Nikita 1x11

Inhalt
Es ist so weit: Alex erhält ihren ersten Mordauftrag, der quasi so etwas wie die Gesellenprüfung für sie ist. Erledigt sie den Job, ist ihre Ausbildung damit abgeschlossen - und sie steigt in den Rang einer Agentin auf. Ihr Opfer: ein schwerreicher Verbrecherboss, der unbemerkt auf der Hochzeit seiner Tochter um die Ecke gebracht werden soll.
Nikita will den Job für Alex übernehmen, weil sie glaubt, dass die junge Rekrutin es nicht fertig bringen würde, den Mann zu töten, um ihre Tarnung aufrecht zu erhalten. Alex protestiert: Es kann nicht sein, dass Nikita für sie ständig die Kastanien aus dem Feuer holt. Um Division, die Organisation, die ihre Eltern auf dem Gewissen hat, auszulöschen, ist Alex auch bereit, den Mord an diesem Kriminellen zu verüben.
Zumindest glaubt sie das. Als vermeintliche Mitarbeiterin der Hochzeitsplanerin infiltriert Alex die Hochzeitsfeier. Der Plan: In einem unbeobachteten Augenblick soll sie dem Vater der Braut ein Gift injizieren. Doch der Plan schlägt fehl. Der Angriff mit der Giftspritze scheitert. Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit den Leibwächtern ihres Opfers legt Alex mit der Pistole auf den Mann an. Doch sie kann nicht abdrücken. Das erledigt wenig später Thom für sie.
Alex steht kurz davor, überwältigt zu werden. Da greift Nikita ein. Die beiden wollen vom Gelände fliehen. Doch Division hat mehrere Einheiten zusammengezogen. Denn Birkhoff hat das Chat-Programm von Nikita und Alex entdeckt. Percy weiß nicht, wer der Maulwurf ist, aber er weiß, dass es einen Maulwurf gibt - und dass Nikita am Ort des geplanten Anschlags ist.
Zu ihrem Unglück merkt Nikita viel zu spät, dass ihr Kommunikationskanal mit Alex kompromittiert worden ist. Um Alex zu schützen, bleibt Nikita nur ein Ausweg: Sie muss sich selbst in die Gefangenschaft von Division begeben - und so tun, als habe Alex sie geschnappt.
Percy kann sein Glück kaum fassen, dass Nikita endlich gefasst ist. Bevor er sie tötet, will er jedoch unbedingt herausfinden, was mit seiner Festplatte passiert - und natürlich: wer der Maulwurf in seinem Laden ist. Er lässt Nikita von Amanda foltern. Amanda weiß, dass die meisten Foltertechniken bei Nikita nicht funktionieren würden. Deshalb versucht sie sie an ihrer schwächsten Stelle zu treffen: Ihrem Herz. Sie konfrontiert sie mit ihren Gefühlen für Daniel - und dem Vorwurf, dass es Nikita gewesen sei, die ihre „Familie“ verraten habe.
Es ist Alex, die Nikita schließlich zur Hilfe kommt. Nachdem die junge Rekrutin einem Wachmann die Codekarte geklaut hat, holt sie einige Sprengsätze aus der Waffenkammer - und kreiert mit Hilfe der Explosionen nicht nur eine Ablenkung, sondern sorgt auch dafür, dass sich Nikita - sehr zum Entsetzen von Amanda - befreien kann. Im Alleingang prügelt sich Nikita daraufhin ihren Weg durch die Zentrale von Division frei.
Alex hat derweil ein gewaltiges Problem: Thom, der sie vorher noch vor Jaden gewarnt hatte, ist auf den Trichter gekommen, dass Alex die Verräterin sein muss. Es kommt zu einem Kampf zwischen den beiden. In dessen Verlauf löst sich ein Schuss aus Thoms Waffe; doch es ist Thom selbst, der getroffen zu Boden geht. Alex hat nun also doch einen Menschen auf ihrem Gewissen.
Nikita will mit Alex flüchten. Doch Alex ist davon überzeugt, dass sie die Situation meistern kann. Sie will mit ihrer verdeckten Operation weitermachen. Sie schiebt dem sterbenden Thom die Codekarte unter, mit der sie die Sprengsätze aus der Waffenkammer geholt hatte. Den Fingerabdruck-Aufsatz, den sie verwendet hatte, um in Percys Büro einzubrechen, hatte Jaden ihm vorher schon gegeben. Damit sind genug Beweise vorhanden, um die Täuschung zu kreieren, dass Thom Nikitas Kontaktmann innerhalb von Division gewesen ist.
