Nikita 2x15

Nikita (Maggie Q), Michael (Shane West) und Birkhoff (Aaron Stanford) versuchen der Frage auf den Grund zu gehen, warum Amanda (Melinda Clarke) so versessen darauf ist, Carla (Erica Gimpel) zu töten. Carla erinnert sich, dass sie sich beide von ihrer ersten Begegnung an gehasst haben. Carla wollte mit dem Programm jungen Menschen helfen, die gestrauchelt sind, und ihnen eine zweite Chance geben. Sie wirft Amanda vor, dass sie aus Division jenes menschenverachtende Killer-Programm gemacht habe, welches es schließlich geworden ist. Doch Nikita ahnt, dass es um mehr geht. Carla muss etwas wissen, das Amanda gefährlich werden könnte.
Alex (Lyndsy Fonseca) bereitet sich unterdessen darauf vor, als Alexandra Udinov an die Öffentlichkeit zu treten - und Semak (Peter J. Lucas) damit die Pistole auf die Brust zu setzen. Was sie nicht ahnt: Im Hintergrund ändern Amanda und Ari (Peter Outerbridge) den Plan. Da durch Carla ihre Allianz auffliegen könnte, beschließen sie, im Schutze jenes Chaos zu fliehen, welches entsteht, wenn Alex ermordet und Semak als Drahtzieher entlarvt wird...
Bisweilen kann man bei Nikita das Gefühl gewinnen, als würde man einem Zirkusartisten beim Jonglieren zusehen. Erst hat er drei, dann vier, dann fünf, dann immer mehr Bälle in der Luft, bis einem allein vom Zuschauen schon schwindlig werden kann. So ähnlich halten es auch die Autoren von Nikita mit dem Wirbel aus sich fortlaufend ändernden Plänen, Bündnissen und atemberaubenden Wendungen, der sich insbesondere während der letzten Episoden vor unseren Augen entfaltet hat.
Nikita paktiert mit dem ehemaligen Oversight-Mitglied Senatorin Pierce (Alberta Watson), um Division in die Knie zu zwingen. Alex arbeitet mit Amanda zusammen, um an Semak heranzukommen. Amanda wiederum benutzt Alex, um die Kontrolle über Zetrov zu erlangen; ein Plan, den sie selbst in dem Moment nicht aufgibt, als sie erfährt, dass Alex gleichzeitig immer noch mit Nikita im Bunde steht. Ganz abgesehen von der Gefahr, die Ari droht, hat sie offenbar immer noch die Hoffnung, dass sie Alex schließlich doch noch auf die dunkle Seite ziehen kann.
Ein Schachspiel, das nicht zwischen zwei, sondern gleich mehreren taktierenden Großmeistern ausgetragen wird, wäre ebenfalls eine sehr gute Metapher für das Intrigengeflecht, welches uns die Nikita-Autoren hier zum Entwirren geben - zum großen (kognitiven) Vergnügen der Zuschauer, die dem Ganzen noch folgen können. Den Einschaltquoten zufolge sind das nicht mehr sehr viele. Aber davon wollen wir uns jetzt nicht beunruhigen und den Genuss an der Serie (so lange sie denn auf Sendung ist) nicht schmälern lassen.
Origins setzt die Reihe herausragender Episoden, die uns Nikita in den letzten Wochen geboten hat, nahtlos fort. Wie schon in Rogue werden die Rückblenden nicht als bloße Bebilderung der Figurenhintergründe, sondern zum aktiven Vorantreiben der Handlung benutzt. Geschickt werden dabei die Erinnerungen verschiedener Figuren wie Puzzlesteine zusammengesetzt, um der Frage auf den Grund zu gehen, warum Amanda Carla umbringen will.
Einziger (kleiner) Kritikpunkt in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass die Erinnerung an eine zufällige Begegnung in einem Hotel vor vielen Jahren die Auflösung bringt. Nun ist die Situation, die dort gezeigt wird, allerdings so belanglos und unverfänglich, dass es doch sehr zweifelhaft erscheint, dass sich überhaupt irgendjemand nach all der Zeit noch an Aris Gesicht erinnern würde (ohne Peter Outerbridge damit zu nahe treten zu wollen).
Was Origins in emotionaler Hinsicht spannend und interessant macht, ist derweil vor allem der Konflikt zwischen Nikita und ihrer früheren Wohltäterin rund um die Frage, ob Division unter einer anderen, philanthropischen Leitung nicht auch andere Resultate hervorbringen würde. Lässt sich das Programm zum Guten nutzen? Über diese Frage ließe sich lange theoretisch debattieren. Zweifel daran, dass es unter Carlas Regime bei Division so viel anders laufen würde, sind allerdings nach dieser Folge auf jeden Fall angebracht: Und dass nicht nur, weil sie bereit wäre, Alex in ihrem Feldzug gegen Amanda zu opfern (was von Nikita und Bad Ass Birkhoff verhindert werden kann).
Bezeichnend ist auch, wie vollkommen ihr die Ironie entgeht, als sie am Telefon mit Percy davon spricht, dass wir durch die Gemeinschaft definiert werden, in die wir uns begeben. Wie wahr, wie wahr!
Fazit
Nikita - das ist im Augenblick mehr denn je spannendes, mitreißendes Fernsehen, welches denjenigen, die überhaupt noch mitkommen, größtes Vergnügen bereitet!
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 19. Februar 2012(Nikita 2x15)
Schauspieler in der Episode Nikita 2x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?