Nikita 1x10

Inhalt
Owen stattet Nikita einen Besuch im Hallenbad ab. Wie er sagt: Um sicher zu gehen, dass sie nicht bewaffnet ist - schließlich fürchtet er immer noch ihre Rache, weil er derjenige war, der Daniel ermordet hat. Owen braucht Nikitas Hilfe bei einem Plan, den er schon mal - ohne sie zu konsultieren - in Gang gesetzt hat: Er hat ein Video der Presse zugespielt, welches zeigt, wie US-Agenten einen links gerichteten chilenischen Präsidentschaftskandidaten ermorden - und das Ganze als Unfall tarnen.
Owen hat das Video von einem USB-Stick gezogen, den Percy benutzt hat, um die Black Box mit neuen Daten zu aktualisieren. Owens Hintergedanke: Wenn Percy merkt, dass das System mit den USB-Sticks seine Schwächen hat, dann wird er den Tüftler hinter den schwarzen Kästen einberufen, um das Sicherheitsleck zu schließen. Einen Mann, der nur „der Ingenieur“ genannt wird. Über Nikitas Kontakt innerhalb von Division will Owen an diesen Ingenieur herankommen, um über ihn wiederum an sämtliche schwarzen Kästen zu gelangen.
Nikita macht bei Owens Plan mit - und weist Alex an, nach dem Ingenieur Ausschau zu halten. Gleichzeitig warnt Nikita jedoch davor, dass der Schachzug auch einen gefährlichen Haken hat: Der öffentliche Aufruhr - in Chile finden bereits anti-amerikanische Proteste statt - wird unweigerlich dazu führen, dass man die Verantwortung einem Unschuldigen in die Schuhe schieben wird.
Diesen Unschuldigen hat Percy auch schon gefunden: Einen Daten-Analysten von der CIA, der darauf gekommen ist, dass es neben Langley eine andere geheime Organisation geben muss, die in letzter Zeit zahlreiche Aktionen durchgeführt hat. Dieser Daten-Analyst namens Ryan Fletcher macht nur einen Fehler: Er berichtet seinem Chef von diesem Verdacht. Nichts ahnend, dass sein Boss mit Percy unter einer Decke steckt.
Percy lässt die Division-Rekruten künstliche Beweise fabrizieren, die den Beleg dafür erbringen sollen, dass Fletcher selbst als angeblich rechts gerichteter Fanatiker hinter der Ermordung des chilenischen Präsidentschaftskandidaten steht. Durch Alex erfährt Nikita von den gefälschten Beweisen. Gerade als sie Fletcher warnen will, wird dieser jedoch schon bei einem Trip nach Chile, der der Aufklärung des Mordes dienen sollte, von linken Guerilleros gefangen genommen, die ein Video-Geständnis von ihm erpressen wollen.
Nikita und Owen machen sich auf den Weg nach Chile, um Fletcher zu befreien. Inzwischen ist der „Ingenieur“ tatsächlich in der Zentrale von Division eingetroffen. Percy weist ihn an, gemeinsam mit Birkhoff einen Weg zu finden, wie man ein Update auf die Black Box aufspielen kann, ohne einen USB-Stick zu benutzen.
Birkhoff und der Ingenieur kommen erst gar nicht miteinander klar; nach einer zünftigen Videospiel-Runde kommen die beiden jedoch gemeinsam auf die Lösung des Problems. Der Ingenieur attestiert gegenüber Percy Birkhoffs Talent. Und spricht damit sein eigenes Todesurteil. Denn nun braucht ihn Percy nicht mehr. Alex, die den Belüftungstunnel benutzt hat, um die Vorgänge im Computer-Labor zu belauschen, wird Zeuge, wie Percy den Tüftler mit bloßen Händen ermordet. Immerhin hat sie eins aufschnappen können: Eine weitere Box befindet sich in London.
Als Alex aus dem Tunnel herauskriechen will, hat sie jedoch ein Problem: Jaden hat den Ausgang blockiert, um in alle Ruhe Alex' Zimmer nach dem Fotoapparat durchsuchen zu können. Sie findet ihn zwar, doch die Speicherkarte fehlt. Allerdings entdeckt sie den Plastik-Schuber, mit dem Alex Birkhoffs Fingerabdruck kopiert hat. Jetzt hat sie etwas in der Hand, um umgekehrt auch Alex zu erpressen. Als sie diese jedoch wegen ihres Fehlens anschwärzen will, hat sie Pech: Alex hat einen anderen Weg aus dem Tunnel gefunden.
In Chile gelingt es unterdessen Nikita und Owen, Fletcher aus der Gewalt der Guerilleros zu befreien, die ziemlich darüber frustriert waren, dass das Weiße Haus selbst bereits die Schuld von Fletcher eingestanden hat (womit das Geständnis-Video obsolet geworden ist). Als Nikita und Owen gemeinsam mit Fletcher das Weite suchen wollen, werden sie jedoch von Michael und dessen Leuten unter Feuer genommen. Schließlich darf es Nikita auf gar keinen Fall gelingen, die ganze schöne Vertuschungs-Geschichte, die Division um Fletcher herum konstruiert hat, zu zerstören.
