Once Upon a Time 1x18

Once Upon a Time 1x18

Eine der drĂ€ngendsten Fragen im Universum von Once Upon a Time findet endlich eine Antwort: Warum hasst die Böse Königin bloß Schneewittchen so sehr? DafĂŒr steht mehr denn je die Frage im Raume: Was fĂŒhrt Mr. Gold / Rumpelstilzchen eigentlich im Schilde?

Das kann doch nicht... Ist diese fröhliche Reiterin etwa Regina? / (c) ABC
Das kann doch nicht... Ist diese fröhliche Reiterin etwa Regina? / (c) ABC

FĂŒr Mary Margaret (Ginnifer Goodwin) wird es eng. Eine Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft (vertreten durch den vom König zum Beamten herabgestuften Alan Dale) verlĂ€uft sehr schlecht fĂŒr sie. Die Eröffnung der Gerichtsverhandlung steht unmittelbar bevor. August (Eion Bailey) bringt Emma (Jennifer Morrison) unterdessen auf die Idee, noch einmal den Fundort der Herz-Box in Augenschein zu nehmen. Dabei entdecken sie ein MetallstĂŒck, das offenbar von einer Schaufel abgebrochen ist. Die dazugehörige Schaufel finden sie in Reginas (Lana Parrilla) Garage. Als Emma am nĂ€chsten Tag jedoch mit einem amtlichen Durchsuchungsbeschluss anrĂŒckt, ist die Schaufel verschwunden. Hat August sie etwa an Regina verraten?

Regina selbst labt sich derweil daran, Mary Margaret im GefĂ€ngnis zu sehen. Die junge Lehrerin fragt sie schließlich auf den Kopf zu, warum die BĂŒrgermeisterin sie nur so hasst. Die Antwort darauf liegt natĂŒrlich in der MĂ€rchenwelt, in der Regina einst eine junge, lebenslustige Frau war, die in ihren Stallburschen (Noah Bean, Nikita) verliebt gewesen ist. Einzig ihre dominante Mutter Cora (Barbara Hershey, „Black Swan“) stellt sich mit der geballten Macht ihrer Magie der jungen Liebe in den Weg. Als Instrument dient ihr dabei schon sehr bald ein kleines MĂ€dchen, welches beinahe einen Reitunfall erleidet, was Regina jedoch noch gerade eben abwenden kann...

What did I ever do to you that you hate me so much?“ - Mary Margaret stellt in The Stable Boy eine der zentralen Fragen dieser Staffel, die uns als Zuschauer bereits seit lĂ€ngerer Zeit umtreiben. Was ist zwischen Schneewittchen und Regina vorgefallen?

Vielleicht - und das ist jetzt nur so ein Gedanke - hĂ€tten sich die Autoren fĂŒr die Beantwortung dieser Frage lieber eine Doppelfolge Zeit nehmen sollen. Denn das Hauptproblem von The Stable Boy liegt darin, dass die Handlung in der MĂ€rchenwelt stellenweise einfach viel zu dicht gedrĂ€ngt ist, um psychologisch plausibel und nachempfindbar zu sein. Da rettet irgend eine Frau seine Tochter - und König Leopold (Richard Schiff) denkt sofort daran, sie vor den Traualtar zu schleppen? Die Frau kann gut reiten, also gibt sie auch bestimmt eine gute Ehefrau und Mutter ab. Das ist doch schon ein enormer und nicht ganz alltĂ€glicher Gedankensprung.

Auch verliert der vermeintliche Verrat Schneewittchens (als Kind: Bailee Madison) viel von seiner Wirkung dadurch, dass sie und Regina sich ja im Grunde gerade erst kennen gelernt haben. Doch, eine Doppelfolge wĂ€re hier genau das Richtige gewesen: In Teil 1 hĂ€tten Regina und das MĂ€dchen zusammen ein Abenteuer bestanden, wodurch sich eine Quasi-Mutter-Tochter-Beziehung zwischen ihnen entwickelt hĂ€tte. Und das wĂ€re dann in Teil 2 der Trigger fĂŒr den Heiratsantrag und fĂŒr der AufhĂ€nger fĂŒr die ganze weitere Geschichte gewesen. Rezensenten sollten normalerweise nicht so tun, als wĂ€ren sie die besseren Drehbuchautoren. Aber in diesem Falle liegt die Lösung einfach zu nahe. Ja, als Zweiteiler hĂ€tte die Geschichte wesentlich besser funktioniert.

