Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x02

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x02

In der Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Meet the New Boss kriegen die Zuschauer den neuen Director zu Gesicht, hinter dem mehr steckt, als man meinen könnte. Außerdem gilt es, eine Geisterplage in den Griff zu bekommen.

Szenenfoto aus der„Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Meet the New Boss“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der„Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Meet the New Boss“ / (c) ABC

Die Geisterthematik rund um den Ghost Rider und körperlose Wesen hĂ€lt auch in der Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. Episode Meet the New Boss Einzug. Die einzelnen Teammitglieder beschĂ€ftigen sich mit multiplen unerklĂ€rlichen VorgĂ€ngen. So werden zum Episodenbeginn etwa ein Junge und dessen Vater von den Geisterwesen heimgesucht, die bei BerĂŒhrung verrĂŒckt machen können. Dies bringt das Team darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen den jĂŒngsten VorfĂ€llen geben muss.

Dabei scheinen die Wissenschaftler Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) hĂ€nderingend eine wissenschaftlich ableitbare Lösung herausarbeiten zu wollen, wĂ€hrend Mack (Henry Simmons) auch die Möglichkeit eines echten Geistes in Betracht zieht. Die Kameras jedenfalls zeigen etwas, das das bloße Auge nicht sehen konnte.

Ride along

Robbie (Gabriel Luna) arbeitet tagsĂŒber in einer Autowerkstatt. Dorthin verfolgt ihn Daisy (Chloe Bennet) zurĂŒck und tut vor den Kollegen so, als kenne sie ihn. Eigentlich will sie mehr ĂŒber sein flammendes Alter Ego in Erfahrung bringen. Bekannt ist ihr bislang, dass er nur Opfer aussucht, die es verdient haben, aber warum und wieso er es tut, erklĂ€rt er nicht.

Daisy will ihn mit ihrem „kaputten“ Auto vor versammelter Mannschaft in Zugzwang bringen, was aber gar nicht einmal so einfach ist. Als sie spĂ€ter seinen Bruder ins Spiel bringt, ist es fĂŒr Robbie aber zu viel des Guten und es kommt zum Kampf, bei dem auch die Werkzeuge auf kreative Weise eingebaut werden.

Was ich im letzten Review noch nicht abgegeben habe, ist meine EinschĂ€tzung zur Figur des Ghost Riders, was die Umsetzung und die Effekte angeht. Ich finde, die handwerkliche Umsetzung ist sauber gelungen und die Flammeneffekte sehen gut bis sehr gut aus. In dieser Folge wird der Anschein erweckt, als hĂ€tte der Ghost Rider seine KrĂ€fte durch einen Deal mit dem Teufel bekommen, wie es klassischer Weise der Fall ist, wĂ€hrend er im Comic von 2014 eigentlich einen Deal mit einem Mörder macht. Das eine schließt das andere nicht aus und vielleicht ist es nur eine verkĂŒrzte Fassung, denn Robbie ist bisher kein Mann vieler Worte.

Bei der Geister-Gruppe, die zum temporĂ€ren Gegner aufgebaut wird, scheint darĂŒber hinaus noch Magie ins Spiel gebracht zu werden, wofĂŒr das erwĂ€hnte Buch wohl benutzt wird, außer es gibt eine andere ErklĂ€rung. Demnach beschĂ€ftigt sich die vierte Staffel also nun mit den mystischen und ĂŒbernatĂŒrlichen Elementen des Marvel-Universums, was durch „Doctor Strange“ demnĂ€chst noch ausgedehnt wird und was ich deswegen auch erst einmal so akzeptieren kann. Warum auch nicht? Schließlich ist die Pseudo-Wissenschaft, mit der Hulk, Iron Man, Scarlet Witch oder Thor erklĂ€rt werden, nicht realistischer als Magie und Zauberei. Die Inhumans haben zudem ebenfalls schon eine Art magische Transformation zu Superwesen dargestellt, warum dann also nicht auch VertrĂ€ge mit Teufeln oder DĂ€monen?

Im Falle des Ghost Riders brauchen wir aber dringend noch weitere Informationen: zu seiner Herkunft, seinen FamilienumstĂ€nden, warum ihm sein Bruder so wichtig ist und wer das auf dem Foto ist, das er an sich reißt.

