Nikita 2x17

Michael (Shane West) ist außer sich, als er erfährt, dass Cassandra (Helena Mattsson), die Mutter seines Sohnes, eine bei MI6 eingeschleuste Doppelagentin von Gogol ist. Er will sofort nach London fliegen und seinen Sohn holen. Nikita (Maggie Q) kann ihn jedoch bremsen. Stattdessen geht die Reise nach Moskau, wo, wie sie glauben, Cassandra in Aris (Peter Outerbridge) Auftrag Semak (Peter J. Lucas) umbringen soll. Tatsächlich weiß Cassandra jedoch nichts von einem Mordauftrag. Michael und Nikita müssen erkennen, dass Cassandras Mission wohl nur dazu dienen soll, dem MI6 den Mord in die Schuhe zu schieben.
Alex (Lyndsy Fonseca) begreift unterdessen, dass nicht Semak ihre Mutter (Sarah Clarke) versteckt hält, sondern dass diese offenbar weggelaufen ist. Alex nutzt ein TV-Interview, um mit ihrer Mutter in Kontakt zu treten - und hat damit auch tatsächlich Erfolg. Sie findet ihre Mutter in der alten Datscha der Familie Udinov. Womit sie nicht gerechnet hat, ist allerdings, dass ihre Mutter von Division-Agenten umgeben ist...
Nach den ebenso wendungs- wie temporeichen Folgen der vergangenen Wochen schaltet Nikita mit Arising wieder mal einen Gang zurück, was aber auch vollkommen in Ordnung geht. Eine gute Dramaturgie setzt auf Aufwechslung. Sie gibt dem Zuschauer zwischendurch Gelegenheit zum Durchatmen - und eröffnet Spielräume für die Figuren und ihre emotionale Entwicklung. Gerade damit wir in den Phasen, die stärker von der Haupthandlung angetrieben werden (plot driven), mit den Figuren mitfiebern können, sind immer mal wieder Episoden erforderlich, welche die Figuren und ihre Beziehungen näher erkunden (character driven).
Genau das geschieht in Arising. Darin befinden sich Michael und Alex in einer sehr ähnlichen Situation: Ihnen bietet sich ein Weg, das Schlachtfeld zu räumen und sich ins Familienleben zurückzuziehen. Nachdem Cassandra sich wegen ihres Doppelagenten-Status in Michaels Augen als geeignete Mutter für seinen Sohn disqualifiziert hat, träumt er davon, gemeinsam mit Nikita Vater-Mutter-Kind zu spielen - und ihren gemeinsam Kampf hinter sich zu lassen (wofür Nikita so gar nicht zu erwärmen ist).
Alex wiederum erhält von Ari und Amanda (Melinda Clarke) ein Angebot, das sie eigentlich kaum ablehnen kann. Die beiden wollen ihr ihre Anteile an Zetrov abkaufen, so dass sie gemeinsam mit ihrer Mutter ein Leben in Frieden und Reichtum führen könnte. Der Verantwortliche für den Tod ihres Vaters hat sein gerechtes Schicksal gefunden. Für Alex gibt es damit eigentlich nichts weiter zu tun. Sie könnte vom Kampf und der Gewalt Abschied nehmen und ein völlig neues Leben beginnen.
Doch das tut sie nicht. Ebenso wenig wie Michael. Und der Grund dafür heißt in beiden Fällen: Nikita. Alex sagt, dass sie nicht ertragen könnte, was Ari und Amanda mit Zetrov anstellen würden, und dass sie weiterkämpfen muss, um sie aufzuhalten. Katya meint, dass dies etwas sei, dass Alex von ihrem Vater gelernt habe. Doch Alex widerspricht: „Nein, von jemand anderem.“ Hmm, wen sie damit wohl meinen könnte? Derweil entsagt Michael seinem Traum von einer glücklichen Familie, den Cassandra ihm nach ihrer Flucht vor zwei Geheimdiensten bietet, weil es schon „jemand anders“ gibt, die der Fels in seinem Leben ist.
Beide, Alex und Michael, nehmen lieber die Trennung von ihrer leiblichen Familie hin, als Nikita im Stich zu lassen. Nichts könnte die Nähe und den Zusammenhalt unserer Hauptfiguren wohl besser zum Ausdruck bringen, als eben dies. Dabei erübrigt es sich wohl zu sagen, dass beides Momente sind, die es dem Zuschauer richtig warm ums Herz werden lassen. Übertroffen nur noch von der Schlussszene, in der Nikita wiederum Michael zur Seite steht und ihn nach der schwierigen Entscheidung, sich von seinem Sohn um dessen Sicherheit willen zu trennen, stützt: „What you did was an act of grace!“
Nicky, Du hast ja so Recht: Du wärst als Mutter vollkommen ungeeignet! Zum Schutz eines Kindes verprügelst Du nur britische Geheimagenten und springst aus einem explodierenden Flugzeug. Du bist für andere da, wenn sie Dich brauchen, und inspirierst sie mit Deinem Sinn für Hingabe und Gerechtigkeit. Was für eine furchtbare Mutter Du doch wärst! Um die Ironie noch zu toppen, äußert Nikita die Zweifel an ihrer mütterlichen Qualifikation, dann natürlich auch noch genau in der Szene, in der sie - ganz die ordentliche Hausfrau - die Einschusslöcher in der Wand aus der Vorwoche (Doublecross) zuspachtelt.
Fazit
Arising hat seine spannenden, mitreissenden Momente (zum Beispiel als Ari Semak erschießt). In erster Linie ist es jedoch eine figurenzentrierte Episode, welche die emotionale Nähe unserer Hauptfiguren unterstreicht. Schade nur, dass Birkhoff (Aaron Stanford) gefehlt hat. Er gehört doch schließlich auch zu Nikitas kleiner Familie.
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 25. März 2012(Nikita 2x17)
Schauspieler in der Episode Nikita 2x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?