Mayans MC 1x05

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Dass die Mitglieder des Mayans MC und des Galindo-Kartells keine Kinder von Traurigkeit sind, wenn es um Brutalität geht, ist nichts Neues. Doch in der Episode Uch/Oppossum dürfen wir in Abgründe blicken, die vorher ein bisschen versteckt lagen. Dazu gehören vor allem die Tiefen in den Seelen von Angel (Clayton Cardenas) und seinem Vater Felipe (Edward James Olmos).
Wie der Vater, so der Sohn
Ersterer sieht sich kurz nach dem Aufstehen mit dem Kopf einer Frau in seinem Wohnzimmer konfrontiert, ein Ereignis, auf das er recht cool reagiert. Denn aus der Küche kommt schon der Verursacher hinzu, Exhäftling Cole (Branton Box). Der Mann mit einem Faible fürs Militärische ist auf der Suche nach Deals, also schlagen die beiden auf einen Drogentransfer ein.
Im Verlauf dessen muss ein afghanischer Mann, der nicht fliegen darf, in die USA geschmuggelt werden, doch die Cops auf der Südseite der Grenze haben eigene Pläne. Am Ende muss EZ (JD Pardo) in kurzer Zeit eine große Summe Geld beschaffen, um das afghanische Paar und seinen Bruder aus den Fängen der mexikanischen Gesetzeshüter zu befreien.
Er wendet sich dazu an Coco (Richard Cabral), der Adelita (Carla Baratta) in die Angelegenheit holt. Gemeinsam überbringen sie die Summe in Drogen aus dem Galindo-Diebstahl, woraufhin der Polizist nur noch Adelita festhalten will. Doch die hat damit gerechnet und ihre kindliche, brutale Rebellenarmee in Stellung gebracht. Zurück bleibt ein Haus voller toter Menschen mit Abzeichen auf der Brust und ein reumütiger Angel. Denn er hat Gefühle, zumindest für eine Person, Rebellenanführerin Adelita. Ob er darüber hinaus noch zu Emotionen fähig ist, bleibt abzuwarten. In dieser Episode zeigt er so manch harten Charakterzug, der denen von Miguel (Danny Pino) in kaum etwas nachsteht. Sprüche über Nekrophilie angesichts eines toten Schädels in der Hand sind dann selbst für Coco zu viel. Ganz zu schweigen von EZ, der in dieser Hinsicht wohl eher nach seiner Mutter kommt.
Denn auch Felipe ist kein Unschuldslamm, wie wir in dieser Episode erfahren. Er spielt die Rolle des alten, weisen Mannes in seiner Schlachterei extrem gut, doch dahinter steckt mehr, als man bisher vermuten durfte. Schon früh erkennen wir, dass er einen Ruf hat, denn selbst Jimenez (Maurice Compte) muss sich mal kurz übergeben, nachdem er dem ältesten Reyes gedroht hat. Er scheut nicht davor zurück, Kinder und unbeteiligte Ehefrauen zu bedrohen, um sein Geheimnis zu bewahren. Am Ende gibt er einen kleinen Einblick: Er war unter seinem echten Namen Mitglied bei der mexikanischen Drogenbehörde und nahm das Recht mit seinem Partner in die eigenen Hände. Bestens vernetzt ist er immer noch, es kostet ihn nur einen Barbesuch bei einem alten Freund, um Jimenez' Haus zu orten.
Hinter der Fassade
Auch hinter Emily (Sarah Bolger) könnte mehr stecken, als bisher zu erkennen war. Sie setzt in dieser Mayans MC-Episode zum großen Angriff an und liefert ihrem Mann und seinen Gefährten einen genial durchdachten Schlachtplan gegen die Rebellen. Immer wieder wird sie gewarnt, dass man sich in dieser Welt nicht aussuchen kann, an welchen Aspekten man sich beteiligt und vor welchen man die Augen verschließt, doch sie bleibt davon unbeeindruckt. Es ist die Sorge um ihren Sohn, aber dahinter scheint mehr zu stecken. Um ihn zurückzubekommen, müsste sie die Rebellen nicht zur Strecke bringen. Auch die letzte Szene im Hause Galindo lässt vermuten, dass Emily sehr wohl schon lange wusste, worauf sie sich mit ihrer Ehe einließ. Um in Sons of Anarchy-Metaphern zu sprechen, ist sie vielleicht doch mehr Gemma als Tara.
Unterdessen suchen die Mayans innerhalb des Clubs immer noch nach dem Maulwurf und Alvarez (Emilio Riviera) scheint den Kreis der Verdächtigen immer kleiner zu ziehen. Im Moment gerät Coco ins Visier, der die Sache um seine Schwester, die eigentlich seine Tochter ist, vor seinen Motorradbrüdern geheim hält. Aus Versehen bringt Chucky (Michael Ornstein) ihn in den Verdacht, sich heimlich mit Adelita getroffen zu haben. Wir sind also kaum im Universum des Mayans angekommen und schon macht sich Misstrauen und Verrat breit.
Fazit
Die Episode Uch/Opossum ist die Halbzeit der ersten Mayans MC-Staffel und bringt uns tiefer in die Abgründe der Charaktere, die wir durch eine düstere Welt begleiten. Bei den Sons of Anarchy hatte Kurt Sutter ein paar Episoden pro Staffel mehr Zeit, was sich nun auch bemerkbar zu machen scheint. Den Charakteren näherzukommen gestaltet sich in manchen Fällen mühsam - zu groß ist das Feld und zu knapp ist die Zeit trotz überlanger Episoden. Immerhin dem harten Kern kommen wir langsam auf die Spur - und das bringt gleich viel mehr Unterhaltung und Spannung in jede Episode.
Der Trailer zur nächsten Episode „Mayans MC":
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Donnerstag, 4. Oktober 2018Mayans MC 1x05 Trailer
(Mayans MC 1x05)
Schauspieler in der Episode Mayans MC 1x05
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