Marvel's Agent Carter 1x03

Marvel's Agent Carter 1x03

Die dritte Episode der ABC-Serie Marvel's Agent Carter heißt Time and Tide. Obwohl die Serie serieller Natur ist, merkt man hier, dass sich Elemente teilweise stark wiederholen. Noch haben die Autoren Zeit, etwas Abwechslung reinzubringen.

Szenenfoto aus der Episode „Time and Tide“ der US-Serie „Agent Carter“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Time and Tide“ der US-Serie „Agent Carter“ / (c) ABC

Marvel's Agent Carter erzÀhlt in der dritten Episode Time and Tide eine Àhnliche Geschichte wie schon in den ersten beiden Ausgaben. Strukturell gesehen gibt es einige Wiederholungen, die sich auf Dauer abnutzen könnten. Es bleibt zu hoffen, dass sich das nicht bewahrheitet.

Was bedeutet das Symbol?

Brannis (James Frain) hat Peggy Carter (Hayley Atwell) vor seinem Ableben den Hinweis auf ein Symbol hinterlassen: ein Herz mit einer Wellenlinie durch. In Shakespeares großem Buch der Symbole versucht Peggy, Hinweise zu finden. Gleichzeitig spielen die Autoren mit den Erwartungen und lassen sie aus der Ferne beobachten. Bald klettert ein Mann an die Mauer des Griffith-Hotels, den man fĂŒr einen Schurken halten könnte, der sich dann aber nur als Liebhaber einer der Frauen (Bonnie) herausstellt und sich im Apartment geirrt hat. Humor und Spannung werden also wieder fröhlich kombiniert.

Beim gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck werden die Regeln des Hauses dann noch einmal durch die Leiterin klargemacht. Betont wird: keine MĂ€nner oberhalb des ersten Stocks, was fĂŒr Bonnie auch den unfreiwilligen Auszug bedeutet. FĂŒr die Leiterin ist das GebĂ€ude undurchdringbar, genau wie die auferlegten Regeln. Ohne ihr Wissen bringt sie Peggy damit auf eine Idee. Doch bevor diese umgesetzt werden kann, kommt das SSR dazwischen.

Die SSR-Agenten Thompson (Chad Michael Murray), Krzeminski (Kyle Bornheimer) und Chief Dooley (Shea Whigham) verfolgen derweil eine heiße Spur und schauen sich im zwielichtigen Hotel um, das auch fĂŒr SchĂ€ferstĂŒndchen mit Prostituierten benutzt wird. Witzig ist, dass eine davon Krzeminski sofort erkennt. Im Zimmer des Verstorbenen mit dem Halstattoo finden sie dessen besondere Schreibmaschine vor, sowie einige Fakeausweise. SpĂ€ter im BĂŒro bemerken sie dann, dass Brannis schon seit zwei Jahren als tot galt und es sich bei der Schreibmaschine um einen Langstreckensender handelt und auch der Hotelgast, der mit Leviathan unter einer Decke steckte, galt als verstorben. Souza (Enver Gjokaj) teilt derweil mit, dass das Stark-Nummernschild in den Überresten der Fabrik gefunden wurde und so wird das Anwesen des Erfinders aufgesucht.

Hierhin ist Peggy derweil gegangen, um ihren Plan in die Tat umzusetzen und sich im hinterlassenen Krater genauer umzusehen. Zuvor gibt es jedoch ein Intermezzo im SSR-BĂŒro, bei dem Jarvis (James D'Arcy) verhört und der Eindruck erweckt wird, dass er sich verplappern könnte und Peggy aufliegen lĂ€sst. Denn Thompson grĂ€bt Informationen ĂŒber ihn aus, die fĂŒr ihn sehr belastend sind. Das große Stichwort lautet Hochverrat. Peggy gelingt es, den Fakt auszunutzen, dass die MĂ€nner sie fĂŒr inkompetent halten, um Jarvis aus der Situation zu lotsen.

