht die Mörderin sein konnte, dabei hat er keine fünf Minuten vorher noch die Unterbringung eines Waffenarsenals in der Wohnung geplant für den Fall, dass Regina kommen und versuchen würde, ihn zu holen. In dieser Szene passt ja rein gar nichts zusammen.

Ach so, und apropos Cora: Wo war die eigentlich die ganze Zeit über? Hook bekommt von Rumpel rechts und links die Hucke voll - und von unserer Meister-Zauberin fehlt jede Spur. Klar, wir sind in Folge 11, da wäre es für einen Showdown noch etwas früh. Gleichzeitig ist ihre Abwesenheit jedoch schon etwas irritierend.

Das Belle-Problem

Die Rückblende in Belles Märchenvergangenheit wirkt bisweilen sehr generisch und vor allem etwas gezwungen. Warum sollte Belle überhaupt auf die Jagd nach irgendeinem Monster gehen wollen? Das wird nicht ganz klar. Wie überhaupt die Autoren mit ihr so ihre lieben Schwierigkeiten zu haben scheinen. Sie brauchen sie für Rumpelstilzchen, damit er jemanden in Storybrooke hat, um den er sich sorgt. Gleichzeitig scheinen sie mit Belle selbst aber nur wenig anfangen zu können.

Immerhin einen großen Pluspunkt hat die Märchen-Story: Geschickt werden Mulan (Jamie Chung) und schließlich - das ist eine sehr schöne Wende - sogar noch Prinz Phillip (Julian Morris) in die Geschichte eingearbeitet, so dass wir auch etwa über ihren Hintergrund, nämlich ihre erste Begegnung, erfahren.

Augen auf im Straßenverkehr!

Bei aller Kritik, die man an The Outsider äußern kann, trotzdem sehenswert wird die Folge natürlich vor allem durch Rumpelstilzchen und die wieder mal vorzügliche Leistung von Robert Carlyle, der mühelos die vielen Facetten seiner Figur transportiert. Als er Belle in der Szene im Laden anweist, dass sie sich in der Bibliothek einschließen und auf ihn warten soll, da hat er zwar einerseits durchaus etwas Herrisches an sich, andererseits kommt aber vor allem - man achte nur darauf, wie seine Stimme auf einmal ganz hoch und atemlos klingt - die dringliche Sorge um Belle hindurch.

Es wird auch eine Entwicklung erkennbar: Wir sehen ihn als jemand, der zwar immer wieder seinen dunklen Impulsen folgt, gleichzeitig aber versucht, der bessere Mann zu sein, den Belle in ihm sieht. Darauf, dass es diesen guten Kern wirklichen gibt, weist ja beispielsweise auch hin, dass für ihn nicht der magische Dolch, sondern der Schal seines Sohnes der wertvollste Gegenstand ist.

Am Ende scheint er zwar fest entschlossen, für das, was Hook Belle angetan hat, Rache zu nehmen. Die Entscheidung wird ihm jedoch von einem SEHR unaufmerksamen Autofahrer aus Pennsylvania abgenommen, der bei gerade Strecke nicht in der Lage war zu erkennen, dass da Leute auf der Straße stehen. Vielleicht sollten die Märchenfiguren wirklich wieder in ihre Welt zurückkehren - allein schon wegen der Gefahren des Straßenverkehrs!

Fazit

Kein Glanzlicht der Serie. Hier geht manches nicht so recht zusammen - oder ist sogar geradewegs vermurkst. Robert Carlyle macht aber vieles wieder wett. Und außerdem kann selbst bei einer exzellenten Serie wie Once Upon a Time nicht jede Folge ein Geniestreich sein (das gibt den Machern - sehen wir es positiv! - doch gleich schon fast wieder etwas Menschliches).

Trailer zu Folge 2x12 „In the Name of the Brother“

[videosj=ouat-2x12-trailer]

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 15. Januar 2013
Episode
Staffel 2, Episode 11
(Once Upon a Time 2x11)
Deutscher Titel der Episode
An der Grenze
Titel der Episode im Original
The Outsider
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 13. Januar 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 13. August 2013
Autoren
Andrew Chambliss, Ian Goldberg
Regisseur
David Solomon

Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 2x11

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