In diesem Augenblick erhalten Nikita, Owen und Fletcher jedoch unerwartete Hilfe von Fletchers CIA-Kollege Gil (wenn mich nicht alles täuscht: Michael Cram, Flashpoint), der mit einem Trupp US-Soldaten die drei Flüchtigen festnimmt - und damit Michael und sein Team zum Rückzug zwingt.
Nikita beschließt während des Rückflugs in die USA, Fletcher ins Vertrauen zu ziehen, was es mit ihr und Owen und Division auf sich hat. Fletcher wiederum verhilft ihr und Owen zur Flucht mit dem Fallschirm.
Owen übergibt die Black Box an Nikita, die ohne großes Federlesen zur Waffe greift und den Kasten zerstört. Das ist schließlich ihr Ziel: Sie will die Datensammlungen vernichten, um anschließend Percy und Division zu Fall zu bringen, ohne sich selbst der schmutzigen Geheimnisse zu bedienen, die in den schwarzen Kästen gespeichert sind.
Owen macht sich auf den Weg nach London, wo die nächste Black Box zu finden ist. Nikita bleibt jedoch daheim: Sie fürchtet nämlich, dass es für Alex bald brenzlig werden könnte.
Kritik
Manchmal muss man als Serienmacher einfach Glück mit dem richtigen Timing haben: In der Woche der WikiLeaks-Veröffentlichungen hätte man wohl keine passendere Folge als Dark Matter auf Sendung bringen können. Material, dessen Bekanntwerden den USA äußerst unangenehm ist, der Betreiber einer Leak-Webseite, der - laut Michael - unter Druck gesetzt wird, das alles kommt einem doch sehr bekannt vor.
Darüber hinaus findet sich in Nikita auch noch ein Zitat, das sich unmittelbar an The Simpsons aus den letzten zwei Wochen ###news1### anzuschließen scheint: „Letting you kids watch cable news would only make you dumber...“ Touché!
Nikita bestätigte wieder einmal voll und ganz, warum die The CW-Serie die vielleicht beste neue Produktion der Season ist. Dazu gehört eben auch, dass den Geschichten bei aller fantastischen Übertreibung und Zuspitzung immer ein Element von wiedererkennbarer Realität innewohnt. Und sei es nur, dass man mit Chile ein Land gewählt hat, in dem 1973 tatsächlich ein von der CIA unterstützter Putsch stattgefunden hat, an dessen Ende der gewaltsame Tod von Präsident Salvador Allende stand.
Damit bildet Nikita einen wohltuenden Kontrast zu Undercovers, wo die Folgen manchmal bar jedes Bewusstseins für die politischen Realitäten geschrieben werden: Die CIA, die einen Mordanschlag auf einen neu gewählten südamerikanischen Präsidenten verhindert, der die Ölvorkommen seines Landes vor der Ausbeutung durch ausländische Konzerne schützen will? In which universe?
Gleichzeitig kann man beruhigt feststellen, dass sich - zumindest beim ersten Auftritt von Ryan Fletcher - nichts an Ton und Machart von Nikita geändert hat. Nachdem Pläne bekannt geworden waren, dass CW die Serie für sein Kernpublikum, die jungen Mädchen, zugänglicher machen will, waren auf Seiten der Fans große Befürchtungen laut geworden ###news0###. Bislang scheinen sie jedoch unbegründet gewesen zu sein.
Einzige Änderung, die man in Dark Matter beobachten konnte: Owen (Devon Sawa) war bei weitem nicht so abweisend und unzugänglich wie bei seinen letzten zwei Auftritten. Im Gegenteil: Man konnte deutlich den Eindruck gewinnen, dass er Nikita ein wenig zu umschwärmen versucht. Wozu natürlich auch die erotisch aufgeladene Atmosphäre im Schwimmbad - Ihr könnt sagen, was Ihr wollt: Maggie Q im Badeanzug ist hot! - sowie seine Komplimente („You were wrong! About not being a hero...“) beitragen. Owen lächelt sogar. Da scheint jemand den Schmerz über seine ermordete Freundin überwunden zu haben.
Wie immer genial: Percy versteht es, sogar aus einer vermeintlichen Niederlage (er kommt nicht mehr an Fletcher heran) einen Sieg zu machen (durch den gefakten Selbstmord von Fiedler macht er Fletcher zu einer unwichtigen Figur). Gleichzeitig können wir Alex nur beipflichten: Wir haben wirklich gesehen, wozu Percy - ohne auch nur mit der Wimper zu zucken - fähig ist.
Und auch die Fehde zwischen Alex und Jaden geht in die nächste Runde. Nun hat jede der beiden etwas gegen die andere in der Hand. Das gehört genau zu den Dingen, die Nikita so überaus interessant und spannend machen: Die Figuren werden durch die Geschichten weiterentwickelt, indem man die Charaktere immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, welche gleichzeitig mit dem großen Handlungsbogen verknüpft sind. Dadurch sind die Folgen - zumindest bislang - vor den Hängern bewahrt geblieben, die sich in manch anderen Serien finden.
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 4. Dezember 2010(Nikita 1x10)
Schauspieler in der Episode Nikita 1x10
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