Ich wĂŒrde mir außerdem noch wĂŒnschen, dass die dĂ€monische Komponente aus den Comics vielleicht noch mehr zur Sprache kommt. Dort gibt es innere Monologe, die Robbie immer wieder moralisch herausfordern und provozieren. Vielleicht ist das aber auch etwas, woran die Serienmacher nicht interessiert sind, weil es zu offensichtlich wĂ€re.

Wer ist hier der Boss?

Coulson in einem Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC
Coulson in einem Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC

May (Ming-Na Wen) und Coulson (Clark Gregg) haben einen Termin mit dem neuen Director Jeffrey (Jason O'Mara), der sie aber zunĂ€chst um zwei Stunden versetzt. Anfangs wirkt es durch die GesprĂ€che so, als habe Coulson seinen Posten freiwillig gerĂ€umt, schlimmer noch - ohne großen Kampf. Durch das ratifizierte Sokovia-Abkommen ist das offenbar aber auch notwendig, genauso wie Klinkenputzen bei der Politik nötig ist, das in Form von Touren durch das Hauptquartier erledigt wird, fĂŒr die neben Coulson auch Simmons abgestellt wird.

Im GesprĂ€ch mit Coulson und May wirkt der neue Director wie ein großer, verstĂ€ndnisvoller Kumpeltyp, der Coulson in einigen Angelegenheiten aber tatsĂ€chlich im Dunkeln zappeln lĂ€sst, was aber auf Gegenseitigkeit beruht. Denn Jeffrey kann May nicht wirklich gut einordnen. Diese sieht nach ihrer Begegnung im Staffelauftakt aber ohnehin ĂŒberall Geister und braucht dringend Hilfe. Statt aber die Teamkameraden zu fragen, besucht sie ein anderes Geisteropfer in der Zelle und stellt fest, dass diese nach dem Kontakt durchdrehen.

A team that trusts is a team that triumphs

May in einem Szenenfoto aus Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC
May in einem Szenenfoto aus Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC

Vertrauen ist ein Motto des neuen S.H.I.E.L.D.-AnfĂŒhrers, doch May kann er so nicht vertrauen und auch bezĂŒglich des Budgets muss er wieder mit deutlich weniger auskommen, als es noch Coulson getan hat, wenn er sich aus unerklĂ€rlichen Quellen Geld fĂŒr fliegende Hauptquartiere leisten konnte. Jeffrey muss offenbar wieder bei null anfangen, sofern Phil ihm nicht ein paar TĂŒren öffnet und Geheimnisse anvertraut.

May wird von ihrer Paranoia schließlich beim Training mit ihren neuen Agenten ĂŒbermannt und greift auch Coulson heftig an, weil sie nur noch Geister sieht. Was auch immer das fĂŒr eine Seuche oder Krankheit ist, es breitet sich ziemlich schnell aus. Coulson ist der Situation nicht gewachsen, der neue starke Mann dafĂŒr aber schon.

Denn Mays SchlĂ€ge zeigen bei ihm keinerlei Wirkung und auch sonst fertigt er die gute alte Kavallerie mĂŒhelos ab. Beeindruckend, geradezu - inhuman... Ja, der neue Director ist tatsĂ€chlich ein Inhuman, doch welcher Marvel-Charakter verbirgt sich wirklich hinter Jeffrey? Weitere Details folgen sicher bald. Es dĂŒrfte sich aber um eine etwas obskurere und schon viele Jahrzehnte alte Figur handeln, die nicht jeder auf dem Schirm hat und die wahrscheinlich etwas mit Captain America zu tun hat. An die Macht kam der gute Jeff auf Coulsons Geheiß, doch nun muss er damit leben, dass er nicht in jedes Geheimnis eingeweiht wird. Angefangen damit, was aus May wird. Denn eine Zwangsjacke hat sich Coulson sicherlich nicht vorgestellt.

Schön und ein wenig traurig ob der Absetzung ist die ErwĂ€hnung von Peggy Carter bei der Tour durch das HQ. O'Mara passt als Typ jedenfalls gut zur Serie. Seine doppelbödige (?) Agenda muss noch schlĂŒssig erklĂ€rt werden. Die Ansage, dass jemand May so spielend ausschalten kann, macht aber deutlich, dass mit ihm nicht zu spaßen ist und man ihn lieber auf seiner Seite hĂ€tte.

Ghosthunters!

