Leverage 4x10

Nate (Timothy Hutton) und Sophie (Gina Bellman) wollen gerade einen romantischen Abend zu seinem krönenden Abschluss bringen, als sie von Sterling (Mark Sheppard) unterbrochen werden. Der Interpol-Agent hat einen heiklen Auslands-Auftrag für das Team: Sie sollen einem Exil-Amerikaner in Dubai ein wichtiges Bauteil stehlen, welches der Iran... äh... Kazhistan zum Betrieb einer Zentrifuge zur Herstellung von waffenfähigem Nuklearmaterial benötigt.
Das Leverage-Team reist also nach Dubai, wo Nate zum Schein an einem Schachturnier teilnimmt, während Hardison (Aldis Hodge) und Parker (Beth Riesgraf) einen Weg zum Diebstahl des Bauteils ausarbeiten. Was das Team jedoch nicht ahnt: Um dieses Bauteil geht es Sterling nur in zweiter Linie...
Sterling ist zurück! Viel zu lange haben wir vom Lieblingsgegner unseres Teams nichts gesehen. Seinen letzten Auftritt hatte Mark Sheppard im Finale der zweiten Staffel ( The Maltese Falcon Job); danach hat er sich vorwiegend dem Übernatürlichen gewidmet (Supernatural, Doctor Who). Dankenswerterweise hat er jedoch die Zeit gefunden, wieder in die Rolle des durchtriebenen Interpol-Agenten zu schlüpfen.
Denn als Jim Sterling ist Sheppard in The Queen's Gambit Job nicht nur für einen coolen Auftritt und einige herrliche Wortgefechte mit Eliot (Christian Kane) gut. Das Drehbuch bietet ihm sogar die Gelegenheit, seiner Figur ein Stück emotionaler Tiefe zu verleihen - welche ihn zudem am Ende Nate näher bringt.
Tja, welcher Vater würde nicht alles tun, um sein Kind zu retten? Wenn es eine Motivation gibt, die Nate nachvollziehen kann, dann ist es wohl diese. Entsprechend lässt er Sterling am Ende unbehelligt ziehen - und verlangt im Gegenzug nur eine Information von ihm. Auch wenn es nicht ausgesprochen wird, so dürfen wir wohl annehmen, dass es um den ominösen Mr. Latimer geht.
Ein Stück näher kommen sich auch Hardison und Parker. So schwierig es auch bisweilen fiel, die ganze Nummer mit dem auf Gewichtsverteilung beruhenden Sicherheitssystem (???) zu durchschauen, so schön war es doch zu sehen, wie Hardison Parker die Angst davor nimmt, sich durch die Gewichte an ihren Füßen außerhalb ihrer comfort zone zu begeben. Ohne dass dazu all zu große Zärtlichkeiten ins Bild gesetzt werden müssten, gelingt es den Machern von Leverage, zwischen den beiden ein wachsendes Maß an Intimität zu erzeugen, die wirklich zu Herzen gehen kann.
Die Episode ist flott inszeniert (Regie: Jonathan Frakes), mit einem temporeichen Auftakt und einigen richtig spannenden Momenten (vor allem als das Team durch Sterlings Eingreifen dezimiert wird - und Hardison und Parker dadurch plötzlich auf sich allein gestellt sind).
Natürlich kommen aber auch die heiteren Momente nicht zu kurz; beispielsweise die Schwierigkeit, die Eliot hat, Nate zu versprechen, dass er Sterling nicht töten wird. Oder auch Hardisons Hinweis darauf, dass er im Schachspielen gegen Nate gewinnen würde - wenn sie nur mal nach den vulkanischen Regeln spielen würden.
Einzige größere Schwäche der Episode: Selbst mit bestem Willen (und vielen CGI) lässt sich Portland nicht als Dubai ausgeben.
Fazit
Eine unterhaltsame Folge, welche durch die Rückkehr von Sterling das nötige Gewicht erhält, um uns als Sommerfinale in die Herbstpause zu verabschieden. Weiter geht es am 27. November „34034“.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 30. August 2011(Leverage 4x10)
Schauspieler in der Episode Leverage 4x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?