Obwohl sie zuerst so tut, als wollte sie nicht wissen, worum es geht, fragt sie beim Herabsteigen in den Tunnel doch beharrlich nach. Dabei stellt sich heraus, dass der angebliche Hochverrat nur damit zu tun hatte, dass er seine jĂŒdische Frau Anna nach dem Krieg aus Budapest geschafft hatte, indem er die Unterschrift eines Generals fĂ€lschte. SpĂ€ter war es dann Howard Stark, der ihm - mit einer Bestechung - half, von den Anschuldigungen befreit zu werden.

SpĂ€ter kommen die beiden dann auf die Idee, dass man Starks Erfindungen ĂŒber den Wasserweg fortgeschafft haben könnte. Durch ein Sichtfenster sehen sie dann auch schon den nĂ€chsten Hinweis. Ein Schiff namens „The Heartbreak“, auf dem das Herzlogo abgebildet ist.

Heartbreak

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Time and Tide%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Agent Carter%26ldquo; © ABC
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An Bord des Schiffs finden sie tatsĂ€chlich Teile der Erfindungen, darunter neue Gadgets, wie ein grĂŒn leuchtender MuskellĂ€hmer, der natĂŒrlich eingefĂŒhrt wird, um ihn spĂ€ter auch einzusetzen. Nun heißt die Frage: Was macht man mit dem Fund? Peggy selbst kann nicht den Ruhm dafĂŒr ernten, da sie dann als Doppelagentin auffliegen und sich selbst des Hochverrats schuldig machen wĂŒrde. Also muss sie aus dem Schatten agieren und das SSR auf die richtige FĂ€hrte locken. Zuvor kommt erst einmal besagter MuskullĂ€hmer zum Einsatz, als ein muskulöser Mann in HosentrĂ€gern angreift und damit ausgeschaltet wird.

Jarvis gibt Souza im Anschluss per Telefon den Hinweis zur Heartbreak und löst dabei unbemerkt eine Ereigniskette mit tragischem Ende aus. Souza wundert sich, woher der anonyme Anrufer (herrlich: Jarvis mit amerikanischem Akzent) die Nummer herhat, beschließt aber, der Spur nachzugehen. Sowohl Starks abhandengekommene Erfindungen als auch der Mann werden also von den MĂ€nnern des SSR in Autos geladen. Krzeminski soll den Angreifer zurĂŒck ins Hauptquartier bringen und erhĂ€lt dabei von ihm die Information, dass eine Frau mit britischem Akzent auf dem Schiff war, womit natĂŒrlich Peggy gemeint ist. Krzeminski merkt jedoch nicht, dass er von einem Auto verfolgt wird und stoppt an einem BahnĂŒbergang, wo der Verfolger ihn und den Verhafteten erschießt. Damit bleibt die Information ĂŒber Peggy vorerst geheim, genauso wie die IdentitĂ€t des Verfolgers.

Das SSR trauert am nĂ€chsten Tag, denn, obwohl Krzeminski schlechte Eigenschaften hatte (er hatte seine Frau betrogen und drĂŒckte sich gerne vor Arbeit), galt er im Job als guter Typ. Nun kann man sich die Frage stellen, inwieweit Peggy an seinem Ableben schuld ist. Nach dem Tod der Mitbewohnerin und Caps Ableben wird ihr Gewissen also erneut belastet. FĂŒr Peggy bleibt die Situation allerdings weiter angespannt, denn der Chief und auch Souza wollen Genugtuung. Souza will den anonymen Anrufer finden und der Chef meint, dass die Ereignisse alle Howard Stark anzulasten sind, mit dem er wohl ein HĂŒhnchen rupfen will. Nun ist es also noch schwieriger fĂŒr Peggy, sich aus der Situation zu winden. Zumal sie es sich in der Folge mit ihren mĂ€nnlichen Kollegen auch noch mehr verscherzt hat, weil sie den „Formfehler“ im Zusammenhang mit Jarvis gemacht hat und Stark insgesamt sehr verhasst ist.

