The Last Man on Earth 1x08

Nachdem die letzte Episode den Anschein erweckte, Phil (Will Forte) könne sich nach der Botschaft Todds (Mel Rodriguez) etwas fangen und endlich einmal etwas sozialer agieren, wird diese Aussicht in der Episode Mooovin' In wieder zunichte gemacht. Stattdessen folgt der Plot mal wieder Phils Versuchen, Todd auszustechen und selbst in der kleinen Gruppe Anerkennung zu bekommen. Es ist schade, dass die Serie nicht mehr aus dieser Konstellation holen kann.
Such a sweetie!
Wir befinden uns derzeit in der Mitte der ersten Staffel von The Last Man on Earth und leider scheint diese in einer Art Mid-Season-Crisis angelangt zu sein, was die Entwicklung der Geschichte angeht. Versuche, überzeichneten Charakteren wie Phil und Carol (Kristen Schaal) etwas mehr Seriösität und Tiefe zu verleihen, scheinen komplett ad acta gelegt worden und durch simple Wiederholungen von unsozialem Verhalten ausgetauscht worden zu sein.
So wird die bereits aufgewärmte Erkenntnis Phils, dass er eigentlich ein guter Mensch sein kann, wieder komplett verworfen. Stattdessen baut Todd seinen Symphatiebonus weiter aus und überzeugt nicht nur durch Zuvorkommenheit und handwerkliches Geschick, sondern auch durch so viele, schon geradezu überzeichnete positive Eigenschaften, dass Phil nichts anderes übrig bleibt, als diese übertrumpfen zu wollen und auch endlich einmal für etwas Besonderes anerkannt zu werden. Da kommt ihm die neue Besucherin Tucsons gerade recht.
Phil schnappt sich also das besagte Rind und führt es in seine eigenen Gemächer und zelebriert sich selbst nicht nur als Entdecker des Tieres, sondern tut gerade so, als hätte er es selbst geschaffen, weshalb er zudem zu entscheiden versucht, dass die Kuh geschlachtet werden soll. Doch Carol, Todd und Melissa (January Jones) möchten sie am Leben lassen und vor allem Milchprodukte genießen, welche zudem von Todd zubereitet werden könnten. Grund genug für Phil also, wieder einmal sämtliche Methoden zu nutzen, um sich auf einen ähnlichen Popularitätsgrad zu befördern.
Er lässt die von Todd angebundene Kuh also wieder von der Leine, um sie in seiner Lieblingsbar zu verstecken und schließlich selbst wiederzufinden und den ihm zustehenden Ruhm zu kassieren. Am Ende der Schnitzeljagd ist es jedoch weder Melissa noch Phil, die die Kuh zuerst finden, sondern natürlich Todd. Dieser ist Phil immer noch unendlich dankbar dafür, dass dieser ihn nach Tucson brachte und bietet ihm gönnerhaft an, den Fund auf Phils Konto zu übertragen. Am Ende der Episode schafft es schließlich Carol, einen ähnlichen Trick wie den Phils anzuwenden, indem sie die Kuh dazu nutzt, aus ihrem eigenen endlich in Phils Haus zu ziehen.
Fazit
In der Mitte der ersten Staffel scheint sich die Comedyserie The Last Man on Earth thematisch genau so festgefahren zu haben wie ihr Protagonist. Wie bereits in der letzten Episode stellen Melissa und Todd das vielleicht unähnliche, jedoch glückliche Paar dar, während sich Phil einerseits durch die Zwangsehe zu Carol eingeengt fühlt und sich durch die Bedrohung Todds seiner eigenen Mickrigkeit bewusst wird. Doch statt diese negative Emotion plottechnisch in etwas anderes als destruktive Energie umzuwandeln, wiederholt die Serie derzeit leider immer wieder die Zelebrierung des asozialen Verhaltens von Phil.
Mag dieser zwar auch erst dadurch so schlecht werden, dass vor allem Todd so überzeichnet gut ist, so stört es mitlerweile regelrecht, dass niemand diesem Verhalten Paroli bietet. Mögen die personellen Ergänzungen auch jeweilige Bereicherungen für die Serie gewesen sein, so scheint die dadurch entstandene, Pattsituation der Figuren derzeit nicht so recht voranzukommen. Es bleibt zu hoffen, dass bis zum Ende der ersten Staffel noch etwas die Zügel angespannt werden.
Verfasser: Henning Harder am Montag, 30. März 2015(The Last Man on Earth 1x08)
Schauspieler in der Episode The Last Man on Earth 1x08
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