Normal People Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Normal People Staffel 1

Normal People Staffel 1 Episodenguide

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Review zu Normal People Staffel 1

Die neue irische Serie Normal People wird nicht für jeden Serienjunkies etwas sein. Die Geschichte wirkt auf dem ersten Blick simpel, nach einem klassischen Coming-of-Age-Thema und auch nicht sonderlich bahnbrechend inszeniert. Eher das Gegenteil ist der Fall. Lange Einstellungen, wenig Dialoge und selten, aber behutsam eingesetzte Musik. Wer jetzt schon gelangweilt ist, sollte sich fernhalten von Normal People.

Wer noch weiter liest und weiterschaut, wird spätestens in Episode 3 mit einer so berührenden Liebesgeschichte konfrontiert, wie wir sie selten auf der Leinwand gesehen haben. Es geht um Gefühle, Intimität Ängste, Kommunikation und die Suche nach sich selbst. Doch die Geschichte einer Liebe und vor allem einer Freundschaft über die letzten Schul- und anfänglichen Universitätsjahre ist so viel komplexer, als wir es uns anfangs haben vorstellen können.

How do you know what you want? - I don't.

Marianne (Daisy Edgar-Jones) ist ein aufmüpfiger Teenager im ländlichen Nordwesten Irlands. Eigentlich die beste Schülerin der Klasse, aber ohne Freunde und als hässlich und merkwürdig abgestempelt. Ihr Zuhause ist ein riesiges Anwesen, dass sie mit ihrem mehr als unsympathischen und aggressiven Bruder Alan (Frank Blake) und ihrer verwitweten Mutter Denise (Aislín McGuckin) bewohnt, die als Juristin sehr erfolgreich arbeitet. In der kalten familiären Umgeben, erfährt sie etwas Wärme von der jungen Haushälterin Lorraine (Sarah Greene), die mehrmals wöchentlich das riesige Haus reinigt und von ihrem Sohn Connell (Paul Mescal) abgeholt wird. Connell und Marianne gehen in dieselbe Schule, aber wohingegen Marianne äußerst unbeliebt ist und mit keinem auch nur spricht, ist Connell der Star der Sportmannschaft und immer von einem Tross von Freunden und potenziellen Freundinnen umgeben. Eigentlich ist er aber schüchtern, literarisch interessiert und hat wenig mit seinen lauten und wenig subtilen Freunden gemein. Als Marianne ihm bei einer Abholung im Anwesen gesteht, dass sie ihn mag, kommt es zu einem Kuss. Wenig später entwickelt sich ein nachmittägliches Ritual, in dem Marianne und Connell mit einander schlafen und realisieren, dass sie nicht nur darin, sondern auch charakterlich, sehr gut zusammenpassen. Doch vor allem Connell will die Beziehung geheim halten, da er Angst vor dem gesellschaftlichen Stigma hat und generell von Angstzuständen und der eigenen Verwirrung im Teenageralter geplagt ist.

Nach dem tragischen Ende der dritten Episode treffen die beiden am berühmten Trinity-College in Dublin als Studenten wieder aufeinander. Dort ist Marianne die beliebte Studentin mit einem elitären Freundeskreis mit viel Einfluss auf das gesellschaftliche Geschehen am College und Connell der arme Looser aus der Provinz ohne Freunde und Status.

Marianne und Connell
Marianne und Connell - © BBCThree / Hulu

So you want to see other people then?

Die zwölf Episoden von Normal People mit einer Lauflänge von 25 bis 35 Minuten wirken in ihrer puristischen Darstellung wie kleine Momente des Lebens, die der Zuschauer beiwohnt. Dicht angelehnt an den gleichnamigen Bestsellerroman von Sally Rooney, die an der Produktion intensiv involviert war, wirken die Folgen wie die Kapitel der literarischen Vorlage. Klassische Folgenstrukturen werden nicht befolgt und die unfassbare Spannung der Serie entsteht nicht aus externen Umständen, sondern aus den Gefühlen und einzelnen Momenten und deren Reaktion von Connell und Marianne darauf. Kein so genanntes high concept als Grundlage oder ein unfassbares Mysterium stehen im Mittelpunkt der Serie. Das Mysterium von Freundschaft und Intimität wird analysiert, entpackt, immer wieder neu verschlüsselt und entfaltet dadurch die Spannung und den absoluten Suchtfaktor.

