Nikita 1x15

Ein leichtes Stirnrunzeln stellt sich zu Beginn von Alexandra ein: Nikita wird doch nicht auf den Mark-Zuckerberg-Zug aufspringen?! Es scheint fast so, als wären Klone des Facebook-Erfinders seit „The Social Network“ in zahllosen US-Serien unterwegs. Doch in Nikita bleibt der jugendliche Internet-Milliardär eine Randfigur, die lediglich den MacGuffin der Woche zur Verfügung stellt: ein neues Handy-Gadget, in dem Percy ein Millionengeschäft wittert.
Die eigentliche Geschichte besteht jedoch darin, dass Alex bei Erledigung ihres Auftrags eine junge Frau trifft, die sie von früher kennt: Irina ist mit ihr zusammen aus Russland als Sex-Sklavin herübergekommen. Einziger Unterschied zwischen den beiden: Während Alex abhauen konnte, ist Irina immer noch eine Gefangene. Alex will Irina helfen, so wie Nikita ihr geholfen hat. Aber der Plan geht schief. Alex gerät selbst wieder in die Fänge des Menschenhändlers Vlad (Mark Ivanir, Im Angesicht des Verbrechens).
Interessant ist die Folge vor allem unter zwei Aspekten: Zum einen erfahren wir endlich mehr über Alex' Vergangenheit. Sie ist die Tochter eines russischen Oligarchen - und damit Alleinerbin eines Milliardenvermögens. Wenn herauskommt, wer sie in Wirklichkeit ist, wäre das für sie tödlich.
In Vlads Gefangenschaft wird Alex mit ihrer größten Angst konfrontiert: Dem Rückfall in die Drogenabhängigkeit. Der Cliffhanger der Episode lässt uns befürchten, dass Amanda sich genau diese Schwäche Alex zunutze machen will, um ihrem eigentlichen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat sie damit tatsächlich die Achillesferse der jungen Agentin gefunden? Wird Alex unter dem Stress der Entzugssymptome die Wahrheit für sich behalten können?
Wir haben in der Vergangenheit bereits erlebt, wie überaus manipulativ Amanda (Melinda Clarke) sein kann. Entsprechend gespannt können die Zuschauer der kommenden Episode entgegenfiebern.
Doch Alexandra war auch noch in anderer Hinsicht bemerkenswert. So treffen Nikita und Michael in einer denkwürdigen (und für einige russische Mafiosi sehr schweißtreibenden) Sauna-Szene aufeinander und tun sich auf der Suche nach Alex zusammen. Wie überzeugend Nikitas Behauptung ist, in Wahrheit nur an dem Handy-Prototyp interessiert zu sein, sei einmal dahingestellt.
Die beiden arbeiten zusammen. Und natürlich kommen unweigerlich die Ereignisse aus One Way zur Sprache, welche das Verhältnis der beiden so sehr haben abkühlen lassen. Als Nikita erfährt, wie dicht Michael davor stand, Kasim zu erwischen, kommt ihr fast so etwas wie eine Entschuldigung über die Lippen. Gleichzeitig versucht sie, ihr Handeln zu rechtfertigen, indem sie sagt, dass sie Michael nur beschützen wollte.
Schließlich kommt sie sogar auf ihr Motiv dafür zu sprechen: „What I did I did out of...“ - sie spricht das Wort nicht aus, aber ihr Gesicht lässt uns - wie auch Michael - deutlich erahnen, dass das Wort, welches sie sich hier verkneift, wohl mit einem „L“ begonnen hätte. Für die Beziehung der beiden ist diese Aussprache ein bedeutender Schritt. Immerhin hat man gegen Ende deutlich das Gefühl, dass Michaels Wut auf Nikita verflogen ist. So lässt er sie am Schluss - wieder einmal - entkommen.
Alles in allem präsentiert sich Nikita mit Alexandra erneut in Bestform: Eine schnell erzählte, spannende Geschichte, welche die Hintergründe der Figuren und ihre Beziehungen zueinander beleuchtet - und dabei geschickt die Balance zwischen Action und emotionalen Momenten hält.
Zu letzteren zählt auch das Video, welches sich Nikita am Ende anschaut. Nachdenklich blickt sie auf den Bildschirm und beobachtet, wie Alex ihren Peiniger erschießt. Was ist nur aus ihr geworden, der kleinen Alexandra?
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 19. Februar 2011(Nikita 1x15)
Schauspieler in der Episode Nikita 1x15
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