Nikita 2x19

Nikita 2x19

Nikita bekommt es in Wrath mit dem Zorn eines Waffenhändlers zu tun, den sie einst für Division gestellt hat. Gleichzeitig fällt ihr Blick in dieser Folge auf ihre dunkle Seite, die sie sonst vor der Welt zu verbergen versucht.

Elektrisierend: Die neueste Folge von „Nikita“ / (c) The CW
Elektrisierend: Die neueste Folge von „Nikita“ / (c) The CW

Percy (Xander Berkeley) und Roan (Rob Stewart) befreien den Waffenhändler Nicholas Brandt (Rick Ravanello) aus einem CIA-Geheimgefängnis in Norwegen. Percy möchte gerne an das Plutonium herankommen, welches Brandt in seinem Besitz hat - und auch nach fünf Jahren CIA-Folter nicht herausgerückt hat. Brandt stellt jedoch eine Bedingung: Er will sich an der Frau rächen, die ihn damals für Division in die Falle gelockt und ihn ziemlich übel zugerichtet hat. Nikita (Maggie Q).

Um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, sprengt Brandt als erstes Senatorin Pierce (Alberta Watson) in die Luft. Die anschließende Trauerfeier wiederum nutzt er, um für Nikita eine Falle aufzustellen, in die sie auch tatsächlich hineintappt. Sie zu foltern, stellt sich jedoch als weitaus weniger befriedigend heraus, als er zunächst angenommen hat...

Vergangenheitsbewältigung statt Verschwörung

Nachdem in der vergangenen Folge, Power, gleich mehrere übergreifende Handlungsstränge zu einem vorläufigen Abschluss gekommen sind (Amanda und Ari verlieren den Kampf um Zetrov, Percy gewinnt die Kontrolle über Division zurück), nutzt Nikita mit Wrath die Gelegenheit, mal wieder einen Gang zurückzuschalten und uns eine primär figurenzentrierte Episode zu präsentieren, in der keine großen Verschwörungen, sondern eher die Befindlichkeiten der Charaktere im Mittelpunkt stehen.

Zur dramaturgischen Regulation des Tempos innerhalb der Serie sind solche Folgen schon wichtig, das ist durchaus einzusehen. Auch Nikita kann nicht ständig mit 220 auf der Überholspur unterwegs sein. Das Einzige, was an Wrath jedoch so ein bisschen stört, ist die Thematik mit Nikitas dunkler Vergangenheit, von der man doch so langsam das Gefühl hat, dass die Beschäftigung damit eigentlich durch sein müsste. Da hat Nikita in den letzten zwei Jahren schon so viel Gutes getan - und trotzdem zerbricht sie sich darüber den Kopf, dass etwas Böses in ihr steckt, weil sie einem brutalen und sadistischen (siehe die Ich-brech-mal-eben-der-Frau-eines-Angestellten-die-Arme-zur-Arbeitsmotivation-Geschichte) Waffenhändler die Visage zurechtgerückt hat.

War es von ihr richtig, ihrem Blutdurst zu folgen und sich den Typen fünf Minuten allein zur Brust zu nehmen? Nein, war es nicht. Aber ein Anlass zu schlaflosen Nächten ist es jetzt auch nicht direkt. Und Nikitas Befürchtung, dass die ihr nahestehenden Menschen sich von ihr abwenden würden, wenn sie denn je davon erführen, dass sie eine solche Seite besitzt, scheint denn auch mehr als übertrieben. Wer sollte sie denn bitte schön für das, was sie da getan hat, verurteilen?

Michael (Shane West) etwa, der einen guten Teil der ersten Staffel damit verbracht hat, endlich Rache für den Tod seiner Familie nehmen zu können? Oder Alex (Lyndsy Fonseca), der Nikita in Alexandra via Video dabei zugeschaut hat, wie sie mal eben einen Mädchenhändler, der sie zuvor als Alexandra Udinov erkannt hatte, das Lebenslicht ausgeknipst hat? Ja, klar, die beiden wären bestimmt entsetzt darüber, dass Nikita einen Waffenhändler verdroschen und sich danach nicht in Schuldgefühlen gewälzt hat.

„You son of a b....!“

Sagen wir mal so: Das ist jetzt nicht Hundert Prozent stimmig. Ein wenig entschädigt werden wir dafür aber mit zwei sehr schönen, weil durchaus überraschenden Wendepunkten in den Folterszenen: Erstens, als Nikita ihrem Gegner jeden Spaß an seiner Rache nimmt. Was nützt schließlich die schmerzhafteste Folter, wenn sie dem Gefolterten gar nicht wirklich etwas ausmacht? In gewisser Weise kommt Nikita der später von Michael angesprochene Mangel an Selbstliebe hier durchaus zu Gute. Zweitens, verblüfft uns Nikita natürlich mit ihrer Schimpftirade („you son of a bitch!“) gegen ihren Liebsten. Da zieht die gute Nicky aber mal kräftig vom Leder! Mindestens genau so bemerkenswert wie ihr Ausbruch ist allerdings die Ruhe, mit der Michael ihr begegnet - und ihr im Grunde damit seinerseits den Wind aus den Segeln nimmt, so wie sie es zuvor bei Brandt getan hat.

Einen etwas merkwürdigen, weil inkonsisten Eindruck machen derweil die Kampfszenen: Während es Nicky sonst mit der größten und stärksten Jungs aufnimmt, geht sie in der Friedhofsszene schon nach einem Tritt k.o. zu Boden. Als sie dagegen umgekehrt mit Brandts Kopf die Festigkeit des Bodenbetons testet, steht dieser ungerührt wieder auf und drückt Nicky die Kehle zu - na ja, wie sollte Sean (Dillon Casey) sonst auch zur Rache für den Tod seiner Mama kommen?

Zwei Pluspunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollten: Das Setting für die Auftaktszene in Norwegen sah schon ziemlich spektakulär aus - und war eigentlich fast schon eine Verschwendung. Vor einer solchen Kulisse muss irgendein großartiger Action-Höhepunkt stattfinden! Sehr witzig war unterdessen der kurze Moment zwischen Roan und Brandt, in dem sie gegenseitig ihre Narben mustern, die sie beide bekanntlich der gleichen Person verdanken.

Fazit

Maggie Q liefert eine schauspielerische Glanzleistung ab. Ansonsten vermag Wrath nicht wirklich zu überzeugen. Allerdings weckt die Folge natürlich die Vorfreude darauf: Was Percy wohl mit dem Plutonium vorhat?

Promo zu Folge 2x20 „Shadow Walker“:

Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 22. April 2012
Episode
Staffel 2, Episode 19
(Nikita 2x19)
Deutscher Titel der Episode
Folge 19
Titel der Episode im Original
Wrath
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 20. April 2012 (The CW)
Autor
Albert Kim
Regisseur
Jeffrey G. Hunt

Schauspieler in der Episode Nikita 2x19

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?