Die erste Trennung am College muss man fast als ein Missverständnis abhandeln. Connell, der neben dem Studium jobben muss, verliert seine Beschäftigung und will eigentlich Marianne fragen, ob er bei ihr für den Sommer einziehen kann, da er eh schon jede Nacht bei und mit ihr verbringt. Das Gespräch entwickelt sich jedoch völlig anders, als er es geplant hat und seine Unfähigkeit sich auszudrücken oder zu äußern, was er eigentlich will, scheitert in der Kommunikation. Das Unheil finalisiert sich in dem verheerenden Satz: „So you want to see other people then?“ und führt zum Bruch. Marianne, nach der Trennung am Boden zerstört, beginnt daraufhin eine verhängnisvolle Beziehung mit einem Kommilitonen, der immer schon ein Auge auf sie geworfen hat.

So wird erst im Laufe der Staffel die Tragweite der häuslichen Gewalt, forciertem Selbsthass und des emotionalen Missbrauchs bei Marianne deutlich, die sich in masochistische Beziehungen mit dem Studi-Ekel Jamie und beim Erasmusauftenthalt in Schweden mit Fotograf Lukas begibt und davon nur schwer loslassen kann. Bei Connell entwickeln sich die Angstzustände durch den Selbstmord eines Schulfreundes zu einer Depression, während die Freundschaft mit Marianne und die liebevolle Unterstützung seiner Mutter schlimmere Entwicklungen verhindern können.

Man ahnt, dass es vielleicht nicht gut enden wird mit den beiden Protagonisten. Oder ist das Wissen, dass es einen Menschen auf der Welt gibt, der einen liebt und vor allem vollkommen versteht, wichtiger als eine Beziehung mit diesem Menschen.... auch wenn man tausende von Kilometern voneinander entfernt ist?

Marianne und Connell
Marianne und Connell - © BBCThree / Hulu

Fazit

Schnell möchte man Normal People anfänglich als langatmig inszeniertes Teenager-Liebesdrama abstempeln, dass sich nach drei Episoden aber zu einem berührenden Drama mit so viel mehr Facetten entfaltet, als man es anfangs für möglich hält. Themen wie Selbsthass, häusliche Gewalt, Angstzustände und ein sehr zarter Blick auf Freundschaftsdynamiken verlangen vom Zuschauer eine Analyse des Gesehenen ab und wahrscheinlich eine Diskussion nach dem Beenden der Staffel. Das zarte Schauspiel des Newcomers Paul Mescal, trifft den Zuschauer mit einer Welle von Gefühlen, wie man es nur selten von einem jungen Darsteller kennt. Dazu harmonisiert Daisy Edgar-Jones (Cold Feet, War of the Worlds, Gentleman Jack) mit einem Blick, der Bände spricht und den man auch nach zwölf Episoden weiter entschlüsseln möchte. Zudem besitzen beide Schauspieler eine gemeinsame Chemie bei den sehr expliziten Sexszenen, die fast nicht zu begreifen ist. Die Regisseure Lenny Abrahamson und Hettie Macdonald schaffen es jedoch, die schwierige Balance zwischen Intimität und Charakterförderung nie außer Acht zu lassen und haben bei den Szenen auf die Arbeit des intimicy coordinator Ita O'Brian zurückgegriffen. Diese Szenen sind elementar wichtig im Verständnis der Motive und wirken nicht voyeuristisch oder ausbeutend, auch wenn sie gen Ende der Staffel sehr hart und unverständlich für den Zuschauer erscheinen. Im Laufe der Geschichte möchte man beide nur schütteln und anschreien, weil man so sehr in die Geschichte involviert ist und nach den sechs Stunden von den Emotionen erschöpft und am Boden zerstört zurückbleibt.

