Jerks 1x07

Jerks 1x07

Jerks geht zum Ende der Episode Die Mutter aller Drogen einen gewagten Schritt, den man so nicht erwartet hĂ€tte. Die Folge an sich erscheint jedoch etwas zu wild zusammengewĂŒrfelt und vollends ĂŒberzeugend ist die Geschichte trotz einigen absurden Momentaufnahmen leider auch nicht.

Fahri, Jacob und Christian in „Die Mutter aller Drogen“ / (c) Maxdome
Fahri, Jacob und Christian in „Die Mutter aller Drogen“ / (c) Maxdome
© ahri, Jacob und Christian in „Die Mutter aller Drogen“ / (c) Maxdome

Aus den bisherigen Episoden der ersten Staffel von Christian Ulmens Impro-Comedy Jerks konnte man stets eine mehr oder minder smarte Botschaft herausfiltern, eine grundlegende Idee, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Dies gibt der ErzÀhlung wiederum eine Struktur, was Die Mutter aller Drogen leider etwas abhanden geht. Zwar kann man in ein paar Situationen mit reichlich AbsurditÀt und derben Humor punkten, insgesamt schreitet die Handlung jedoch recht wirr und unkoordiniert voran.

Das ist womöglich auch der Plan von Ulmen und Co. gewesen. Wirklich besser macht es die Folge aber nicht. Dies soll aber im Umkehrschluss nicht heißen, dass „Die Mutter aller Drogen“ ein totaler Schuss in die Ofen ist. Nein, man kann sich durchaus einige sehr amĂŒsante Szenen herauspicken, die mitunter sehr gut unterhalten. „Jerks“ Ă€hnelt im Vergleich zu den Episoden zuvor dann aber mehr einer deftigen, ĂŒbertriebenen Sketchshow, als eine charmante kleine Alltagsgeschichte zu erzĂ€hlen.

Ein guter Mensch

WÀhrend Christian und Fahri (Fahri Yardim) eine MÀnnerparty abhalten und dabei auf die glorreiche Idee kommen, Heroin auszuprobieren, gönnt sich Emily (Emily Cox) mit ihren Freudinnen Pheline (Pheline Roggan) und Muriel (Gisa Flake) ein Wellness-Wochenende, bei dem sich letztere als lesbisch outet und tiefe Einblicke in ihr neuerliches sexuelles Erwachen offenbart. Das eigentliche Chaos spielt sich jedoch bei den Herren der Schöpfung ab, wo Neuling Jacob, der bei Christian und Fahri verhasste Freund von Muriel, auf einen Herointrip geschickt wird, der ihm nicht wirklich gut bekommt. Der Rest der Bande kriegt es dementsprechend sehr schnell mit der Angst zu tun, wÀhrend Initiator Ralph Herfurth schleunigst die Biege macht.

Als heimlicher Gewinner der Episode stellt sich sehr schnell Gastdarsteller Nils Dörgeloh in der Rolle des herrlich verpeilten Jacob aka „Jax“ heraus, der in fast jeder seiner Szenen so wunderbar fehlt am Platz erscheint und dabei auch immer noch ein Gesicht aufgesetzt, das vor Hilf- und Planlosigkeit geradezu schreit. Und ganz ehrlich, wir alle haben schon einmal diesen Typ Mensch getroffen, die vielleicht sehr freundlich und nett sind, zu denen man aber einfach keinen Draht hat und die einen schlussendlich doch nur den letzten Nerv rauben. Die Geschichte dient letztlich als mahnende Lektion, dass Drogen nicht gut sind (ein echter Schocker) und Gruppenzwang gehörig nach hinten losgehen kann. Der kleine Gag um Christians koksenden Urologen, der letztlich Abhilfe schaffen kann und ratzfatz mit dem gepunschten Heroin verschwunden ist, als Pheline plötzlich in der TĂŒr steht, ist zwar ganz nett, aber auch sehr beliebig.

Bon Voyage

Der MĂ€delstrip plĂ€tschert unterdessen ebenfalls mehr vor sich hin als dass sich hier eine lustige kleine Nebengeschichte mit grĂ¶ĂŸerer Relevanz entspinnt. Pheline wird durch die Offenheit von Muriel recht schnell in die Flucht geschlagen, und es scheint fast so, als wolle man etwas sexuelle Anspannung zwischen Emily und Muriel aufbauen, woraus man letztlich aber nichts macht. Warum also all der Aufwand? Um zu zeigen, dass auch Frauen mal etwas derbere Töne anschlagen können und oft nicht viel besser als ihre mĂ€nnlichen Gegenparts sind, die eh nur an das eine denken?

Das ist nun wirklich keine große EnthĂŒllung, die schockiert. Da hĂ€tte der Fokus auf Emily und wie diese eventuell in eine fĂŒr sie peinlich-unangenehme Situation mit Muriel verstrickt wird mehr komödiantisches Potential gehabt. Und es hĂ€tte ein wenig das Schema aufgelockert, dass immer nur Christian in derartige ZwickmĂŒhlen gerĂ€t, wie zum Beispiel am Ende der Folge, als der wieder genesene Jacob Christian in Teufels KĂŒche bringt. Aber ganz ehrlich, Heroin auszuprobieren war auch ein selten dĂ€mlicher Einfall. Was Ulmen und sein Team jetzt aus dem plötzlichen Tod von Muriel machen werden, die anscheinend am Ende der Episode den Löffel abgibt, bleibt abzuwarten. Diese Entwicklung kommt tatsĂ€chlich etwas ĂŒberraschend. So richtig in die Episoden passt sie aber auch nicht rein. Damit steht diese Szene in Die Mutter aller Drogen jedoch bei Weitem nicht alleine da.

Verfasser: Felix Böhme am Donnerstag, 16. Februar 2017
Episode
Staffel 1, Episode 7
(Jerks 1x07)
Titel der Episode im Original
Die Mutter aller Drogen
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 16. Februar 2017 (Joyn)

Schauspieler in der Episode Jerks 1x07

Darsteller
Rolle
Christian Ulmen
Emily Cox
Pheline Roggan
Collien Ulmen-Fernandes

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