Law & Order: Los Angeles 1x17

Law & Order: Los Angeles 1x17

Die letzte aktuelle Episode nach dem Neustart von Law & Order: LA bot viel Gutes: tolle Gaststars, tolle Sprüche und eine gute Story. Aber auch hierbei gilt: Wo Licht ist, ist auch Schatten... Ein Review zum vermeintlichen Staffelfinale.

Zum letzten Mal zusammen auf der Bank: DDA Dekker (Terrence Howard) und DDA Rubirosa (Alana de la Garza) in der US-Serie „Law & Order: LA“ / (c) 2011 NBC
Zum letzten Mal zusammen auf der Bank: DDA Dekker (Terrence Howard) und DDA Rubirosa (Alana de la Garza) in der US-Serie „Law & Order: LA“ / (c) 2011 NBC

Das war's nun also. Law & Order: Los Angeles ist Geschichte. Denn Angel's Knoll wird als letzte abgedrehte Episode seit der (Fast-)Komplettveränderung im Januar auch eine Art Serienfinale darstellen. Seitdem klar ist, dass die Serie nicht fortgesetzt wird, blieb für Fans wenigstens die Hoffnung, dass - wenn schon nicht die Serie selbst - zumindest ein prominenter Handlungsstrang aus ihr zu Ende geführt wird.

Doch auch daraus wird nichts werden. Die Geschichte um Det. Jaruszalski (Corey Stoll) und dessen Jagd nach dem Mörder seines Ex-Partners wurde in Angel's Knoll überhaupt nicht tangiert. Und da die in den nächsten Wochen fortgeführten Erstausstrahlungen von NBC nur noch aus den Episoden bestehen werden, die vor der Zeit des Reboots schon fertiggestellt waren, wird dieser Quasi-Cliffhanger auch Bestand haben. Bleibt wohl nur festzustellen, dass dieses Schicksal bisher immerhin noch keiner Law & Order-Serie zuteil geworden war.

Zum Stil der Serien passender wäre es da schon gewesen, die Sache in den Wochen davor zu beenden und dann eine typisch unspektakulär-spektakuläre letzte Episode zu präsentieren. Aber das konnten die Produzenten natürlich vorher nicht wissen. Dennoch passt die Beschreibung exakt zu dem, was uns in dem „Serienfinale“ präsentiert wurde. Spektakulärer hingegen wohl eher die Gästeliste: Titus Welliver (u.a. Lost, Prison Break, The Good Wife) als (wiedermal) gewitzten Verteidiger, Victor Garber (u.a. Eli Stone, Alias, „Titanic“) als sein zwielichtiger, bereits seit Jahren im Gefängnis sitzender Mandant und Jodi Lyn O'Keefe (u.a. Prison Break, Nash Bridges, Two And A Half Men) als Prostituierte, die mehr zu dem Fall beizutragen hat als man zunächst meint...

Und dann war da natürlich noch Jessica Collins - vielen noch bekannt als der Miniatur-Mörder aus CSI: Crime Scene Investigation -, die ihre Sache als treudumme Tochter Liz Bennett des im Gefängnis sitzenden Walter Calvin (Garber) ebenfalls exzellent machte. Ihrem Charakter war es auch vor allem zu verdanken, dass die Detectives mit ihren Ermittlungen lange im Dunkeln tappten. Denn die Verbindung zwischen dem Tod eines Casinoangestellten und der Verbindung bis hin zu dem im Gefängnis sitzenden Trickbetrüger Calvin herzustellen, war nicht besonders einfach. Natürlich hätte sie es sein können: Toter war ein Bekannter (und später Reingelegter) von Bennett, Bennett hat Geld aus dem Casino gestohlen, um ihren Vater Calvin dort herauszuholen.

Dadurch, dass dieser 1,5-Millionen-Diebstahl aber erst nach dem Mord passierte, Bennett erst ertappt und gefasst werden und dann auch noch die namentlich nicht erkennbare Verbindung zu Calvin hergestellt werden musste, machte dieses Katz-und-Maus-Spiel einen Großteil der Episode und des Spaßes daran aus. Denn natürlich hatte man als Zuschauer eine lange Zeit auch nur die um ihren angeblich bedrohten Vater besorgte Tochter als Täterin auf dem Zettel. Dass Calvin über mehr Geld verfügte, als er die ganze Zeit angab, war zwar klar - dass er damit aber gleich die Prostituierte Mackie (O'Keefe) zum Morden kaufen konnte, war keineswegs klar. Zumal auch seine Fürsorge seiner ihn-niemals-verraten-wollenden Tochter gegenüber ehrlich schien. Zumindest bis zum Ende, als sein Deal mit DDA Rubirosa (Alana de la Garza) und DDA Dekker (Terrence Howard) platzte und er seine ebenfalls angeklagte Tochter anschrie: „Für was bist du überhaupt gut?

Ein starker Fall also. Doch nicht zu verachten war auch wieder die durch die einfach tolle Chemie zwischen den Hauptcharakteren. Morales (Alfred Molina) und Jaruszalski machten immer ein großartiges Detective-Gespann aus und Rubirosa und Dekker ließen die Trauer darüber, dass es kein Gespann Rubirosa-Cutter (Linus Roache) mehr geben wird, fast vergessen. Toll auch wieder die Dialoge: Wenn Morales seinem Partner sagt, dass der Escort-Service immer zurückruft und dieser dann nur trocken anmerkt, dass er ihm das nun genau so glaubt, ist das Wichtigste nicht nur fein im Verborgenen gehalten, sondern auch schlichtweg witzig (bei dem sonst gerne mal bieder dargestellten Morales). Oder: Rubirosa und Dekker plaudern über die zu politische Handlungsweise ihres Vorgesetzten (Peter Coyote) und Rubirosa wirft wieder die komplett gegenteilige ihres ehemaligen Chefs, Jack McCoy (Sam Waterston - beide waren aber nicht zu sehen), in die Runde. Da wird dem Original noch mal vorsichtig nachgewunken und dennoch passend in den aktuellen Fall (Coyotes Charakter gab Anweisungen per Telefon) und die Diskussion darüber eingebunden.

Fazit

Es ist einfach schade, die Serie in der Art und Weise gehen zu sehen. Ähnlich wie es letztes Jahr bei Law & Order war, ist es jetzt bei Law & Order: Los Angeles der Fall, dass die Serie auf oder zumindest auf dem Weg zum Siedepunkt ihrer Kreativität abtreten muss. Zumal einige Hauptcharaktere (Coyotes DA Hardin und Rachel Ticotins Lt. Gonzalez) noch nicht einmal dabei waren...

Mir werden die mittlerweile wirklich toll miteinander harmonierenden Charaktere jedenfalls fehlen. Und es bleibt auch generell für Fans der Serie der Wermutstropfen, dass die anfangs genannte Storyline kein Ende finden konnte.

Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 1. Juni 2011
Episode
Staffel 1, Episode 17
(Law & Order: Los Angeles 1x17)
Deutscher Titel der Episode
Das leise Sterben der Loyalität
Titel der Episode im Original
Angel's Knoll
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 25. Mai 2011 (NBC)
Regisseur
Vincent Misiano

Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x17

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