Angie

Auch die Balance im Privatleben bleibt schwierig. WĂ€hrend Angie (Lyndsy Fonseca) stets ihre NĂ€he sucht und Zeit mit ihr verbringen will, muss sie sie wegen Missionen abweisen, was ihr den Eindruck vermittelt, dass sie sie nicht mag. Nach dem unfreiwilligen Auszug von Bonnie wird Dorothy Underwood (Bridget Regan) als neue Bewohnerin des Hauses vorgestellt. Dotty, wie sie genannt werden will, ist angehende TĂ€nzerin aus Iowa, doch unser SpĂŒrsinn als Zuschauer möchte das sofort hinterfragen, besonders, da am Anfang der Episode thematisiert wurde, wie undurchdringlich die Sicherheit dort ist. Wer weiß, vielleicht beschattet Dotty Peggy ja. Ein weiblicher Feind wĂ€re auf jeden Fall nicht verkehrt. Zumal die Darstellerin, die in Legend of the Seeker mitspielte, nicht die unbekannteste ist.

Peggy glĂ€ttet die Wogen mit Angie dann doch noch am Ende der Episode, als sie ihr nach dem Tod des Kollegen anbietet, ihr von ihrem Tag zu erzĂ€hlen. Besonders, da sie selbst stĂ€ndig unter den vorlauten Kunden leiden muss, beschließen die beiden, ein wenig miteinander zu quatschen - auch wenn Peggy natĂŒrlich nie die volle Wahrheit sagen kann, ohne sie zu gefĂ€hrden.

Ähnlichkeiten im Episodenaufbau

Es sind zwar erst drei Episoden gezeigt worden, aber dennoch fÀllt auf, dass die Episoden grob nach einem Àhnlichem Schema ablaufen. Es gibt etwas Privatleben und die dortigen Probleme, Peggy wird auf der Arbeit unterschÀtzt und geschnitten, nachts oder nebenbei beweist sie ihre Kompetenz durch AlleingÀnge oder im Team mit Jarvis und muss dann gegen einen Gegner kÀmpfen, so dass die obligatorische Kampfszene eingebaut werden kann.

Nebenbei ist sie SSR einen Schritt voraus, auch wenn immer wieder neue Probleme auftauchen, die sie aber wegen des Insiderwissens aus der Welt schaffen kann. Da wir uns schon der Halbzeit nÀhern, hoffe ich, dass demnÀchst ein paar Komplikationen im Geschichtenaufbau eingebaut werden. Das Ableben von Krzeminski ist ein guter Anfang und die Serie weiterhin durchaus sehenswert - wegen des Humors (beispielsweise der Einstieg), der Darsteller und der Retroelemente (Recherche per Buch). Ein kleines bisschen mehr ist doch sicherlich noch drin.

Fazit

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Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Time and Tide%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Agent Carter%26ldquo; © ABC

Die Episode Time and Tide der US-Serie Marvel's Agent Carter liefert viele Elemente, die auch schon die ersten zwei Episoden ausgemacht haben. Humor, Spannung und Action halten sich die Waage. Die Chemie zwischen Jarvis und Peggy stimmt. Langsam lernt man auch die SSR-Kollegen etwas besser kennen und Peggy balanciert ihr geheimnisvolles Mehrfachleben gekonnt. Nun wĂŒnsche ich mir eine kleine Schippe mehr Abwechslung im Aufbau und zumindest einen Informationshappen zu den Feinden, die da noch im Hintergrund agieren.

Trailer zur Episode The Blitzkrieg Button (1x04) der US-Serie Marvel's Agent Carter:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 14. Januar 2015

Marvel's Agent Carter 1x03 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 3
(Marvel's Agent Carter 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Agent im Kreuzfeuer!
Titel der Episode im Original
Time and Tide
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 13. Januar 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. Juni 2015
Autor
Andi Bushell
Regisseur
Scott Winant

Schauspieler in der Episode Marvel's Agent Carter 1x03

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