Nikita 2x06

Nikita 2x06

Nikita will Alex helfen, gerät dabei jedoch auf die Spur ihres leiblichen Vaters. Die Suche nach ihm stellt sich jedoch als ein gefährliches Unterfangen heraus. Für den Zuschauer stellt sich das Resultat jedoch als die vielleicht bislang beste Folge der zweiten Staffel dar.

Nikita (Maggie Q, l.) hat sich das erste Treffen mit ihrem Vater sicher anders vorgestellt. / (c) The CW
Nikita (Maggie Q, l.) hat sich das erste Treffen mit ihrem Vater sicher anders vorgestellt. / (c) The CW

Percy (Xander Berkeley) will Alex (Lyndsy Fonseca) als Komplizin im Kampf um seine Freiheit - und gegen Amanda (Melinda Clarke) gewinnen. Er bietet ihr Informationen über Semak an. Alex will auf den Deal jedoch nicht eingehen und bittet stattdessen Nikita (Maggie Q) um Hilfe; Alex möchte, dass ihre ehemalige Partnerin die entsprechenden Daten auf der Black Box heraussucht.

Das tut Nikita auch. Über Semak findet sich jedoch nichts Interessantes. Stattdessen entdeckt Birkhoff (Aaron Stanford) jedoch ein Dosssier über Nikita, welches Informationen über ihre leiblichen Eltern enthält. Ihre Mutter, eine Vietnamesin, ist bei ihrer Geburt gestorben. Ihr Vater, ein CIA-Agent, ist jedoch noch am Leben. Nikita bricht zusammen mit Michael (Shane West) auf, um ihn zu finden. Nicht ahnend, dass es genau das ist, was Percy die ganze Zeit beabsichtigt hat...

Danke, liebe Nikita-Autoren! Nachdem man insbesondere in der letzten Woche schon anfangen konnte, an der zweiten Staffel der Serie zu zweifeln, liefern die Macher mit 343 Walnut Lane wieder genau die Art von Episode ab, für die man diese Serie einfach lieben muss: Spannend, intelligent und höchst emotional erzähltes Actiondrama.

Statt eines Falls-der-Woche steht die Geschichte rund um Nikitas Vater im Mittelpunkt, welche unsere Protagonistin - und das Publikum gleich dazu - durch ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle schickt: Die Hoffnung, endlich ein Stück Familie (und damit Normalität) gefunden zu haben; das vorsichtige Abtasten und einander Kennenlernen, schließlich die wundervolle Vater-Tochter-Aussprache bei einem edlen Tröpfchen - und die Erkenntnis, dass das alles nichts anderes als eine Lüge ist!

Selten zuvor sind wir in der Serie Zeugen einer derartigen emotionalen Grausamkeit geworden. Als ob Nikita nicht schon an dem Geheimnis um Michaels Sohn schwer genug zu tragen hätte - sowie an der Frage, ob sie und Michael jemals Kinder haben und ein normales Leben führen werden. Da denkt Nikita, sie hätte jemanden gefunden, dem sie sich anvertrauen kann. Und dann stellt sich die Person als ein Division-Agent heraus.

Eigentlich sollte man es vielleicht nicht - aber irgendwie kommt es einem doch so vor, dass er sich die beiden Kugeln am Ende redlich verdient hat.

Percy beweist unterdessen, dass es tatsächlich wohl niemanden gibt, der ihn in seinem Spiel schlagen kann. Sieht es anfangs so aus, als ob es ihm darum geht, den Plan mit Nikitas Vater als Hebel gegen Amanda einzusetzen, um sich weitere Haft-Vergünstigungen zu verschaffen, ist es in Wahrheit Alex, die er zu kompromittieren versucht, um sie erpressbar zu machen. Er weiß um ihre anhaltende Sympathie für Nikita - und nutzt dies schamlos aus.

Die einzige (kleine) Enttäuschung dieser Episode besteht darin, dass Alex dies nicht erkennt. Insbesondere als Percy sehr freizügig mit der Information umgeht, dass die Geschichte mit Nikitas „Vater“ erfunden und erlogen ist, hätte sie eigentlich stutzig werden müssen: „Wieso erzählt der mir das überhaupt?“ Nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte. Denn so oder so hätte Alex einen Weg finden müssen, um Nikita zu warnen.

Birkhoffs Coolness-Faktor steigt und steigt - und er bekommt in 343 Walnut Lane sogar endlich einmal die Gelegenheit, sich als Actionheld zu beweisen. In der Schlägerei mit Richard hält er lange genug durch, um Nikita Gelegenheit zum Einschreiten zu geben. Und auch in der Schießerei am Ende macht er keine schlechte Figur.

Apropos Schießerei: Die Actionszenen sind wieder einmal ein wahres Fest für Augen und Ohren, was ihre dramaturgische Funktion um so besser zur Geltung bringt. Vor allem das große Feuergefecht am Ende macht fast den Eindruck, eine Art reinigendes Gewitter zu sein, welches die aufgestaute Wut und die Enttäuschung über den Verrat in einem einzigen geballten Gewaltausbruch hinwegspült.

Fazit

Die Rebellen müssen sich eine neue Basis suchen. Percy hat Alex in der Hand - und wird sie fraglos dazu benutzen wollen, seinem Gefängnis zu entkommen. Michael erfährt, dass er einen Sohn hat. 343 Walnut Lane ist eine exzellente Episode, die zur Kategorie der großen „Wendepunkt-Folgen“ gehört. Nach ihr bleibt nichts mehr so, wie es vorher war (was für die zweite Staffel nur gut sein kann).

Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 30. Oktober 2011
Episode
Staffel 2, Episode 6
(Nikita 2x06)
Deutscher Titel der Episode
Folge 6
Titel der Episode im Original
343 Walnut Lane
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 28. Oktober 2011 (The CW)
Autor
Andrew Colville
Regisseur
Nick Copus

Schauspieler in der Episode Nikita 2x06

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