Made for Love 1x01

© zenenfoto aus der Serie Made for Love (c) HBO Max
Mit einem Mix aus Comedy, Drama, Sci-Fi und einem guten Schuss Techalbtraum präsentiert sich die Premiere von Made for Love, der neuen Serie von Streaminganbieter HBO Max. Kann der Einstand mit dem Titel You're User One, in dem Cristin Milioti sich als Ehefrau des Techmilliardärs Byron (Billy Magnussen) aus dessen obsessiven Griff zu entwenden versucht, nachdem dieser endgültig ihr Vertrauen verliert, überzeugen?
Was passiert im Auftakt von Made for Love?
Hazel lebt in einer behüteten Blase als Ehefrau von Technikmogul Byron. Zu behütet, wie sie findet, denn ihr reicher Ehemann, der eine Art Technik-Utopia in seinem riesigen künstlichen Wohnkomplex geschaffen hat, fällt ihr mit seiner Kontrollsucht zunehmend auf die Nerven und nach zehn abgeschiedenen Jahren in der Einrichtung mit gelegentlichem Kontakt zu Bediensteten und Mitarbeitern des Konzerns sehnt sie sich nach mehr Freiheit. Als er auf einer Konferenz, ohne es mit ihr zu besprechen, verkündet, dass die beiden die ersten Versuchskaninchen bei seinem Projekt namens „Made for Love“ sein werden, dass per Chip die Gedanken der Eheleute verschmelzen und alle Geheimnisse für den anderen offenlegen soll, platzt ihr endgültig der Kragen, denn ihr Leben wird ohnehin schon mehr als genug durch die Technik ihres Ehemannes bestimmt und kontrolliert.
Sie beschließt kurzerhand, aus Byrons Wunderfestung auszubrechen und ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Doch Byron ist alles andere als gewillt, sie loszulassen und schickt ihr seine Mitarbeiter hinter, gegen die sich Hazel tatkräftig und drastisch zur Wehr setzt. Eine unangenehme Überraschung hat er jedoch noch für sie parat, denn zu ihrem Entsetzen muss sie feststellen, dass er jeden ihrer Schritte mit perfektem Bild verfolgen kann, denn er hat ihr den besagten Chip bereits, ohne dass sie es merken konnte, eingesetzt... Wie kann sie ihm jetzt noch entkommen?
Satire, Exzentrik und eine auftrumpfende Hauptdarstellerin
„Made for Love“ präsentiert sich als Dramedy mit jeder Menge satirischen Noten und gelegentlich düsteren Momenten, was den wie so oft bei dieser Art von Serie gezogenen Vergleich mit einer langgezogenen Episode von Black Mirror nahelegt, denn einige stilistische Mittel decken sich sicher nicht zufällig mit der Serie, die hier sehr wahrscheinlich etwas Inspiration gespendet (und bei der Milioti ebenfalls bereits mitgewirkt) hat. Techmagnat Byron repräsentiert mit seiner überzeichneten Exzentrik samt Delphin im Pool und künstlichem Himmel relativ eindeutig die Zuckerbergs und Musks unserer Welt. Und auch wenn die wenigsten von uns einen milliardenschweren Ehepartner mit Kontrollzwang haben, lässt sich der Frust der aus einfacheren Verhältnissen stammenden Hazel gut nachvollziehen, was den besitzergreifenden Byron eindeutig als den Antagonisten markiert. Dieser macht auch nicht gerade den Eindruck, als als ob er im Laufe der Serie groß an Sympathiepunkten hinzugewinnen wird.
In Bezug auf die Atmosphäre der Serie setzt man einerseits auf satirische Comedyelemente, streut aber einige mitunter recht düstere und wie im Fall der Szenen rund um Hazels axtschwingende Freiheitsoffensive etwas derbere Momente mit ein, was eine Mischung ist, die durchaus aufgehen kann. Was die Erzählstruktur betrifft, so benutzt man parallel zu Hazels Ausbruch immer wieder Flashbacks, welche ein Bild der verkorksten Ehe der beiden zeichnen und illustrieren, wie es zur Eskalation kommen konnte. Sollten diese allerdings auch in den kommenden Folgen eingesetzt werden, drohen sie, die spannenderen Geschehnisse der Gegenwart ein wenig auszubremsen.

Die Thematik bietet Platz für jederlei Seitenhiebe auf technologische Fortschritte, die sich durch ständige Überwachung und Auswertung invasiv auf unserer Privatleben auswirken und eine Gesellschaft anprangern, deren Lebensinhalt und Wohlbefinden von Likes und Sternchenbewertungen bestimmt wird. Der absurde Humor trifft diesen Kern stellenweise gut, wie etwa, als Hazel ihren letzten von Smarthome-Assistenten gefilmten Orgasmus im Detail bewerten soll, manchmal geht es aber wie im Fall des Techtelmechtels von Hazels Vater (Ray Romano) mit einer Gummipuppe etwas daneben. Die vollen Sternchen verdient sich dafür in jedem Fall Cristin Milioti, die den Auftakt sowohl durch die stärkeren als auch die schwächeren Momente mit einer sehr überzeugenden, furios manischen, sarkastischen und verzweifelten Darbietung trägt.
Fazit
Made for Love ist mit seinen sehr gewollt exzentrischen Charakteren und skurrilen Geschehnissen nicht gerade subtil, was stilistisch Spaltungspotential unter den Zuschauern besitzt. Die düstere Satire macht im Grunde keinen Hehl aus ihrer Inspirationsquelle, so dass ein Großteil der Thematik zumindest Freunden des Genres ziemlich bekannt vorkommen dürfte. Speziell die Comedyelemente können zudem stellenweise zünden, was aber nur streckenweise und nicht durchgehend gelingt. Trotzdem üben viele Elemente einen gewissen Reiz aus und die wirklich gelungene Darbietung von Cristin Milioti gibt durchaus genügend Grund, noch ein wenig weiterzuschauen.
Hier abschließend noch der Serientrailer zur neuen Serie „Made for Love“:
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Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 6. April 2021Made for Love 1x01 Trailer
(Made for Love 1x01)
Schauspieler in der Episode Made for Love 1x01
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