Mr. Robot 1x04

Elliot (Rami Malek) bereitet sich in der Mr. Robot-Episode EPS1.3_DA3M0NS.MP4 auf den Einbruch im Datencenter von Steel Mountain vor, rechnet dabei aber nicht mit den akuten Entzugserscheinungen im Zusammenhang mit seiner Morphiumsucht. Dadurch verschiebt sich die AusfĂŒhrung seines Plans, was diesen ins Wanken bringt.
The last line
Unter der Leitung von Elliot plant Fsociety die Infiltration von Steel Mountain um Evil Corp den ersten deutlichen Schlag zu versetzen. Da die Möglichkeiten den Angriff per Computer aus der Ferne durchzuziehen beschrĂ€nkt sind, bietet Elliot an, den Eingriff persönlich vor Ort durchzufĂŒhren.
Das setzt allerdings auch sein körperliches Wohlbefinden voraus, was sich auf dem Weg dorthin als massives Problem herausstellt, da Elliot die Auswirkungen seines Morphiumsentzugs deutlich unterschÀtzt. Dementsprechend ist eine Stopp in einem Hotelzimmer unumgÀnglich, denn schon bald stellen sich die Entzugserscheinungen als nicht unwesentliches Hindernis heraus.
Dort gibt sich Elliot im Zuge seines Aufenthalts einer Reihe von ausgeprĂ€gten TrĂ€umen und Halluzinationen hin, die ihn in die Tiefen seines Unterbewusstseins fĂŒhren. Als er erwacht, steht ihm Mr. Robot (Christian Slater) zur Seite um ihn mit einem GebrĂ€u seines Kollegen Romero (Ron C. Jones) wieder aufzupĂ€ppeln.
WĂ€hrenddessen versuchen Darlene (Carly Chaikin) und Trenton (Sunita Mani) die UnterstĂŒtzung der Hackergruppe âDark Armyâ zu gewinnen, deren Kontaktperson (Michael Drayer) nicht nur eine alter Bekannter von Darlene ist, sondern auch derjenige ist, der versucht, ĂŒber Angela (Portia Doubleday) und Ollie (Ben Rappaport) das Computernetzwerk von Allsafe zu infizieren. Gleichzeitig lernen sich Angela und Shayla (Frankie Shaw) nĂ€her kennen und deren gemeinsam verbrachter Abend und die damit einhergehenden Erfahrungen motivieren Angela dazu, das Computervirus in Allsafes Netzwerk einzuspeisen.
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Mit EPS1.3_DA3M0NS.MP4 stellt Mr. Robot erneut eine Analogie zwischen einem Begriff aus der Computerwelt und Elliots inneren DĂ€monen her. Dabei schicken uns die Macher auf einen unglaublich surrealen Trip voller Metaphern, Philosophie und Psychologie, sodass die Episode zwar an den KrĂ€ften zehrt, dies aber auf eine fordernde Art macht, die den Zuschauer durch seine gelungene DurchfĂŒhrung in seinen Bann zieht.
Dabei gibt es in diesem komplexen Geflecht so viele interessante Ansatzpunkte, dass wir uns zunĂ€chst mit den offensichtlicheren BeschĂ€ftigen wollen. Shayla (Frankie Shaw) und Angela (Portia Doubleday) kommen zum ersten Mal auĂerhalb des Dinners in der letzten Folge miteinander in Kontakt, was vor allem fĂŒr Angela spĂŒrbare Konsequenzen hat.
Dabei lieferte Shaylas AttitĂŒde, frei nach dem Motto âlebe fĂŒr den Momentâ, einen deutlichen Kontrast zu Angelas schĂŒchternen und etwas zugeknöpftem Verhalten, was sich aber im Laufe ihres Abends schnell Ă€ndert. Ob der durchaus intensive Kuss nur in der Hitze des Moments geschehen ist, oder ob sich zwischen den beiden mehr entwickeln könnte, werden die nĂ€chsten Episoden zeigen. Sicher ist, dass Angela dadurch den AnstoĂ bekommen hat, mehr an sich als an andere zu denken und so den eigenen Schutz und den ihrer Familie vor Ollie (Ben Rappaport) und Allsafe zu stellen.

