The Last Man on Earth 1x06

The Last Man on Earth 1x06

Nachdem sich die Comedyserie The Last Man on Earth zuletzt eher auf ihren Comedyanteil konzentrierte, driftet die heutige Episode deutlich tiefer Richtung Dramedy ab, was vor allem an Neuzugang Todd liegt. Phil dagegen entwickelt sich immer mehr zur Negativfigur.

Will Forte und Kristen Schaal in „The Last Man on Earth“ / (c) FOX
Will Forte und Kristen Schaal in „The Last Man on Earth“ / (c) FOX

Zu Beginn von The Last Man on Earth wurde uns Phil Miller (Will Forte) als äußerst einsamer Mann vorgestellt, dessen destruktives und überzeichnet absurdes Verhalten aus seiner Einsamkeit resultiert. Doch die Episode Some Friggin' Fat Guy erreicht nicht nur ein neues Hoch in Sachen Dramedyanteil, sondern macht uns zudem klar, dass Phil anscheinend ohne Menschen besser auskommen würde. Seine persönlichen Probleme entstanden nicht erst dadurch, dass er der letzte Mann auf der Welt war...

What a guy!

Die Episode setzt direkt bei der letzten an und dreht sich natürlich um den Neuzugang Todd (Mel Rodriguez), der sich einen Ast über die neuen menschlichen Kontakte freut. Wider Erwarten stellt er dabei den wohl bisher ernstesten Charakter dar, der nur von Phil aufgrund seiner Statur negativ wahrgenommen wird. Doch nicht nur Todd, auch Melissas (January Jones) Charakter wird durch diesen Zuwachs aufgewertet, da sie in ihm trotz des unterschiedlichen Erscheinungsbilds einfach einen netten, tollen Menschen erkennt, dem sie zudem näherkommen möchte.

So unterhalten sich die beiden sofort über ihren Lieblingsfilm The Shawshank Redemption, über ehemalige persönliche Geschichten und verbringen einen von Carol (Kristen Schaal) äußerst amüsant inszenierten Ausflugstag miteinander, der sogar mit einer kleinen Knutscherei endet. Todds Geschichten über sein Übergewicht oder seine Organspende bieten dabei einen Charakter mit Tiefgang, der vor allem im Kontrast zu dem überzeichneten Pärchen aus Phil und Carol steht.

Will Forte und Kristen Schaal in %26bdquo;The Last Man on Earth%26ldquo; © FOX
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Nach seinen unzähligen Versuchen, Melissa von sich zu überzeugen (Türklebezettel!) und Todd schlecht dastehen zu lassen („Don't trust the fats!“), sieht Phil jedoch ein, dass ihn seine eigene Lügerei nicht weiterbringt. Er schafft es schließlich, Melissas Interesse durch ehrliche Beichten zu gewinnen, wodurch auch Phils Charakter etwas an Tiefe gewinnt. Er erzählt von seiner Einsamkeit, seinen Ballfreunden und seiner ehrlichen Liebe zu Melissa, die diese jedoch nicht erwidert. Zum Schluss wird somit nicht nur das wahnsinnig unsymphatische Verhalten Phils erklärt, es wird durch die nicht erwiderte Liebe zum Glück auch nicht belohnt. Man kann Phil vielleicht etwas besser verstehen, er wird dadurch aber nicht gleich zum liebenswerten Antihelden.

Interessant sind dabei auch die verwendeten Bezüge zu der verloren gegangen Gesellschaft. Während es zuvor vor allem Phil war, der die Freiheiten des Alleinseins betonte, bezieht er sich in Bezug auf Todd größtenteils auf die negativen Eigenschaften dieser. Denn er benutzt immer wieder die gesellschaftlich-normative Wahrnehmung des Schönen, um Todds Äußeres ab- und sich selbst aufzuwerten. Hier spiegelt sich natürlich seine eigene Frustration über Carols äußeres Erscheinungsbild wider, die er selbst nicht zu überwinden vermag.

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Im Kontrast dazu stehen Melissa und Todd, die die Reduzierung der Gesellschaft als Chance begreifen, alte, überholte Ästhetikmodelle zu verwerfen. So kann Todd die negativen Erfahrungen seiner Highschoolzeit genauso in der Annäherung zu Melissa verwerfen wie diese ihre beziehungstechnischen Enttäuschungen, indem sie sich bei Todd auf dessen Charakter einlassen kann. Mit der sich bereits jetzt abzeichnenden emotionalen Stärke dieser Charaktere wird Phils destruktives Verhalten, das zuletzt eher negativ ins Gewicht fiel, in ein Licht gerückt, das die Chance bietet, dieses zu überwinden.

Fazit

Some Friggin' Fat Guy etabliert mit Todd nicht nur einen neuen Charakter, der wieder mal das gesamte Beziehungskontrukt neu zusammenstellt. Die Episode überzeugt zudem durch ihren leichten Dramedyhauch, der im Kontrast zu dem humoristisch überzeichneten Verhalten Phils steht. Indem mit Todd ein Mannesbild etabliert wird, das durch Qualitäten wie Ehrlichkeit und Bescheidenheit als totaler Kontrast zu Phil rüberkommt, bleibt es spannend, wie sich dieser Neuzugang auf die Gruppe auswirkt und ob das Gleichgewicht der beiden Paare gehalten werden kann.

Verfasser: Henning Harder am Montag, 23. März 2015
Episode
Staffel 1, Episode 6
(The Last Man on Earth 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Ein blöder Fettsack
Titel der Episode im Original
Some Friggin' Fat Guy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 22. März 2015 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 29. März 2017
Autor
Tim McAuliffe
Regisseur
Michael Patrick Jann

Schauspieler in der Episode The Last Man on Earth 1x06

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