Wir hoffen, dass die BBC / Hulu-Produktion schnell einen Abnehmer in Deutschland erhält und empfehlen zum tieferen Verständnis der Gedankengänge der Charaktere - die in einigen verstörenden Szenen in der Serie ausgelassen werden - den ausgesprochen lesenswerten, gleichnamigen Roman von Sally Rooney zur Hand zu nehmen.

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Normal People Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Anziehung
16. Juli 2020

Die selbstbewusste Marianne (Daisy Edgar-Jones) ist eine intellektuelle Einzelgängerin aus reichem Elternhaus, die von ihren Mitschülern wegen ihrer Eigenarten auch als Psycho bezeichnet wird.... weiterlesen

1x02 – Druck
16. Juli 2020

Mit Connell) ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Aber nicht nur körperlich fühlt sie sich immer mehr zu ihm hingezogen. Sie tauschen sich auch über ihre Zukunftspläne aus. Marianne erkennt... weiterlesen

1x03 – Feigheit
16. Juli 2020

Außenseiterin Marianne (Daisy Edgar-Jones) taucht erstmals bei einer Schulfeier auf, da sie dort für einen wohltätigen Zweck aktiv ist. Das Staunen der Mitschüler ist groß, besonders da sich... weiterlesen

1x04 – Wiedersehen
16. Juli 2020

Connell (Paul Mescal) hat nach der Trennung von Marianne (Daisy Edgar-Jones) eine schwere Zeit hinter sich. Und auch der Start in einen neuen Lebensabschnitt gestaltet sich eher schwierig, als er... weiterlesen

1x05 – Verzeihen
16. Juli 2020

Marianne (Daisy Edgar-Jones) wird klar, dass sie Connell (Paul Mescal) zurückgewinnen möchte. Sie stellt ihn ihren College-Freunden vor, und er wird Teil ihres Freundeskreises. Erste Erfolge am... weiterlesen

16. Juli 2020

Hinter verschlossenen Türen beginnen Connell (Paul Mescal) und Marianne (Daisy Edgar-Jones), sich wieder zu treffen, halten ihre Beziehung nach außen hin aber erneut geheim. Als Marianne zum... weiterlesen

16. Juli 2020

Connell (Paul Mescal) zieht für den Sommer zurück in seine Heimatstadt Sligo, weil er seinen Studentenjob verloren hat und seine Miete nicht bezahlen kann. Ein Missverständnis bringt Marianne... weiterlesen

1x08 – Spannungen
16. Juli 2020

Im Sommer sind Connell (Paul Mescal) und sein Mitbewohner Niall (Desmond Eastwood) mit dem Rucksack in Europa unterwegs. Am Ende ihrer Interrailreise machen die beiden Halt in Italien, wo Marianne... weiterlesen

1x09 – Toxisch
16. Juli 2020

Marianne (Daisy Edgar-Jones) geht für ein Erasmus-Studium für ein Jahr nach Schweden. Aufgrund ihrer unverarbeiteten Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit gerät sie dort in eine toxische,... weiterlesen

1x10 – Depression
16. Juli 2020

Connell (Paul Mescal) gerät völlig aus der Bahn, als er vom Selbstmord seines früheren Schulfreunds Rob hört. Er hatte auf Robs letzte Nachricht nie geantwortet und leidet unter großen... weiterlesen

1x11 – Heilung
16. Juli 2020

Marianne (Daisy Edgar-Jones) ist zurück aus Schweden und verbringt den Sommer ebenso wie Connell (Paul Mescal) in Sligo. Sie sehen sich häufig, haben aber Schwierigkeiten mit einer rein... weiterlesen

1x12 – Liebe
16. Juli 2020

Mariannes (Daisy Edgar-Jones) und Connells (Paul Mescal) Beziehung ist endlich gefestigt und alte Wunden und Verletzungen können heilen. Connell lädt Marianne über die Weihnachtsfeiertage zu... weiterlesen

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