Dabei ist die Idee vom Ansatz her eigentlich sehr gut gewĂ€hlt: Reginas Wende zum Bösen und ihren Hass auf Schneewittchen aus einer verdoppelten Mutter-Tochter-Beziehung heraus zu formen, ist auf jeden Fall sehr stimmig. Wie oft hört man Frauen sagen, dass sie (fĂŒrchten), wie ihre MĂŒtter werden! In The Stable Boy sehen wir, dass die Regina von heute geradezu das Ebenbild ihrer Mutter geworden ist. Diese nutzt den Verlust von Scheewittchens Mutter als psychologischen Haken, um das kleine MĂ€dchen zum Geheimnisverrat zu bewegen. Umgekehrt ist es die Tatsache, von dem MĂ€dchen, das sie fĂŒr eine Vertrauensperson hielt, verraten worden zu sein, die Regina verĂ€ndert. War sie bis zu diesem Zeitpunkt eine aufrechte Romantikerin, halten in der Szene, in der sie Schneewittchen ĂŒber die wahren UmstĂ€nde ihrer Hochzeit mit Leopold belĂŒgt, erstmals Falschheit und unterschwelige Aggression Einzug in ihr Wesen.

Mit ihren Worten versucht sie zu beschwichtigen. Ihre Augen sagen jedoch ganz klar: Du kleines Biest hast mein Leben zerstört! Sicher, das ist ungerecht. Ihre Mutter ist fraglos die eigentlich Schuldige. Schließlich hat sie vor ihren Augen das Herz ihres Geliebten aus seiner Brust gerissen. Aber wie kann man schon lange auf Mama böse sein, zumal wenn man (wie wir am Anfang sehen) darauf gedrillt ist, sich untertĂ€nig zu geben, sobald man Muttis Magie zu spĂŒren bekommt? Da ist es doch sehr viel leichter und bequemer all den Hass auf ein kleines MĂ€dchen zu projizieren. Doch, diese Lösung hat was! Wenn sich die Autoren doch nur ein bisschen mehr Zeit genommen hĂ€tten!

Dass Emma auch diesmal bei dem Versuch scheitern wĂŒrde, Regina am Wickel zu nehmen, war mittlerweile schon vorhersehbar. Sehr schön waren jedoch ihre gemeinsamen Ermittlungen mit August - ebenso wie die Tatsache, dass sie am Ende schließlich Sidney (Giancarlo Esposito) auf die Schliche kommt (dessen „Ich bring mal gerade Blumen vorbei“ natĂŒrlich auch in etwas so unauffĂ€llig war wie die Frage „Ach, ĂŒbrigens, dĂŒrfte ich mal eben eine Wanze in ihrem BĂŒro installieren?“).

Das plötzliche Auftauchen einer ziemlich derangierten Kathryn (Anastasia Griffith) am Ende der Episode wirft natĂŒrlich einige Fragen auf: Wie kann sie hier sein - wenn ihr Herz doch in der Box gefunden wurde? Der Verdacht liegt nahe, dass Mr. Gold (Robert Carlyle) etwas mit ihrer RĂŒckkehr zu tun hat („Time for what?“ / „For me to work a little magic.“). Aber warum schlĂ€gt er der BĂŒrgermeisterin erst den raffinierten Plan vor, Mary Margaret gemeinsam in den Knast zu bringen, nur um diesen dann am Ende selbst zu sabotieren? Vielleicht gibt die nĂ€chste Folge darauf ja Antwort.

Fazit

Von der Idee her eine sehr ansprechende, von der Umsetzung dagegen eine etwas zu gehetzte Auflösung des Regina-Schneewittchen-RÀtsels.

Promo zu Episode 1x19 „The Return“

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 3. April 2012
Episode
Staffel 1, Episode 18
(Once Upon a Time 1x18)
Deutscher Titel der Episode
Schmetterlingseffekt
Titel der Episode im Original
The Stable Boy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 1. April 2012 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 9. Januar 2013
Autoren
Reagan Dale Neis, Daniel Roebuck
Regisseur
Dean White

Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 1x18

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?