Für ihre Leistungen erhält Alex schließlich die verdiente Belohnung: Percy befördert sie zur Agentin...
Kritik
Keine Frage: Von der ein oder anderen Ungereimtheit ist All the Way nicht frei. Angefangen bei der nicht einmal videoüberwachten Waffenkammer bis hin zu der Tatsache, dass Division zwar über High Tech aller Art verfügt, dann aber nicht einmal ein wichtiges Beweisstück wie die Codekarte auf Fingerabdrücke untersucht; Thom hatte sie nicht ein einziges Mal in der Hand - und Alex trägt keine Handschuhe.
Das sind jedoch bestenfalls winzige Detailfehler, die dem ungemein großen Vergnügen, welches das Winterfinale von Nikita bereitet, nicht den geringsten Abbruch tun.
Die Folge aus der Feder von Showrunner Craig Silverstein hatte einfach alles, was die Serie auszeichnet: Hochspannung, Action und ein gehöriges Maß an dramatischen Verwicklungen, welche die Figuren an ihre Grenzen führen: Alex bringt es nicht über sich, einen wildfremden Menschen (der darüber hinaus auch noch ein ausgewiesener bad guy ist) zu ermorden, am Ende ist es Thom, der Mann, für den sie eindeutig Gefühle entwickelt hat, den sie tötet - und dem sie den Verrat unterschiebt.
Nikita versucht alles, was sie kann, um zu verhindern, dass Alex in die Situation kommt, jemanden töten zu müssen. Denn Nikita weiß, wie dies einen Menschen verändern kann. Gleichzeitig muss sie jedoch lernen zu akzeptieren, dass sich ihre Rekrutin von ihr zu emanzipieren beginnt. In diesem Zusammenhang ist es durchaus aufschlussreich, was die eingestreuten Rückblenden dem Zuschauer verraten: Dass es nämlich Alex' Vorschlag und Entscheidung war, die Undercover-Mission bei Division anzutreten, während Nikita ihr davon abgeraten hat.
Hier fällt auch der Satz mit der Frage, wie weit jede der beiden bereit ist, für das Gelingen ihres gemeinsamen Ziels, den Sturz von Percy und seiner Division, zu gehen.
Michael stand in All the Way etwas im Hintergrund. Die wenigen Szenen mit ihm waren jedoch für die Entwicklung seiner Figur sehr interessant: So ist er sehr um Alex besorgt und rät ihr - ganz und gar nicht vorschriftsgemäß - sogar dazu, über den Vorfall im Haus zu lügen. Er ahnt, was mit ihr passiert, wenn sich herausstellt, dass sie nicht in der Lage war, den Mann zu ermorden. Davor will er sie bewahren. Hier zeigt er sich klar von seiner mitfühlenden Seite.
Seine Haltung zu Nikita scheint sich dagegen - nach den Ereignissen in One Way - merklich verändert zu haben: So zögert er bei ihrer Flucht keinen Moment, um zum Telefonhörer zu greifen und Meldung zu machen.
Faszinierend war es auch, Amanda zu beobachten, wie sie versucht, Nikita einer Gehirnwäsche zu unterziehen, indem sie eine Umwertung aller Begriffe vornimmt: Familie, Geborgenheit, Fürsorge, das versucht sie, mit Division in Verbindung zu setzen - Lüge und Verrat dagegen mit den Gefühlen, die Nikita für Daniel entwickelt hat.Welch ein Glück für sie, dass sie rechtzeitig den Rückzug antritt, bevor Nikita sie mit ihren Ketten erwürgen kann!
Fazit
Nikita ist die wohl spannendste Serie der neuen Season. Dabei ist den Machern um Craig Silverstein das seltene Kunststück gelungen, die zur Spannungserzeugung nötige klare Opposition zwischen einem erwünschten (gut) und einem unerwünschten Ausgang (böse) um komplexe und gleichzeitig durch und durch glaubhafte Figuren/Figurenbeziehungen zu ergänzen. In der Form, in der sich Nikita aktuell präsentiert, kann der Januar gar nicht schnell genug kommen!
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 11. Dezember 2010(Nikita 1x11)
Schauspieler in der Episode Nikita 1x11
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