Fitz in einem Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC
Fitz in einem Szenenfoto aus der%26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo;-Episode %26bdquo;Meet the New Boss%26ldquo; © ABC

Mack und Fitz gehen der Geisterspur nach und werden auch fĂŒndig, dabei wissen sie darum, dass sie eine BerĂŒhrung vermeiden sollten, was Mack auch mit Hilfe einer Shotgun zu erreichen versucht. Dennoch wird Mack in eine Zelle eingesperrt und kann erst durch Daisys Hilfe befreit werden, wĂ€hrend einer der Geister-People durch den Ghost Rider in die ewigen JagdgrĂŒnde geschickt wird. Ob das Mord ist, wenn jemand schon vorher tot war?

Daisy hat vorher erfolgreich bei Robbie dafĂŒr gesorgt, dass er anfĂ€ngt, ZusammenhĂ€nge zu begreifen, weswegen es ĂŒberhaupt erst zum Eingriff in die Situation kommt, denn offenbar ist er das verbindende Glied zwischen den Geistermenschen, wobei womöglich auch seine Familie involviert sein kann. Warum sonst sollte er das Foto abreißen? Er selbst ist meines Erachtens nicht darauf zu sehen, aber sein Vater könnte es sein, was aber reine Spekulation ist.

Eine schöne Szene ist das, was nach der Auseinandersetzung kommt. Als Mack Daisy verarztet, spielen sowohl Henry Simmons als auch Iain De Caestecker nĂ€mlich fabelhaft auf. Die Emotionen und die VorwĂŒrfe des Verrats durch Mack wirken authentisch und treffen ins Ziel. Denn Mack realisiert, dass Yo-Yo die ganze Zeit ĂŒber unaufrichtig war und mit der EinzelgĂ€ngerinnen-Daisy unter einer Decke steckte. Fitz mag Daisys Schmerz verstehen, ist aber ebenfalls sichtlich enttĂ€uscht, denn allen sind in den Jahren als Agenten schreckliche Dinge widerfahren, was aber nie dazu gefĂŒhrt hat, dass jemand dem Team den RĂŒcken kehrte. Fitz spĂŒrt das wie zuletzt gesehen doppelt, weil das Vertrauen innerhalb des Teams nicht mehr so wie vorher ist.

Allerdings muss man sagen, dass niemand von ihnen gehirngewaschen und zum Mörder gemacht wurde, seinen Partner im Kampf gegen den Ex verloren hat, nachdem er zuvor schon gegen die VerrĂ€ter-Mutter in den Krieg gezogen ist und den eigenen Schurken-Vater einer GehirnwĂ€sche unterzogen hat. Ein Alleingang Daisys ist deswegen in meinen Augen verstĂ€ndlich und ihr persönliches Ziel, weiterhin Menschen und Inhumans zu retten, sogar als sehr nobel einzuschĂ€tzen. Zumal das Vorgehen mit May Zweifel weckt, wie der neue Director mit Daisy umgehen wĂŒrde.

Am Ende streift Daisy wieder allein umher - beziehungsweise Robbie bittet sie um Hilfe, um die ZusammenhÀnge zu begreifen und vielleicht von seinen bisherigen Methoden abzuweichen.

Fazit

GefĂŒhlt ist die Episode Meet the New Boss in meinen Augen ein klein wenig schwĂ€cher als der Auftakt und kommt erst in der zweiten HĂ€lfte in die GĂ€nge. Dabei ist vor allem die Überraschung um den Inhuman-Director und das Eingreifen von Robbie und Daisy zu Fitz und Macks Gunsten ein Positivposten der Folge.

Weniger begeistert bin ich von dem Plot um die Ghost-People, deren Schauspieler allerdings auch einfach nicht die besten sind und irgendwie egal wirkten. SpÀtestens in ein oder zwei Folgen erwarte ich, dass das Thema gegessen sein wird. Den Ghost Rider möchte ich weiterhin eine Weile sehen und in dessen Geheimnisse eingeweiht werden.

Serientrailer zur Episode Uprising der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (4x03):

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 28. September 2016

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x02 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 2
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x02)
Deutscher Titel der Episode
Der neue Boss
Titel der Episode im Original
Meet the New Boss
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 27. September 2016 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 21. Juli 2017
Autor
Drew Z. Greenberg
Regisseur
Vincent Misiano

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?