Missing (2012) 1x01

Missing (2012) 1x01

Ashley Judd kehrt mit Missing ins Fernsehen zurĂŒck. In der neuen, zunĂ€chst zehnteiligen ABC-Actionserie spielt sie eine Mutter, die sich auf die Suche nach ihrem in Europa verschollenen Sohn begibt.

Die neue Actionserie „Missing“ / (c) ABC
Die neue Actionserie „Missing“ / (c) ABC

Vor zehn Jahren kam Rebeccas (Ashley Judd, „MĂ€nnerzirkus“) Ehemann Paul (Sean Bean, Game of Thrones) bei der Explosion einer Autobombe ums Leben - vor den Augen ihres damals achtjĂ€hrigen Sohns, der nur durch Zufall dem Anschlag entkam. Seither hat Rebecca alles getan, um ihren Sohn so gut wie möglich zu beschĂŒtzen. Als Michael (Nick Eversman) jedoch unbedingt fĂŒr ein Auslandssemester nach Rom gehen will, willigt Rebecca, wenn auch etwas widerstrebend, ein.

Als sie eines Tages nichts mehr von ihm hört und von der Uni erfahren muss, dass er schon seit zwei Wochen seine Seminare versĂ€umt, ist sie ĂŒberzeugt davon, dass ihm etwas passiert sein muss. Sie fliegt selbst nach Rom, um Nachforschungen anzustellen. Dabei stĂ¶ĂŸt sie in Michaels Wohnung auf einen bewaffneten Mann, den sie in einem Zweikampf tötet. Wie sich nach und nach herausstellt, waren Rebecca und ihr Gatte nĂ€mlich einst Agenten der CIA. Der Geheimdienst ist ihr auch schon sehr bald auf den Fersen. Und nicht nur der...

Wirklich originell ist der Plot von Missing (2012) sicherlich nicht gerade. Die Suche nach dem verschwundenen Partner, Kind oder Elternteil hat man ja doch schon hÀufiger in Film und Fernsehen - bei ABC derzeit auch in The River - zu sehen bekommen. Rein konzeptionell ist Missing also keine Serie, die einem die Schuhe auszieht.

Was man Missing (2012) jedoch zu Gute halten muss, ist eine sehr ansprechende Umsetzung: Hervorzuheben sind dabei insbesondere die europĂ€ischen SchauplĂ€tze Wien, Rom und Paris, fĂŒr die ausnahmsweise mal nicht Vancouver, sondern Prag gedoubelt hat, was zumindest vom „europĂ€ischen Feeling“ her gleich fĂŒr eine höhere AuthentizitĂ€t sorgt. Eine US-Serie, die weitestgehend in Europa spielt, ist außerdem schon per se eine interessante Abwechslung.

Explosiver Auftakt in %26bdquo;Missing%26ldquo; © ABC
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Vom Aufbau her ist der Pilot fehlerfrei gestrickt: Die Bombenexplosion, gerade als Rebecca und Paul dabei sind, PlĂ€ne fĂŒr eine Erweiterung ihrer Familie zu stricken, zieht uns in die Geschichte hinein. Danach lĂ€sst sich die Folge etwas Zeit, um uns Mutter und Sohn nĂ€her zu bringen, bevor die Schnitzeljagd nach Hinweisen auf Michaels Verbleib beginnt.

Sehr schön ist dabei vor allem die kleine Montagesequenz mit den wiederholten Blicken Rebeccas auf ihr Handy, ob ihr Sohn eine SMS geschickt hat. Wir bekommen dadurch nicht nur ein GefĂŒhl fĂŒr das Verstreichen der Zeit, sondern lernen damit auch Rebecca als Figur besser kennen: Sie ist eine besorgte, aber keineswegs hysterische Mutter, die wegen einer nicht beantworteten SMS gleich das Schlimmste vermutet. Gerade an dieser Stelle machen viele Produktionen Fehler, indem uns als Zuschauer die Sorge der Protagonisten zunĂ€chst ĂŒbertrieben erscheint, was sich entsprechend negativ auf unser emotionales Engagement fĂŒr die Figuren auswirkt. Missing (2012) löst dieses Problem auf elegante Weise mit einer einzigen kleinen Sequenz.

Ashley Judd kommt in jeder Hinsicht als SympathietrĂ€gerin herĂŒber, welche die Serie souverĂ€n trĂ€gt. Einzig an ihrem etwas unkoordiniert wirkenden Herumgefuchtel in den Nahkampf-Szenen hĂ€tte sie vielleicht etwas arbeiten sollen. Dass sie nicht als unbezwingbare Super-Agentin ĂĄ la Nikita auftritt, sondern die Actionszenen eher im Stil der „Bourne“-Filme gehalten sind, ist zwar offenkundig beabsichtigt. All zu amateurhaft sollte man Rebecca dann aber vielleicht doch nicht aussehen lassen.

Durchaus geschickt ist natĂŒrlich, dass der Zuschauer - jedenfalls, wenn er sich nicht durch die VorankĂŒndigungen hat spoilern lassen - zunĂ€chst gar nicht darĂŒber orientiert ist, dass sie und ihr Mann frĂŒher CIA-Agenten gewesen sind. Dadurch lernen wir Rebecca zunĂ€chst als Ehefrau und Mutter, also ĂŒber ihre familiĂ€re Seite, kennen, und sehen sie nicht sofort durch die Brille der Agenten-Story an.

Fazit

Nach der Pilotfolge zu urteilen, ist Missing (2012) keine Serie, die man unbedingt sehen mĂŒsste. Tut man es doch, trifft man auf eine sympathische Protagonistin in einer solide erzĂ€hlten Actionserie, die gut zu unterhalten weiß. Keine Serie zum nĂ€gelkauenden Dranbleiben, sondern eher fĂŒr den regnerischen Sonntagnachmittag.

Verfasser: Christian Junklewitz am Freitag, 16. MĂ€rz 2012
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Missing (2012) 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Allein gegen alle
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 15. MĂ€rz 2012 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 5. November 2013
Autor
Gregory Poirier
Regisseur
Steve Shill

Schauspieler in der Episode Missing (2012) 1x01

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