Darlene bekommt mit Trenton (Sunita Mani) einen ruhigen Gegenpool zu ihrer extrovertierten und direkten Art, wobei ihr Spruch („I am a menace to society“) doch arg aufgesetzt wirkt. DafĂŒr macht ihre Verbindung zu ihrem Kontakt bei der âDark Armyâ und dessen Anmerkung, dass er weiĂ, wie wichtig ihr die Sache ist, neugierig auf ihre BeweggrĂŒnde.
Auch diese Episode lĂ€sst sich wieder spekulieren, ob Mr. Robot (Christian Slater) eine Projektion von Elliots Unterbewusstsein ist. Dieses Mal wurde er zwar von einem Dealer direkt angesprochen und als eigenstĂ€ndige Person identifiziert, jedoch war dies höchstwahrscheinlich bereits Teil der Halluzination beziehungsweise Traums unseres Protagonisten. Allerdings ist er die einzige andere anwesende Person, als Romero den Rat gibt, dass jemand sichergehen soll, dass Elliot sich mehr von dessen GebrĂ€u in den Rachen kippt („Make sure he keeps chugging those“).
Im Mittelpunkt der Episode stehen Elliots Entzugserscheinungen und die damit einhergehenden Halluzinationen, die sich auf eine Ă€uĂerst facettenreiche Weise manifestieren. Die aneinandergereihten Sequenzen sind dabei so lang, dass sich der anstrengende Trip auch auf den Zuschauer ĂŒbertrĂ€gt. Trotzdem will man davon keine Sekunde missen, da eben diese Szenen vor subtiler Symbolik, philosophischen AnsĂ€tzen und Einblicken in Elliots Psyche nur so strotzen.
Dabei wird die Balance auch von absurden humorvollen Elementen aufrecht erhalten, wie etwa dem sprechenden Fisch mit der Stimme von Keith David. Doch der zentrale Fokus liegt auf den aufkeimenden Fragen, die sich zwangslĂ€ufig ergeben: Welche Bedeutung hat der immer wieder auftauchende SchlĂŒssel, der von Angela zunĂ€chst fĂ€lschlich als Ring interpretiert wurde? Will uns Elliots Unterbewusstsein mit der Verlobung sagen, dass ihm seine beste Freundin wesentlich mehr bedeutet, als er sich eingestehen möchte? Was will Angela ihm mit der Andeutung sagen, er sei erst vor einem Monat (wahrscheinlich der Beginn der Handlung von Mr. Robot) geboren?
Die Maske von Fsociety wird zu einem Teil von ihm den er nicht mehr ablegen kann. Möglicherweise ist die SchlĂŒsselĂŒbergabe als seine Entscheidung sich fĂŒr deren Sache zu engagieren zu interpretieren. Eine weitere Frage ist, warum anstelle des Hauses der Aldersons eine Fehlermeldung steht? Wie er an dieser Stelle lĂ€chelnd den Song des kleinen MĂ€dchens mitsummt, trĂ€gt wunderbar zum surrealen GefĂŒhl der gesamten Szenerie bei. Was hat es mit der Frage des MĂ€dchens auf sich, könnte Mr. Robot Elliots Monster sein? Interessant ist auch, dass er erst nach seinem Trip die vierte Wand durchbricht, um wieder mit uns Zuschauern zu reden.

Einer der wenigen Kritikpunkte an EPS1.3_DA3M0NS.MP4 ist, dass aufgrund der Traumsequenz so viel Zeit eingerĂ€umt wird, dass andere HandlungsstrĂ€ngen wie Beispielsweise Darlenes Begegnung mit der âDark Armyâ nur wenig Spielraum blieb und dass der Zuschauer nach dem anstrengenden Trip sich nur noch mit MĂŒhe wieder auf die Geschehnisse in der RealitĂ€t konzentrieren kann.
Vor allem Visuell ist die Episode am Rande eines Meisterwerks. WĂ€hrend die Nahaufnahme der in der Distanz verschwindenden Line zu Beginn der Episode einen beinahe symbiotischen Rahmen mit dem letzten Bild der StraĂe nach Steel Mountain bildet, möchte man wĂ€hrend der Szenen mit Elliot und Angela am liebsten das Bild anhalten um es sich mit einem schicken Rahmen an die Wand zu hĂ€ngen, so gelungen ist diese Bildkomposition. Solch gekonntes Handwerk ist selbst im talentĂŒberfluteten US-Fernsehen eine Ausnahmeerscheinung.
Fazit
Sehr geringe MĂ€ngel können nicht ĂŒber die herausragende IntensitĂ€t der Episode hinwegtĂ€uschen, die aufgrund ihrer experimentellen Elemente ein kleines (oder groĂes) Kunstwerk ist. Audiovisuelle Spitzenklasse trifft auf Aspekte, die gleichermaĂen zur Interpretation und Reflexion der mannigfaltigen subtilen Einstreuungen einladen. Mr. Robot bleibt fĂŒr mich eindeutig die bisher positivste Ăberraschung des Sommers.
Der Trailer zur nĂ€chsten Episode âMr. Robotâ:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Donnerstag, 16. Juli 2015Mr. Robot 1x04 Trailer
(Mr. Robot 1x04)
Schauspieler in der Episode Mr. Robot 1x04
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