Once Upon a Time 1x17

Once Upon a Time 1x17

Seit der Pilotfolge versucht Henry, Emma von seiner Märchenwelt-Theorie zu überzeugen. Bislang vergeblich. In Hat Trick trifft seine Mutter nun auf jemanden, der die Überzeugung, eigentlich in eine andere Welt zu gehören, mit deutlich mehr Nachdruck vertritt.

Emma (Jennifer Morrison) sollte sich in Zukunft von attraktiven Verkehrsopfern mit Riesenvillen in Acht nehmen. / (c) ABC
Emma (Jennifer Morrison) sollte sich in Zukunft von attraktiven Verkehrsopfern mit Riesenvillen in Acht nehmen. / (c) ABC

Mary-Margaret (Ginnifer Goodwin) ist, konfrontiert mit der ihr drohenden Mordanklage, aus dem Gefängnis ausgebüchst. Emma (Jennifer Morrison) muss sie vor der Anhörung am nächsten Morgen finden, oder Mary-Margaret ist erledigt. Denn selbst wenn sie sich im Mordfall als unschuldig erweist, wäre sie auf jeden Fall wegen des Gefängnisausbruchs dran. Was auch das Kalkül derjenigen zu sein scheint, die ihr zur Flucht verholfen haben. Während ihrer Suche überfährt Emma fast einen Passanten, der sich ihr als Jefferson (Sebastian Stan, demnächst in Political Animals) vorstellt. Sie nimmt den scheinbar leicht verletzten Mann in ihrem Käfer mit, was sie besser nicht getan hätte.

Was Emma nicht weiß: In der anderen Welt besaß Jefferson einen magischen Hut, der einen Übergang zwischen verschiedenen Welten erlaubt. Um seiner Tochter (Alissa Skovbye) ein besseres Leben bieten zu können, lässt er sich auf einen verhängnisvollen Deal mit der Bösen Königin (Lana Parrilla) ein. Er reist mit ihr ins Wunderland, nicht ahnend, was sie von dort mitzubringen gedenkt. Und was nicht...

Ich muss das Review in dieser Woche mit einem sehr persönlichen Bekenntnis beginnen: Als Kind habe ich Märchen eigentlich nie sonderlich viel abgewinnen können. Natürlich habe ich die Märchen der Gebrüder Grimm gelesen. Aber damit hatte es sich dann auch schon sehr schnell wieder erledigt. Um ein Fan von Once Upon a Time zu werden, sind das natürlich denkbar ungünstige Voraussetzungen. Denn die Macher der Serie legen zwar einen deutlichen Schwerpunkt auf die Grimm'schen Klassiker; darüber hinaus wagen sie aber auch gerne einmal einen Ausflug in andere Märchen-Universen. In dieser Woche zum Beispiel in das von mir - schändlicher Weise - bislang verschmähte Wunderland. Unbegreiflich, ich weiß. Spätestens im Sommer und als Vorbereitung auf die zweite Staffel steht mir Einiges an Lektüre ins Haus.

Natürlich habe ich das weiße Kaninchen erkannt. Andere Referenzen wie zum Beispiel der verrückte Hutmacher bereiteten mir dagegen deutlich größere Schwierigkeiten. Sämtliche von mir nicht erkannten Anspielungen also bitte in die Kommentare. Samt Hohn und Spott über den Rezensenten.

Die Erfahrung hat allerdings auch etwas für sich: Dadurch, dass ich die Quelle für die Referenzen nicht kenne (und mir lange Zeit sogar unsicher war, ob es sich dabei wirklich um „Alice im Wunderland“ handelte), habe ich aus eigener Anschauung erfahren, was man sich sonst gar nicht oft genug bewusst macht: Once Upon a Time mag eine Märchenserie sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihren Zuschauern nichts abverlangt. Ganz im Gegenteil.

Wendepunkt für Emma

Doch auch für den Märchen-Ignoranten konnte Hat Trick einen hohen Unterhaltungswert aus dem Hut zaubern: Zum einen dadurch, dass die Serie ihren dunkelen Zug aus den vergangenen zwei Folgen konsequent beibehielt. Emma und Mary-Margaret, die von einem Scheren wetzenden Irren gekidnappt, betäubt und gefangen gehalten werden, das hatte schon etwas sehr Düsteres und Bedrohliches. Vom geköpften Hutmacher einmal ganz zu schweigen.

Zum anderen markiert die Folge einen bedeutenden Wendepunkt für Emma. Bislang hatte sie die Märchenwelt-Theorie als bloße Spinnerei von Henry (Jared Gilmore) abgetan. Doch das ist kaum länger möglich. Denn plötzlich bekommt sie von ganz anderer Seite die gleiche Geschichte aufgetischt. Und muss zudem auch noch mit dem unwahrscheinlichen Verschwinden des Hutmachers nach dessen doch eher unsanften Fenstersturz klar kommen.

Emma, die ewige Skeptikerin, läuft deshalb zwar nicht direkt mit wehenden Fahnen ins Lager der Believer über. Aber es ist unverkennbar, dass bei ihr ein Prozess in Gang gekommen ist. Angefangen bei ihrem Versprecher, als sie Mary-Margaret (in einem wahrlich zu Herzen gehenden Dialog) als Familie deklariert, bis hin zu dem Augenblick, als sie Henry - zu seiner sichtlichen Überraschung wie Freude - darum bittet, einen Blick in sein Buch werfen zu dürfen.

Etwas Verwirrung stiftet derweil die Tatsache, wie Jefferson überhaupt aus dem Wunderland heraus und nach Storybrooke gekommen ist. Hat er es doch geschafft, einen magischen Hut anzufertigen? Aber dann hätte er doch jederzeit ein Portal für den Rückweg gehabt? (Nur für seine Tochter hätte er noch eine Lösung finden müssen)

Sehr interessant ist derweil, was einem die Szenenfotos auf der ABC-Webseite verraten. Demnach sollte wohl ursprünglich auch unser geheimnisvoller Autor Mr. August W. Booth (Eion Bailey) in der Episode auftreten. Offenbar auf der Suche nach Emma. In der fertigen Folge gehlt dagegen jede Spur von ihm.

Fazit

Ein Hutmacher, der doch nur das Beste für seine Tochter will, eine Emma, deren Skepsis ins Wanken gerät, und eine hinterhältige Verschwörung, die uns noch weiter beschäftigen wird, sorgen für eine wieder einmal sehr packende und emotionale Folge, die selbst dem „Alice im Wunderland“-Banausen großes Vergnügen bereitet.

Have you been taking kickboxing, and not telling me about it?

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 27. März 2012
Episode
Staffel 1, Episode 17
(Once Upon a Time 1x17)
Deutscher Titel der Episode
Der Hutmacher
Titel der Episode im Original
Hat Trick
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 25. März 2012 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 18. Dezember 2012
Autor
Marissa Tablante
Regisseur
Ralph Hemecker

Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 1x17

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