Once Upon a Time 1x12

Die Schöne und das Biest: Rumpelstilzchen (Robert Carlyle) wird von Dorfbewohnern um Hilfe bei einem kleinen Problem ersucht, dass sie mit einer Horde Oger haben. Dazu ist er auch gerne bereit. Allerdings möchte er im Gegenzug die schöne Belle (Emilie de Ravin, Lost) als Hausmädchen in den Dienst nehmen - und das für alle Ewigkeit. Ihr Vater und ihr Verlobter sind dagegen. Doch um des Allgemeinwohls - und des weiblichen Heroentums - wegen geht Belle mit Rumpelstilzchen mit. Unversehens entwickeln die beide Gefühle füreinander. Belle würde wohl auch aus freien Stücken bei ihm bleiben, wenn er nur kein Monster mehr wäre. Da verrät ihr eine „nette“ Frau (Lana Parrilla), die sie unterwegs auf der Straße trifft, dass es dazu nur der wahren Liebe Kuss bedarf...
Rumpelstilzchens Alter Ego in Storybrooke, Mr. Gold, ist unterdessen nicht zimperlich, wenn es um die Eintreibung von Kreditschulden geht. Einem säumigen Blumenhändler pfändet er kurzerhand und ohne jeden bürokratischen Umweg den Lieferwagen. Besagter Blumenhändler (Eric Keenleyside), den wir aus der Märchenwelt noch als Belles Vater kennen, bricht daraufhin in Mr. Golds Haus ein und lässt nun seinerseits einige Dinge mitgehen. Dabei handelt er jedoch offenbar nicht allein. Die Bürgermeisterin möchte sich Golds Aufmerksamkeit versichern, da sie eine wichtige Frage an ihn hat.
Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß - damit ist es nun vorbei. Regina findet ihren Verdacht bestätigt, dass Mr. Gold um seine wahre Identität weiß. Ebenso wie um ihre. In der Märchenwelt waren beide gleichermaßen mächtig, was offenbar verhindert hat, dass der Fluch bei Rumpelstilzchen seine volle Wirkung entfaltet hat. Die „Bösen“ sind nun also bestens im Bilde: Sie wissen jetzt nicht nur mit Gewissheit, wer ihr Gegenüber ist, sondern auch dass ihr Gegenüber weiß, wer sie sind. Jetzt müssen nur noch die „Guten“ endlich auf den Trichter kommen.
Für alle, die sich beim letzten Mal darüber beklagt haben, dass die fortlaufende Geschichte in Once Upon a Time zu langsam voran geht und die Figuren nicht schnell genug darauf kommen, wer sie in Wirklichkeit sind, werden durch diesen Handlungsstrang möglicherweise etwas besänftigt werden.
Allerdings bleiben sich die Macher der Serie auch in Skin Deep treu - und stellen nicht die übergreifende „Mythologie“, sondern vor allem die figurenzentrierte Episodenhandlung in den Mittelpunkt. Pünktlich zum Valentinstag geht es dabei diesmal um die (Un-) Möglichkeit der Liebe. Rumpelstilzchen kann - obschon der Effekt des Kusses ihn eigentlich eines Besseren belehren müsste - nicht glauben, dass sich ein Mädchen wie Belle wirklich in ihn verlieben könnte. Gemischt mit der Sorge, dass er auf einen Trick der Königin hereinfallen und seine Macht verlieren könnte, bringt dies die Geschichte zu einem herzzerreißenden Ende.
War der Ausgang vorherzusehen? Sicherlich. Schließlich wussten wir, dass Rumpelstilzchen - in seiner nicht-menschlichen Gestalt - zum Zeitpunkt des Fluchs im Kerker einsaß. Von daher war es natürlich klar, dass er hier keine Erlösung finden konnte. Das macht die Geschichte der verpassten Chance auf ein gemeinsames Liebesglück von Rumpel und Belle aber nicht weniger traurig. Selbst der Umstand, dass sich Emilie de Ravin hier - anders als zumeist in Lost - von einer ausgesprochen warmherzigen Seite zeigt, kann das Misstrauen des kleinen Magiers nicht besiegen.
In die Brüche geht derweil auch die Affäre von David (Josh Dallas) und Mary Margaret (Ginnifer Goodwin). Am Beispiel von Ashley (Jessy Schram) wird MM deutlich, dass eine Liebe wenig wert ist, wenn man mit demjenigen, den man liebt, nicht zusammensein kann. Als David ihr dann auch noch die falsche Valentinskarte überreicht, ist für sie endgültig das Ende der Fahnenstange erreicht. Für den Zuschauer allerdings auch: Wie soll man sich wünschen, dass die beiden zusammenkommen, wenn insbesondere er sich dauernd wie ein Riesena.... verhält? Die Kaltblütigkeit, mit der dieser Prinz-Charming-Verschnitt hier zweigleisig fährt, verschlägt einem ja doch schon die Sprache.
Man darf gespannt sein, wie die Autoren das wieder umbiegen wollen (oder könnte es am Ende gar sein, dass David und Mary Margaret in dieser Welt gar nicht füreinander bestimmt sind?). Es erstaunt auf jeden Fall kaum, dass die Küsse der beiden bislang nicht in der Lage waren, den Fluch zu brechen. Denn mit der wahren Liebe scheint es ja nicht so weit her zu sein, wenn er noch nicht mal die Valentinskarten auseinanderhalten kann.
Fazit
Heartbreak und noch mehr Heartbreak. Skin Deep ist wieder mal eine Folge, die zartere Gemüter durchaus zum Taschentuch greifen lassen kann. Gleichzeitig wird das folgenübergreifende Mysterium um eine weitere Facette erweitert: Warum hält die Bürgermeisterin Storybrooke-Belle - wie es scheint: in einer Art Gummizelle - gefangen? Will Regina sie als Druckmittel gegen Mr. Gold einsetzen?
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 14. Februar 2012(Once Upon a Time 1x12)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 1x12
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