Leverage 4x09

Das Leverage-Team kehrt gerade von einem Auftrag zurück, der offenbar nicht ganz nach Plan verlaufen ist. Da beobachtet Nate (Timothy Hutton) am Flughafen eine merkwürdige Szene: Eine Frau tauscht - vermeintlich unbemerkt - einen Organ-Transportbehälter aus. Nate spricht sie an und erfährt, dass es sich um eine Krankenschwester handelt. Ihre Tochter ist entführt worden. Damit haben die Erpresser sie gezwungen, ein Herz, welches eigentlich für einen 15-jährigen Jungen gedacht war, an sie umzuleiten.
Für Nate steht sofort fest: Sie müssen die Tochter der Krankenschwester befreien - und das verschwundene Herz wiederfinden, damit der Junge gerettet werden kann.
Geschickt variiert Leverage mit The Cross My Heart Job, wie schon in einigen anderen Folgen der vierten Staffel, die erzählerische Formel der Serie. Da sie sich am Flughafen befinden und bei ihrem letzten Auftrag einen Teil ihrer Ausrüstung verloren haben, müssen Nate & Co. improvisieren beziehungsweise noch mehr improvisieren als sonst.
Das ist nicht nur spannend, weil es das Team zusätzlich unter Druck setzt, sondern auch sehr amüsant. So bekommen wir beispielsweise nach längerer Zeit wieder einmal eine Star Trek-Referenz geboten, als Eliot (Christian Kane) mangels Funkverbindung Hardison (Aldis Hodge) als „Mr. Kirk Picard“ ausrufen lässt.
Im Mittelpunkt der Folge steht natürlich ganz klar Nate, der wegen des Tods seines eigenen Sohns eine sehr persönliche Beziehung zu dieser Mission hat. Zu den Highlights der Folge, jedenfalls in emotionaler Hinsicht, gehört deshalb insbesondere das Gespräch zwischen Nate und Sophie (Gina Bellman), in dem er sich ihr gegenüber mit seiner Trauer so sehr öffnet wie wohl noch nie zuvor. Gleichzeitig zeigt sie, dass sie für ihn da ist (wunderschön unterstrichen durch den Kameraschwenk am Ende der Szene, als wir sehen, dass sie seine Hand hält).
The Cross My Heart Job zeigt jedoch nicht nur die verletztliche Seite von Nate, sondern auch seinen geradezu Heiligen Zorn. Mr. Latimer (Leon Rippy) beschrieb Nate bereits in der letzten Folge als einen Racheengel. In dieser Woche wird deutlich, dass das mehr als nur ein Bild ist. Nate scheint sich tatsächlich mehr und mehr als einen Erfüllungsgehilfen Gottes zu begreifen. Mit seiner grimmigen Entschlossenheit bringt er den Bösewicht der Folge, einen herzlosen Rüstungsunternehmer, ins Grab. Per se ist das vielleicht noch gar nicht einmal so verwerflich. Es lässt uns jedoch wieder einmal einen Blick auf die dunkle Seite des Leverage-Planers werfen (und gibt definitiv mehr her als Nates Alkoholismus).
So oder so ist es auf jeden Fall ein weiterer Beitrag für die Woche der gefährlichen Katholiken im US-Fernsehen „33966“.
Ein Kritikpunkt an der Episode ist vor allem die Plausibilität der Towerszenen. Dass es Hardison gelingt, sich als Transsexueller unter Ausrufung der political correctness in den Tower einzuschleichen, mag ja noch angehen. Es ist auf jeden Fall sehr witzig. Dass sich dann jedoch weder ein Kollege noch der Towerchef über die Anwesenheit eines völlig unbekannten Gesichts wundern, geht dann allerdings schon sehr weit. Von der Landeanweisung eines Flugzeugs per Microsoft-Flugsimulator einmal ganz zu schweigen. Diese Szene scheint ohnehin mehr des Product Placements wegen ins Drehbuch geschrieben worden zu sein.
Fazit
Eine gleichermaßen spannende wie bewegende Folge, welche die Figur von Nate um eine interessante Facette erweitert, auf die die Serie sicherlich noch näher eingehen wird.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 23. August 2011(Leverage 4x09)
Schauspieler in der Episode Leverage 4x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?